#deinfr Folge 30 – Stadt des Zuhörens: Ein Gespräch mit Charlotte Clossé

Shownotes

In dieser Folge von #deinfr entwirft Charlotte Clossé eine Vision von Freiburg, in der Architekturpsychologie die Stadtplanung prägt: Öffentliche Räume laden zum Verweilen, Austausch und Mitgestalten ein. Denn heute bewegen sich Menschen je nach Stadtteil oft in abgeschlossenen Blasen. Deshalb braucht es Begegnungsorte, die heterogene Gruppen zusammenbringen.
Hochschulen und Schulen können so zu mehr als Lernorten werden – zu Räumen der Begegnung, die sich für die Stadtgesellschaft öffnen. Wobei Grundschulen zeigen, was möglich ist: Hier lernen Kinder, Perspektiven anzuerkennen, zuzuhören und gemeinsam zu handeln. Neugier und das Fragen nach den Warum kommen hinzu. Was alles auf die Stadtgesellschaft übertragen werden kann. In Lottes Vision gibt es Begegnungsorte, an denen Menschen einander zuhören, sich über Bücher, Politik oder persönliche Anliegen austauschen und gegenseitig Rat geben können. Niederschwellige Angebote – mit Musikinstrumenten, Sportmöglichkeiten – ermöglichen Kommunikation jenseits von Worten. Musik und Sport werden zu Kanälen der Begegnung, an denen Stereotype abgebaut werden. So entsteht eine lebenslang lernende Stadtgesellschaft, die demokratisches Miteinander in allen Stadtteilen stärkt.

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00:00:06: Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Deine Fr.

00:00:10: Heute bin ich in Gespräch mit Lotte.

00:00:12: Lotte, wer bist du?

00:00:14: Hallo.

00:00:15: Ich bin ein Dreißjahr alt.

00:00:18: Ich lebe seit acht Jahren in Freiburg, bin hier ein bisschen gestrandet und

00:00:24: komme

00:00:26: mit Familienhintergründen eigentlich auch.

00:00:28: Von hier, also meine Großmutter ist hier geboren und mein Großvater kam als geflüchteter Mensch, auch hierher, als Sodetendeutcher.

00:00:38: Und sie haben sich getroffen und meine Mutter ist hier groß geworden und ist dann zum Studium in die Pfalz und hat dort meinen Vater kennengelernt.

00:00:48: Das heißt, ich hab ein Freiburg als Kind schon kennengelernt, das so ganz anders war und bin dann irgendwann wieder hierhergekommen.

00:00:57: Und fühl mich hier sehr wohl, ist hier sehr heimatlich auch.

00:01:04: Und ja, bin aber über Umwege hier immer wieder mehr in das Netzwerk reingekommen.

00:01:13: Ja.

00:01:14: Was muss man noch über dich wissen?

00:01:19: Ich bin ... sehr neugierig.

00:01:24: Dadurch auch sehr schnell begeistert von Dingen.

00:01:27: Ich

00:01:27: ... Genieß es hier total, was es alles zu tun gibt.

00:01:31: Also ich bin gerne im Sport unterwegs, hab jetzt auch von einigen Jahren den Kampfsport für mich entdeckt.

00:01:37: Und bin ansonsten aber auch mit gewaltfreier Kommunikation gut am Start.

00:01:44: Wo war ja auch, ja, genau, der Kampfsport gar ... gar nicht so in der Gewalt situiert ist, wie man das leicht annehmen möchte.

00:01:53: Ich lese sehr, sehr gerne.

00:01:54: Ich hatte meinen Vater als großes oder hab ihn auch immer noch als großes Lesevorbild.

00:02:00: Und genieße da auch so ein bisschen das Entschleunigte konsumieren.

00:02:08: Und bin gerne draußen, musiziere sehr gerne.

00:02:14: Was spielst du mit dem Instrument?

00:02:16: Vor allen Dingen Cello, hab ich mit fünf Jahren angefangen.

00:02:19: Und über mehrere ... ja, schulische Aktivitäten, dann jetzt auch die Gitarre, sehr gerne.

00:02:30: Klangstäbe, ne Tankdrum hab ich da.

00:02:33: Und benutzt da gerne die Klänge,

00:02:36: genau.

00:02:36: Wo sind wir denn gerade hier?

00:02:38: Wir sind in Waldsee, in einer ... in meiner zwei Zimmerwohnung.

00:02:43: die ich jetzt seit drei Monaten wohne.

00:02:47: Und ja, ich war vorher schon, hab ich in Littenweiler gelebt, als ich hier hergezogen bin.

00:02:53: War dann viele Jahre im Stühlinger zu Hause und bin jetzt eben wieder hier in den Ruhigeladen.

00:02:59: Zurück in

00:02:59: Freiburg, Osten.

00:03:00: Genau.

00:03:03: Was sind so Lieblingsorte?

00:03:06: oder was sind Dinge, die du in Freiburg besonders liebst, schätzt, magst?

00:03:14: In Zeiten von Corona hab ich noch in Littenweiler gewohnt und war wirklich zehn Meter vom Wald entfernt.

00:03:22: Und bin da ja schon fast ein bisschen rumgestreunert, könnte man sagen.

00:03:27: Also hab kleine Wege gefunden und hab Lichtungen entdeckt, an denen ich dann verweilen konnte.

00:03:34: Das genieße ich total.

00:03:35: Der Küpfelsen war da auch einer meiner Lieblingsspazierrouten.

00:03:40: Ich genieße es aber auch total hier an grünen Flächen vorbeizulaufen.

00:03:47: Ich genieße es total, das Fahrrad zu nehmen und wirklich an der Dreisamm vom einen Ende zum anderen Ende fahren zu können.

00:03:54: Immer wieder so Aufenthaltsorte zu haben.

00:03:58: Viele Cafés auch.

00:03:59: Ich trinke sehr gerne Café.

00:04:02: Ich treffe mich da dann auch gerne mit Menschen.

00:04:06: Ja, ansonsten war die pH ein großer Ort für mich und ja, aber auch das Zuhause von Freundinnen und Freunden, die hier verstreut sind.

00:04:20: Und was würdest du sagen, was sind so Werte, die dich antreiben bei allem, was du tust?

00:04:31: Ich würde sagen, Ehrlichkeit ist für mich sehr präsent und auch immer wichtiger geworden.

00:04:37: Ehrlichkeit mit sich selbst und auch mit anderen immer in Verbindung mit Mut.

00:04:46: Also ich weiß, dass es viel Mut erfordert, innezuhalten und ehrlich zu sich selbst zu sein, sich Dinge einzugestehen, auch in Inreflektionen auch manchmal sich noch mal Dinge anzuschauen.

00:05:02: Ich weiß, dass das viel Mut erfordert, Ehrlichkeit anderen gegenüberzubringen, sei es so die eigene Perspektive oder auch, ja, wie geht's mir gerade eigentlich wirklich?

00:05:13: Und

00:05:16: ja, da auch gar nicht so, dass ... dass ich das immer einfordern möchte oder da so verbissen bin, sondern im Gegenteil, das ist Stärke und das Anerkenne.

00:05:27: Und das auch gerade im Umgang mit Kindern, bei denen ich immer wieder merke, die haben totale Hemmung, ehrlich zu sein, weil das Scham behaftet, vielleicht auch ist, weil sie Angst vor meiner Reaktion haben als große Erwachsene, die davor ihnen steht.

00:05:44: Und ich immer wieder sagen kann, das war jetzt grad supermutig, und jetzt kann ich dir helfen.

00:05:49: wenn du jetzt so ehrlich mit mir bist.

00:05:52: Im Umgang mit Kindern heißt in welchem Kontext?

00:05:56: Ich bin Grundschullehrerin oder ausgebildete Lehrerin.

00:06:00: Das heißt, da gibt es immer wieder Situationen, tagtäglich, in denen es um Mut geht, um denen es um Ehrlichkeit geht.

00:06:08: Da sind natürlich ganz viele Handlungsprozesse nötig.

00:06:13: Ich merk aber auch im Umgang mit Kindern in meinem Umfeld.

00:06:17: Also, ich hab ein Patenkind, im Haus nebenan wohnt, sozusagen.

00:06:22: Ja, nie wirklich.

00:06:23: Und ... ja, auch mit meinen Nichten, mit meinen Neffen.

00:06:28: immer wieder merke ich auch ... diese Warum-Frage ist grade sehr stark im Raum, bei den kleineren Kindern so, warum ist das so?

00:06:38: Und bei denen ich immer wieder merke, okay, wie komme ich auf die kindliche Ebene?

00:06:45: die Warum-Frage zu beantworten.

00:06:47: Und zwar so ehrlich wie möglich und gleichzeitig so reflektiert wie nötig, dass ich sage, okay, was verstehst du?

00:06:55: Was mute ich dir zu und wo beschütze ich dich vielleicht

00:07:00: auch ein Stück weit?

00:07:04: Guter Punkt, gleich kommen wir später noch mal dazu, zu vertiefen.

00:07:06: Jetzt haben wir so ein bisschen gehört, welche Werte dich antreiben.

00:07:12: Wir haben gehört zu, wer du bist.

00:07:14: was du in Freiburg schätzt.

00:07:15: und jetzt komme ich zur spannenden Frage vom Podcast, die sich ein bisschen darum dreht zu sagen, es wird jetzt bald einfach eine Entscheidung in Freiburg getroffen, mit Naval, wo einfach dann auch darum geht, dass Freiburg sich in eine gewisse Richtung entwickeln soll.

00:07:30: Und im Mittelpunkt des Podcasts soll es genau darum gehen, zu sagen, wohin soll sich denn Freiburg entwickeln?

00:07:35: Und das heißt, das wärst du auch eingeladen, eben vielleicht so eine Vision von dir irgendwie zu entfalten, zu entwerfen, was so ein Space-Best-Case-Szenario wäre für Freiburg.

00:07:46: Das heißt, wenn man sagen würde, alles, was Lotto sich im Prinzip vorstellt, würde eintreten, was von Freiburg hätte man dann in den vergangenen Jahren?

00:07:59: Ich bin in die Grundschule gegangen, weil ich damals gesagt hab, demokratische aber auch gesellschaftliche Prozesse fangen grundlegend an.

00:08:09: Und ich merke immer wieder im Umgang mit Kindern, überlege ich mir grundlegend, wie kann ich das runterbrechen?

00:08:17: Was sind wirklich basale Voraussetzungen für ein demokratisches Miteinander?

00:08:21: Und dann bin ich an die PH gekommen, da kann man das alles ein bisschen abstrahieren, weil die Menschen erwachsener sind.

00:08:29: größer sind, andere Themen-Schwerpunkte, glaube ich, auch haben.

00:08:33: Und da habe ich dann im Zuge von meiner Masterarbeit mich damit auseinandergesetzt, wie die Architekturpsychologie sich auf ein Lern- und Lebensort wie die pH auswirkt.

00:08:47: Das

00:08:48: heißt, das Architekturpsychologie, wir haben eine tolle Vorstellung?

00:08:50: Ja.

00:08:53: Architektur umgibt uns ja, also seien es jetzt Privatbauten, seien es öffentliche Räume.

00:08:59: Es können Spielplätze sein, es können Aufenthaltsorte sein, Bibliotheken.

00:09:02: Also wirklich

00:09:03: auch physisch.

00:09:03: Das

00:09:03: ist bemerkt, genau, ganz, ganz physisch.

00:09:05: Und wie sich das auf uns auswirkt, auf uns Menschen.

00:09:08: Und im Zuge von Interviews, die ich da geführt habe, habe ich gemerkt, die ... PH ist wenig ansprechend als Lebensort und auch wenig zugänglich als Lernort.

00:09:22: Also ganz viele Bedürfnisse werden da nicht erfüllt.

00:09:24: Das hat sich schon wahnsinnig viel verändert.

00:09:26: Auch mit kleinen Lernbuchten, auf den Gängen, mit den Toiletten.

00:09:32: die genderneutral gestaltet wurden, die Bibliothek, die sich auch verändert hat und die Wiesen, die genutzt werden.

00:09:44: Da hat sich wirklich viel verändert.

00:09:45: und nichtsdestotrotz haben mir viele Studierende zurückgemeldet.

00:09:49: Ja, wir gehen da hinten und dann müssen wir da hingehen.

00:09:51: Dann gehen wir aber so schnell wie möglich auch nach den Vorlesungen wieder zurück.

00:09:55: Weil wir können ja hier nirgendwo sitzen, wir können uns nirgendwo gemütlich machen.

00:09:59: Viele Räume, die leer stehen, die sind aber auch verschlossen.

00:10:04: Da haben wir gar keinen Zugang dazu.

00:10:06: Und ja, und da hab ich dann auch gemerkt, okay, das hemmt dann auch die Partizipation.

00:10:13: Und da hab ich einfach die Vision ... Menschen zu ermutigen wieder, zu sagen, das sind öffentliche Räume aber auch und ich habe Bedürfnisse.

00:10:27: Ich brauche einen geschützten Rahmen, in dem ich sagen kann, das brauche ich.

00:10:32: Und bitte nehm mich ernst auch.

00:10:35: Ich kann mir das so und so vorstellen.

00:10:36: Ich glaube, dass viele, viele Köpfe sehr, sehr kreativ denken können, dass weniger Köpfe gar nicht in der Lage sind, so viele Perspektiven wahrzunehmen.

00:10:47: Und dass öffentliche Räume vor allen Dingen auch sehr, sehr heterogene Gestaltung ... wahrnehmen können, wenn man sagt, okay, aber viele Menschen bekommen dann auch die Stimme dafür.

00:11:02: Das würde auch bedeuten, dann, wie ich es richtig verstehe, in deiner Vision, dass wir uns auf städtische Ebene in die Richtung entwickeln würden?

00:11:08: Oder was würde das bedeuten in der Konsequenz?

00:11:12: Auf jeden Fall würde ich das sagen.

00:11:14: Also ich sehe das vor allen Dingen an öffentlichen Orten, die auch, also ich sehe das ja auch jetzt am Wechsel zwischen dem Stühlinger und Waldsee.

00:11:25: Menschen, denen ich auf der Straße begegne, sind einfach in einer gewissen Blase vielleicht auch zugehörig.

00:11:33: Da ist einfach ein Knotenpunkt auch mit dem Bahnhof.

00:11:36: Da treffe ich noch eine viel heterogenere Gesellschaft, würde ich sagen, als hier im Waldsee.

00:11:45: Aber einfach Dinge wie, wenn ich hier weiterlaufe, gibts den Mehrgenerationenspielplatz und da war ich dann mit meinem Patenkind und wir haben älteren Herren beim Buhlspielen zugeschaut und das war faszinierend.

00:12:00: Auch die Interaktion war faszinierend.

00:12:04: Da solche Begegnungsorte zu schaffen, die sehe ich vor allen Dingen im öffentlichen Raum und da habe ich das Gefühl, ja, da kann die Stadt sehr viel gestalten und sehr viel öffnen auch und Menschen zuhören.

00:12:20: so banalt es vielleicht manchmal auch klingt, hab ich mir schon gedacht, okay, die pH ist ein Ort, ein Bildungs- und Ausbildungsort für die Menschen, die dort zum Studieren hinkommen, aber auch natürlich für die Menschen, die dort arbeiten.

00:12:36: Und wie kann es sein, dass diese Menschen kaum gefragt werden, okay, was braucht ihr denn eigentlich?

00:12:43: So, um hier gut zu lernen?

00:12:45: Oder, hey, was braucht ihr denn, um hier ... niederschwellig auch wirklich einen Zugang zu öffentlichen Orten zu bekommen.

00:12:56: Ich verstehe dich dann so, dass du jetzt auch drüber nachdenkst, welche Funktion, Aufgabe, Rolle auch gesellschaftlich betrachtet so eine Hochschule hat, oder?

00:13:06: Das heißt, wenn wir sagen, dass Freiburg hier auch einen relativ großen Teil an jungen Menschen hat, die hier studieren und jetzt nimmt man die, ob jetzt Uni, PH, FH, was von einer Hochschule, ... uns anschauen, Musikhochschule haben wir im Prinzip ja auch hier.

00:13:21: Und dann zu sagen, okay, jetzt gucken wir mal neben der Funktion, die diese Institution hat oder dieses Gebäude hat, ... ... dass Menschen da eine Ausbildung erfahren, ... ... ist ja auch zeitgleich Teil von Gesellschaft.

00:13:33: So verstehe ich dich jetzt.

00:13:34: Und dann wäre so die Frage auch wiederum, ... ... welche Rollenfunktionen in diese Hochschulen eigentlich ... ... ein und welches Potenzial liegt da noch?

00:13:42: brach vielleicht, oder?

00:13:44: Und was würdest du sagen?

00:13:46: Welche Rolle hättest du in der Hochschule in deiner Vision?

00:13:50: Auch noch mal gesellschaftlich eher in die Richtung betrachte.

00:13:52: Auch vielleicht im Aspekt von Demokratie.

00:13:54: Was du so angeschnitten hattest.

00:14:00: Ja, also ich hab ihr selbst auch gemerkt, es ist ein Ort, in dem bekommt man ganz viel Wissen.

00:14:07: Und das Wissen über die eigene Persönlichkeit.

00:14:11: ist so ein bisschen, musste parallel laufen.

00:14:14: Und da sehe ich einfach die Ausbildungsorte im weitesten Sinne als auch ein Ort, in dem man sich nicht nur mit Wissen zuhäuft und sich das aneignen kann, sondern auch in die Begegnung geht mit anderen Menschen, mit sich selbst auch.

00:14:35: Ich hatte ein wunderbares Seminar, da hatten wir den Überbegriff Grenzen.

00:14:43: Und wir Studierende sollten den füllen und sind daraufhin dann in ein ... Japanisch-Buddhistisches Schweigekloster gegangen

00:14:54: und

00:14:54: haben da an dem Alltag teilgenommen, haben viel meditiert oder haben das Meditieren kennengelernt, haben dort mitgeholfen, haben aber auch immer wieder Gespräche eröffnet und uns darüber unterhalten.

00:15:09: Und das war so eine intrinsische ... Motivation, daran teilzunehmen und sich auch mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich dadurch auch ein bisschen zu öffnen und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.

00:15:25: Das war eine wahnsinnige Erfahrung und ich war am Ende, hab auch mit den Teilnehmenden geredet und hab dann auch gesagt, was ist denn das für ein Seminar eigentlich?

00:15:35: Und dafür kriegen wir Credit Points und also ... Da muss ich auch immer an einen Schüler denken, den ich ... Darf

00:15:42: ich was fragen, wieso hast du das gedacht?

00:15:46: Weil es von dem klassischen Abkamen ... Ich hab ein Wissen aus einem Sachbuch, ich eignen mir das an, und jetzt bin ich gebildet.

00:15:54: Und jetzt weiß ich das.

00:15:55: Und jetzt kann ich jemanden zitieren.

00:15:57: Und jetzt kann ich was wiedergeben, was toll klingt.

00:16:01: Und im Gegenzug dazu war das eher etwas ... Da ist in dieser Woche und auch in den Seminar-Vorbereitungen und Nachbereitungen ist was ins Rollen gekommen.

00:16:14: Ich selbst habe mit mir und der Welt resoniert.

00:16:18: So.

00:16:19: Und es ist was ins Klingen gekommen, ins Schwingen.

00:16:22: Ich habe mich damit auseinandergesetzt.

00:16:24: Vielleicht hat es mich auch an der einen oder anderen Stelle irritiert.

00:16:27: Es gab auch durchaus Menschen, die hatten ... Wahnsinnige Schwierigkeiten, die ganze Woche.

00:16:31: Das würde mich grad fragen,

00:16:32: genau.

00:16:33: Da.

00:16:33: es gab tatsächlich auch einen, der dann abrechen musste, der gesagt hat, das wird mir grad zu viel, das kann ich grad so nicht tragen.

00:16:40: Und der dann auch den absolut richtigen Anschluss getroffen hat zu sagen, ich nehme alles mit, was ich bis jetzt hatte, und achte jetzt auf mich so ein bisschen.

00:16:51: Ja.

00:16:51: Genau.

00:16:52: Und da, genau, da war eben dieser eine Schüler und wir hatten viele Experimente im Sachunterricht und haben ausprobiert und die Kinder durften ganz viel selbst wahrnehmen.

00:17:03: Und am Ende vom Tag kam der Schüler ganz stolz auf mich zu und war so, das war heute ein schöner Schultag.

00:17:08: Ich habe ja überhaupt nichts gelernt.

00:17:10: Also so, wo ich dann auch kurz ins Stutzen kam und mir dann dachte, ja, ich glaube, wenn ich ihn richtig verstanden habe, war das so, das Lernen kam somit ... schon fast nebenbei, weil das, was im Vordergrund stand, war, ich setze mich mit was auseinander und hab gar nicht dieses stache Bild von Lernen, sondern da kommt was in Schwingen, ich stelle mir Fragen, ich bin auf einmal intrinsisch neugierig, möchte was herausfinden und es fühlt sich nicht wie das klassische Lernen

00:17:41: an.

00:17:44: Das höre ich auch oft, muss ich zugeben.

00:17:47: Und ich bin mir nicht so richtig sicher, wie ich damit umgehen soll, weil ich dann immer das Gefühl habe, zum einen ist einfach die Idee und dieses Bild von Lernen, was Menschen haben, ist ja häufig dieses schulische und meist meint es eben dann dieses Auswendiglernen oder irgendeine Information irgendwie behalten und eine gewisse Stelle, wo es richtig ist, dann wie auspacken können.

00:18:10: Und Zeitgleich ist aber so, dass wir Menschen ja permanent Dinge lernen, aber gar nicht für uns wahrnehmen, dass wir die Sachen lernen.

00:18:17: Und deswegen jetzt an der Stelle hätte ich wahrscheinlich gesagt, du hast unfassbar viel gelernt.

00:18:21: Lass uns mal drauf gucken, was du eigentlich gelernt hast und einfach dann irgendwie mit den Leuten über unseren Gespräch dann rauszufinden, was hast du eigentlich heute gelernt?

00:18:30: Weil ich glaube tatsächlich, ich finde es irgendwie wichtig, wenn wir wieder hinkommen könnten als Gesellschaft, dass wir das lernen, Also wie wir es verstehen, dass es vielleicht nochmal eine andere Bedeutung bekommt, allgemein noch ein bisschen losgetrennt für diesen schulischen Auswendiglernen.

00:18:44: Und dass wir einfach hier als Gesellschaft auch eine Lerngesellschaft sein müssen und ja auch sind, um überhaupt den ganzen komplexen Problemen um uns herum irgendwie klarzukommen.

00:18:54: Das heißt, dass einfach klar ist, du kannst nicht sagen, du gehst in die Schule, du machst eine Ausbildung, gehst zum Studium, was auch immer.

00:19:01: Und dann ist vorbei.

00:19:02: Das heißt, du musst ja immer weiter lernen.

00:19:04: Ob es jetzt in einer verschiedenen Rolle ist, was gesagt, irgendwie, du hast ein Partnerkind, da musst du ja lernen, wie gehst du ein Partnerkind um?

00:19:10: Oder jetzt eben auch irgendwelchen Leuten, eine Gesellschaft in der Straße, wo ich immer begegne, mehr Generationenspieler hat es angesprochen.

00:19:17: Da muss ich auch lernen, wie ich damit Sachen umgehe.

00:19:18: Das heißt, ich bin permanent am Lernen.

00:19:20: Und ich fände es irgendwie gut, vielleicht auch notwendig, wenn wir es schaffen könnten, nochmal so eine neue Idee von Lernen irgendwie zu etablieren.

00:19:30: dass Menschen irgendwie das, was du beschrieben hast, diese Lust darauf neu gier und eben vielleicht auch ein bisschen weg von diesem, was ich jetzt als negativ behaftet verstehen würde, das Auswendiglernen für eine Note, für einen Test, was auch immer.

00:19:44: Ja, absolut.

00:19:45: Und das ist ja auch dieser lineare Gedanke von Lernen.

00:19:49: Jetzt kommt das, dann kommt das, dann kommt das, dann kommt das.

00:19:53: Und es ist normativ prüfbar.

00:19:56: Also wir haben eine gesellschaftliche Norm gesetzt.

00:19:59: Das wird erreicht und dann bist du gebildet.

00:20:02: Und da komme ich auch immer wieder an meine Grenzen, an der staatlichen Schule, in der ich jetzt in der zweiten Klasse Noten einführen muss oder in der dritten Klasse ... Nach jedem Test verzweifelte Kinderversuche aufzufangen, um ihnen zu sagen, das war jetzt eine punktuelle Überprüfung.

00:20:20: Das war schon letzte Woche und heute bist du schon wieder an einem ganz anderen Punkt.

00:20:25: Und schau mal den Prozess, den du gemacht hast.

00:20:28: Das ist viel wichtiger und natürlich ist das ... abstrakt und wahnsinnig schwer zu erklären, dass es auf der einen Seite für mich vor allen Dingen um den Lernprozess geht und um die Reflexion und das, was ein Kind oder ein Mensch individuell auch dazu gelernt hat und sich immer wieder traut, auch umzudrehen und zu sagen, da bin ich jetzt aber einen großen Schritt gegangen.

00:20:52: oder da viele Kleine und so langsam habe ich mich ja bewegt und nicht nur dieses.

00:20:58: in diesem Moment bin ich, muss ich das Beste geben und danach werde ich bewertet.

00:21:07: Also es zerreißt mir das herab.

00:21:10: Ich kann es absolut nachvollziehen.

00:21:11: Sie fallen bisher auch wissenschaftlich belegt.

00:21:14: dass Noten nicht ansatzweise das leisten, was man ihnen zuspricht.

00:21:18: Ich habe es, glaube ich, vor ein paar Tagen in einem neuen Studie gesehen, wo genau das eben nachgewiesen wurde, wie unterschiedlich und tatsächlich gar nicht eben standardisiert und vergleichbar ist.

00:21:28: Die Noten wird sie eben vergeben werden.

00:21:31: Es gibt ja auch Bücher, die deutlich älter sind, also Jahrzehnte all sind, die auch wiederum die Studien irgendwie... ... bin Studien belegt haben, ... ... welche Funktionen beziehungsweise ... ... welche Wirkung und welche ... ... Idee eigentlich in hohe Internoten steckt.

00:21:43: Und ich find's tatsächlich im ... ... sofern spannend, weil es im ... ... ganzen Anfang davon hat das mit ... ... es bricht sich, man fikt dann doch wieder ... ... so runter auf dieses ... ... in der Grundschule, vielleicht auch schon vorher ... ... muss Demokratie beginnen.

00:21:54: Ist so der Aspekt, dass ich eben ... ... immer wieder merke, dass das so ... ... oder halt ich weiß, dass ... ... Leute bei jungen Menschen ... ... Idee haben von, die verstehen ja gar nichts.

00:22:05: Weil sie vielleicht sprachlich nicht den Wortschatz haben und nicht das ausdrücken können, was sie sehen und fühlen, heißt aber nicht, dass sie es nicht sehen und fühlen.

00:22:14: Ich fand es eben so spannend, als unser jüngster Schüler sprach hier wohl an der Grundschule, und da hab ich gefragt, was er machen möchte, was seine erste Amtshandlung sein soll.

00:22:24: Und dann hat er gesagt, er möchte Noten abschaffen.

00:22:27: Dann hab ich gedacht, okay, jetzt sagt das vielleicht so, weil die Geschwister im Tisch wahrscheinlich gesagt haben, wir finden Noten kacke oder so.

00:22:34: Und er meinte nie, also ich hab das gar nicht, man ist Christian, hab ich's nicht ausgesprochen, ich hab's nur gedacht.

00:22:40: Und dann hab ich gesagt, er meinte ja, ist aber relativ einfach, weil seine Freunde, die werden immer traurig, wenn sie Noten bekommen würden.

00:22:49: Das heißt, er sieht so, was diese Noten mit seinen Freunden machen und das in dem Fall die Klasse teilen würden in gute und schlechte.

00:22:55: Und es wird ja nicht gut, weil irgendwie alles, irgendwie Freunde, Freunde sind und es sollte sich keiner gut oder schlecht fühlen, wegen dem ich erzahlen.

00:23:03: Und da war natürlich auch der Druck noch mal damit, war der für die Schule und so weiter.

00:23:06: Und da hab ich dann schon gedacht, die verstehen schon sehr viel.

00:23:09: Das heißt, und deswegen würde ich das echt noch mal spannend finden, vielleicht in späterer Zeit darauf einzugehen, was jetzt du denkst, was mit jungen Menschen noch machen könnte.

00:23:18: Ich fände das noch mal an der Stelle vielleicht noch mal spannender zu gucken.

00:23:21: Wenn wir zurückgehen zur Vision, das heißt, was hättest du noch für Visionen, neben der jetzt der Einvision nicht verstanden habe zu sagen, dass die Hochschulen vielleicht noch mal eine andere Funktion haben, außer eine reine Ausbildung statt der zu sein.

00:23:32: Ja.

00:23:33: Ja.

00:23:33: Ähm ... Auf emotionaler Ebene vielleicht auch, nehmen die Kinder total viel wahr.

00:23:41: Und ich ... in der Grundschule ... ist ... ja, die Grundschule ist ein Paradebeispiel für ein wahnsinnig heterogenen Begegnungsort, finde ich, weil da sind wirklich ... das geht's nach dem Einzugsgebiet, das Heterogen sein kann, nicht muss.

00:24:00: Und viele Kinder, die aus unterschiedlichen Familien kommen und sich begegnen und zusammen lernen sollen.

00:24:06: Und mit einer Lehrkraft, die auch mit ihrem Hintergrund in das Klassenzimmer kommt.

00:24:12: Und alle zusammen sollen eine Atmosphäre schaffen.

00:24:15: Und ich merke das immer wieder, wie herausfordernd das ist.

00:24:19: Auf was es da auch ankommt.

00:24:22: Und da denke ich mir so, ja, aber ... wie wertvoll das auch ist, irritiert zu werden, dann, wenn man das schafft, auf einer Ebene sich zu begegnen, Dinge auszuhandeln, Perspektiven manchmal auch einfach anzuerkennen.

00:24:40: Und das gibt mir ganz viel Inspiration auch mit Hinblick auf Stadtteile, auf Begegnungsorte in der Stadt selbst, wo ich mir denke, Ich merke das immer wieder, wenn ich aus Freiburg rausgehe oder zum Beispiel zu meinen Eltern nach Kaiserslautern fahre.

00:25:02: dass Freiburg eine Blase sein kann, dass man sich da auch wirklich sehr leicht in Blasen bewegen kann, in denen wenig irritiert wird.

00:25:09: Und gerade auch in politischen Debatten merke ich immer wieder, meine Freundinnen und Freunde irritieren mich selten.

00:25:18: Die stimmen mir ihr zu, da haben wir ähnliche Blickfelder.

00:25:22: Und ich merke, was das mit mir macht, wenn ich Menschen begegnen kann, wenn es dafür Orte gibt.

00:25:28: die mich irritieren, die mich emotional berühren auf positive Art und Weise und auf negative Art und Weise.

00:25:35: Und ich habe einfach diese Vision, dass wir auch ein Lernfeld wieder öffnen in unserer Gesellschaft, in der wir uns emotional so einlassen, nicht dass es eskaliert, nicht dass es polarisiert, sondern in denen wir lernen können, zu sagen, okay, wow.

00:25:56: Was macht das jetzt gerade mit mir?

00:25:58: Und gar nicht so dieses Ja oder Nein, schwarz oder weiß, sondern, okay, ich lasse mich jetzt darauf ein.

00:26:04: Und ich möchte dich verstehen und ich frag mal die Kinderfrage wieder.

00:26:09: Warum?

00:26:10: Warum denkst du das?

00:26:11: Und also ... Ich möchte dich wirklich verstehen und ich habe eine andere Meinung aus dem Grund und da komme ich her und das ist ja spannend und auch mal anzuerkennen, wie Perspektiven sich aufgrund von Erfahrungen prägen können.

00:26:30: Das ist für mich, glaube ich, sehr stark auch in Verbindung mit der Neugier.

00:26:35: Also, dass ich auch oft Fragen stelle und mir auch denke, Kinder stellen auch oft Fragen.

00:26:41: Das ist eines meiner größten Ziele, dass die Kinder in der Schule neugierig bleiben und sich auch Dinge fragen.

00:26:48: Und ich dann sage, okay, wir recherchieren das jetzt mal.

00:26:51: Oder finde ich interessant.

00:26:53: Und das auch im öffentlichen Raum zu haben, das funktioniert meiner Meinung nach nur, wenn Blasen aufgebrochen werden und man ... oder wir Menschen uns auch so begegnen können.

00:27:07: Und da denke ich mir mehr Generationenspielplatz zum Beispiel.

00:27:12: Oder es gibt ja auch das Spielmobil, das so flexibel ist.

00:27:17: Es gibt ja immer wieder auch wissenschaftliche Experimente, die reisen.

00:27:22: Und ich sehe auch die Schule als so guten Ort, der sich öffnen kann.

00:27:33: Wenn ich sehe, dass Leseförderung mit Seniorinnen und Senioren stattfindet, die wirklich freiwillig zurückkommen und da Begegnungen stattfinden können, ich sehe Musikschulen, die kooperieren und dann extra an diese Bildungsorte kommen, damit die Kindern Zugang zu Musik haben.

00:27:52: Also es ist eine Riesenfläche und warum sollte das auf Schule im traditionellen Sinne ... reduziert werden.

00:28:02: Also da denke ich mir auch, okay, da sind Orte schon da, die meistens auch eine Fläche haben.

00:28:08: Wenn man die öffnet und die gestaltet, dann löst sich, glaube ich, auch so dieser feste Begriff der Schule ein bisschen auf.

00:28:18: Und ich bin auch in dem Verein eine Schule für alle.

00:28:23: bei der wir uns sehr für Gemeinschaftsschulen einsetzen.

00:28:28: Weil ich eben auch davon überzeugt bin.

00:28:30: Ja, auch da kann Heterogenität zu Begegnungen stattfinden.

00:28:35: Und die dann natürlich ... Ich weiß das auch selbst aus eigener Erfahrung.

00:28:39: Nicht immer habe ich die Energie, mich mit Menschen so auseinanderzusetzen, dass ich sag, ich verstehe das.

00:28:45: Und ich nehm mich jetzt oder ich öffne mich mal deiner Perspektive, sondern manchmal denke ich auch einfach, nee.

00:28:51: Es geht nicht.

00:28:52: Oder ich bin jetzt auch einfach, hab die Kraft gerade nicht.

00:28:55: Man kann zumindest Kampftrainingen.

00:28:56: Genau.

00:28:58: Genau, da kann ich dann ausatmen und Energie umwandeln.

00:29:04: Aber ich hab dich richtig verstanden, dass du sagen würdest, ich könnte man von Grundschulklassen irgendwie lernen, indem man sagt, du hast eigentlich da, in der Regel, jetzt wenn es nicht so völlig irgendwie bubble bubble bubble ist, hast du näher, also heterogene Zusammensetzung von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, unterschiedlichen Kontexten, die eigentlich dann permanent Irritation erleben und eigentlich dann das gemeinsame Zusammenleben eigentlich dadurch irgendwie auch lernen.

00:29:33: Und eigentlich endet das ja an einem gewissen Zeitpunkt.

00:29:36: Also ich finde, ich denke, das ist ziemlich spannend.

00:29:39: Man kann ja auch schon sagen, durch die Sektion ab Klasse vier endet das ja ein bisschen, weil da ist dann wiederum dieses Mehr wird der Bubble aufgeteilt, das heißt zu sagen im Gymnasial und Sack eins irgendwie, zwei, aber früher noch Hauptschule, Realschule, wird ja genau das irgendwie unterstreichen, was du gesagt hast.

00:29:57: und danach nach der Schulzeit geht es dann wieder um weiter.

00:30:00: Das heißt, dass man sagt eigentlich müsstest du das beibehalten, jetzt aber nicht nur im schulischen Kontext, sondern auch im gesellschaftlichen Kontext.

00:30:05: dass du einfach Räume hast, wo Menschen eben diese Irritationen lieben, die du immer erwähnst.

00:30:11: Und ja, tatsächlich musst du jetzt an so einem Buch denken, das heißt Beginnungsräume, glaube ich, wurden uns Soziallogen, der ihm genau das auch gesagt hat, dass Demokratien ihm genau das brauchen, diese Irritation.

00:30:20: die eben dazu führen, dass du eben deine Position mal wieder hinterfrägst und einfach eben auch da ein bisschen flexibel bleibst und dementsprechend auch dann vielleicht die Polarisierung so ein bisschen entgegenzuwirken.

00:30:32: Und anzuerkennen, dass einfach Menschen gibt, vielleicht irgendwie die andere Vorstellung, andere Lebensratierten einfach haben.

00:30:37: Und auch die kennen zu lernen überhaupt, ja.

00:30:40: Hast du, ich finde die ist super spannend, hast du vielleicht daneben nochmal eine andere Vision, weil sagen würdest, dass wir auch etwas, was wir jetzt vielleicht in den vergangenen Jahrzehnte noch mehr in Freiburg hätten?

00:30:56: Ja, also ich merke das immer wieder auch mit, es gibt ja auch die Plattform nebenan.de, auf der ich immer wieder sehe, Menschen haben Anfragen, suchen etwas, möchten etwas abgeben und haben aber auch manchmal ganz Passale Fragen.

00:31:25: Und da merke ich auch immer wieder so ... Also ... Auch da sehe ich wieder den Mut und sage, wow, okay, die sind jetzt mutig, haben eine Frage, sind sich unsicher und stellen das einfach mal in so eine Gemeinschaft.

00:31:39: Und kriegen immer Antworten darauf.

00:31:41: Und zwar wirklich viele.

00:31:43: Also, es gibt auch Menschen, die sich da zuwenden.

00:31:46: Und ich merke immer wieder dieses ... Sprechen ... über Unsicherheiten.

00:31:54: Diese sprechen darüber, wenn's mir gerade mal nicht gut geht.

00:31:58: Und da ist für mich das große Thema natürlich auch im Zuge in der Schule als im Derberuf, wo ich vor allen Dingen junge Menschen treffe, die sagen, ich bin noch nicht verbeamtet.

00:32:11: Ich mach jetzt mal noch keine Therapie.

00:32:13: Auch wenn ich das Gefühl habe, über meine Emotionen, meine Erfahrungen zu sprechen, könnte mir eigentlich helfen.

00:32:20: Aber das gefährdet ihr dann.

00:32:21: ... meine Verbeamtung.

00:32:23: Und da ...

00:32:25: Interessant hab ich nie gehört, das ist interessant.

00:32:26: Ja.

00:32:28: Also, ja, wirklich, wirklich häufiger.

00:32:30: Oder es wird privat aus der eigenen Tasche bezahlt, damit es nirgendwo dokumentiert ist.

00:32:34: Und ich merke das immer wieder, wie anstrengend es ist, auch selbst zu reflektieren, selbst in sich reinzuspüren und zu sagen, wie geht's mir eigentlich gerade wirklich?

00:32:47: Und ich hab das große Glück, wahnsinnig tolle Freundinnen und Freunde, um mich herum zu haben, die mir immer wieder den Raum schaffen, in dem ich darüber sprechen kann, darüber reflektieren kann, in dem ich Feedback bekomme.

00:33:04: Oder Impulse bekomme, über die ich danach denken kann und mich anpassen kann.

00:33:09: Und ich selbst denke, aber ... ja, Begegnungen, ich weiß, wie Ra-Therapie-Plätze sind auch.

00:33:17: Genau.

00:33:17: Aber gerade im ... im Blick auf mentale Gesundheit und sich dadurch auch ein bisschen verletzlich machen.

00:33:24: Es ist, glaube ich, eine Lernmöglichkeit, die wir in unserer Gesellschaft viel, viel stärker noch etablieren können.

00:33:32: Also, wenn ich eine Vision habe, dann ist es auch wirklich ein Begegnungsort, vielleicht mit Menschen, die sich gegenseitig zuhören, die sich gegenseitig Ratschläge geben, Veranstaltungen zu gewissen Themen, die Ja, dann auch wieder mit der Herausforderung so niederschwellig gestaltet werden, dass viele Menschen das Gefühl haben, da kann ich jetzt hingehen, da kann ich jetzt sprechen.

00:33:58: Wenn ich nicht gerade die eins zu eins Betreuung im Rahmen von einem Therapieplatz habe, zu sagen, Ja, aber ich kann dorthin gehen und ich komme mit Menschen in ein Gespräch, die Impulse setzen können, die, wenn ich offen dafür bin, Ratschläge geben können, von ihren eigenen Erfahrungen reden können oder auch manchmal merke so, wow, also gerade auch Menschen, die nach Deutschland kommen, die ... im Bürokratie-Dschungel auch mit Stereotypisierung, Stigmatisierung zu kämpfen haben.

00:34:34: Was es bedeutet, nicht in Deutschland geboren zu sein und ganz oft Perspektiven, Meinungen und Vorurteile übergestülpt zu bekommen und da wirklich auch strukturell jeden Tag mit kämpfen zu müssen, wenn solche Menschen eine Stimme bekommen.

00:34:54: und ich höre ihnen zu und merke so.

00:34:56: habe ich nun hier drüber nachgedacht, dass das schwierig sein kann, dass das anstrengend sein kann, dass dieser Behördengang oder dass ich jetzt hier die und die Kompromisse mache oder dass ich hier vielleicht mein Verhalten auch anpasse, um nicht aufzufallen.

00:35:11: habe ich noch nie darüber nachgedacht, weil ich mich immer selbstbewusst bewegen konnte.

00:35:15: Oder wenn ich Stereotypen entgegengebracht bekommen habe, waren die meist positiv, weil mein Aussehen, mein Verhalten sehr angepasst ist, als es sehr positiv wahrgenommen wird.

00:35:28: Und das Gefühl kann sich viel verändern, auch wenn man sich begegnet.

00:35:34: Ich habe tatsächlich jetzt, wenn du gesprochen hast, die letzte Frage gedacht beim Gespräch mit Habibi Smile.

00:35:39: ... der vom Forum Weingarten berichtet hat, ... ... wer also wie sie da sitzt ... ... und dann einfach ... ... Leuten, die dann einfach ... ... nicht so ein bisschen ... ... nicht wissen, ob sie da hinkommen können, ... ... dann sagen, hey komm, ... ... seht ihr dazu ... ... und dann den Kaffee anbieten, ... ... was zu Essen anbieten ... ... und die auch teilweise ... ... nichts Lebenszahlen müssen, ... ... das heißt, dass irgendwie so ankommen können ... ... und da habe ich das Gefühl gehabt, ... ... hat ganz viel eigentlich abgedeckt, ... ... was du auch gesagt hast, ... ... das heißt einfach dieses Emotional ... ... oder das einfach jemanden ... ... wahrzunehmen, ... ... jemanden dazu zuhören, ... ... für ihn da zu sein ... ... und fahren wir es mal, ... ... ist dafür bekannt eben ... Er hat auch erzählt, wie er es macht, dass er ihm genau solchen Leuten auch bei diesen bürokratischen Arbeiten bürokratischen Wegen hilft.

00:36:16: Und deswegen glaube ich eben auch, dass meinem Leidjoch mir immer das Ansatz zu sagen, was hast du in anderen Stadtteilen?

00:36:24: wovon man vielleicht auch irgendwie lernen könnte.

00:36:26: Das heißt, und jetzt mag es eben sein, dass jetzt in Weingarten vielleicht andere Themen auf den Tisch kommen und andere Unterstützung notwendig sind als jetzt im Freiburg Rosten, aber nicht sehr zu trotz, würde ich behaupten, dass du auch hier genauso Probleme hast und Sachen hast, die gelöst werden müssen und ich glaube, dass einfach dieses ins Gespräch zu gehen, dass man dir zuhört, was Grund... sänzlich menschliches ist und jeder von uns benötigt.

00:36:48: Und jetzt, wenn ich, ich hab jetzt für mich jetzt zum Beispiel die Frau Troller im Kopf, die in der ich gesprochen hatte, die auch eben auch gesagt im Podcast, dass sie eben auch in den Umfeld ganz viele Menschen hat, die einfach vereinsamen, die eben niemanden haben, dem sie reden können, die einen zuhört, wo sie dieses Mensch trifft auf Mensch, einfach nicht mal so richtig, um nicht so leicht eben stattfinden kann, weil eben die Gesellschaft sich in eine gewisse Richtung entwickelt, wie sie sich gerade entwickelt, ob sie jetzt irgendwie keine Ahnung diese ... Isolierung von, ob es technisch mit den Räumen ist ... ... bis über ... ... dass sich auch physisch, das heißt, dass man sagt eben ... ... jetzt im letzten Beispiel, wenn er auch interessant ... ... von der Sandy, die gesagt hat, ... ... hab ich tatsächlich die Audio-Tik-Kassen ... ... so drauf geblickt.

00:37:27: Ich hab's immer noch als praktisch gesehen ... ... diese Selbstzahl-Kassen.

00:37:30: Was ich meine, dadurch fällt auch wiederum ... ... ein Mensch eigentlich weg, damit die ins Gespräch geht und so.

00:37:34: Und deswegen find ich es eigentlich schon interessant, ... ... so mit all die Perspektiven zu zu gucken, ... ... welche Richtung entwickelt sich eigentlich ... ... so eine Stadtgesellschaft.

00:37:39: Und was müssen wir eigentlich tun, ... ... als Stadt, als Stadtgesellschaft, ... ... um dem entgegenzuwirken und vielleicht da einzukommen?

00:37:45: was du gesagt hast.

00:37:47: Manchmal können wir sagen, es hört sich gleich so an, als bräuchte man irgendwie Professor Dr.

00:37:51: Ogen jemand, der einen Vortrag hält.

00:37:52: Und ich glaube aber, manche haben trotzdem nur einen Tisch, einen Raum.

00:37:55: Und wenn man sagen kann, da kann es sich hinsetzen, kann es mit Leuten berät besprechen.

00:37:58: Absolut.

00:38:00: Und auch das, was ich immer wieder als niederschwellig formuliere, ist es so ... schwer zu etablieren auch.

00:38:08: Also niederschwellig für so viele Menschen, weil sobald ich einen Raum auch benenne, vielleicht, okay, hier treffen wir uns und wir sprechen über das ein oder andere Thema, dann wird ja auch schon wieder eine Hürde gestellt für manche Menschen oder auch einfach mal hin ... Kannst

00:38:23: du zum Beispiel deine Videos meinst, bitte?

00:38:26: Also genau, wenn ich zum Beispiel sage, wir wollen ein bisschen über unsere mentale Gesundheit sprechen oder wir wollen darüber sprechen oder jetzt auch mit dem Podcast.

00:38:36: Mein erster Gedanke war... Wer bin ich schon?

00:38:40: Ich habe nichts Wichtiges zu sagen.

00:38:42: Das ist ja nur meine Perspektive.

00:38:45: Wer bin ich, mir jetzt hier den Raum zu nehmen, um zu sagen, was ich denke, was ich mir vorstelle?

00:38:54: Das kann ja auch schon eine Hürde sein.

00:38:57: Meine Probleme sind nicht so wichtig wie die anderen.

00:38:59: Oder, ach, wer will mir schon zuhören.

00:39:04: Ich hab dazu nichts zu sagen.

00:39:05: Genau, ich kann keine Studien mit Prozentzahlen nennen.

00:39:10: Ich kann keine Zitate, die irgendwie toll sind, so wiedergeben, dass es eine Wirkung hat.

00:39:16: Ich find manchmal die Worte nicht oder denk mir im Nachhinein, ah, hätte ich lieber das gesagt.

00:39:21: Also, ich glaube so die Präsentation ... ist mit vielen Hürden behaftet und Orte zu schaffen, in denen man einfach sagen kann, so wie du bist, bist du gut genug.

00:39:37: Oder man muss ja noch nicht mal die Wertung reinbringen, was ist gut, was ist schlecht, sondern einfach jede Perspektive ist willkommen.

00:39:44: Und ich lasse mich auf dich ein und ich reflektiere über Ansprüche.

00:39:50: die ich habe, wie das jetzt formuliert sein soll, was gesagt werden soll.

00:39:56: Sondern ich bin einfach neugierig und offen für das, was

00:39:59: kommt.

00:40:01: Boah, ist total schwierig.

00:40:03: Weil mein, das was du jetzt gesagt hast, mit dem Werben ich, dass ich da was zu sagen habe, ist natürlich eine Sache, die halt eben auch mit vielen, vielen sozialen Konstrukten verbunden ist, wie irgendwelche Ismen.

00:40:14: Das heißt, dass jetzt irgendwie jetzt fast alle Frauen, genau die Gedanken geäußert haben, wenn ich sie angefragt habe, ist jetzt kein Zufall.

00:40:25: Das heißt, das ist natürlich im System dahinter, eine Logik dahinter, die ist super stark fennelicht und etabliert ist und sich davon zu lösen, ist brutal schwer.

00:40:34: Und deswegen ist, glaube ich, ist für mich die Freiheit, ich beschäftige, wie man dahin kommt, zum einen Auflegungsarbeit zu leisten, dass den Leuten klar ist, dass er das irgendwie an der Stelle vielleicht doch noch mal sich eine Minute Zeit nehmen sollten, überlegen sollten, ob sie nicht irgendwas jetzt Innerlicht haben.

00:40:49: Und vielleicht doch irgendwie so wichtig wäre an der Stelle, was zu sagen.

00:40:53: Und zeigt gleich wiederum aber so ein attraktives Angebot zu äußern, dass die Leute eben, vielleicht unabhängig von diesen Innerlichten, sagen, hey, da geh ich jetzt hin.

00:41:01: Ich hab das Gefühl, da kann ich stattfinden.

00:41:03: Deswegen ist das für mich dieses Forum Weingarten ans Beispiel.

00:41:06: Was es Ismail irgendwie beschrieben hat, was wurde irgendwie sich engagiert, hatte ich eben zum Beispiel einen Eindruck, Dass da einfach auch vielleicht wichtig ist, auch wer einlädt und wo es ist.

00:41:15: Das heißt, also ich glaube, dass physisch auch die Räume eine entscheidende Stelle sind.

00:41:20: Ob es dann auch die Formate, ob es ist dann direkt irgendwie so ein Workshop oder eine Veranstaltung sein muss mit dem Titel oder einfach nur ein Raum, wo du reingehen kannst und sagen kannst, hey, da gehe ich mal rein, ich gucke mal.

00:41:30: Ich muss da jetzt auch nicht zahlen, ich muss nichts irgendwie... nicht konsumieren oder sowas.

00:41:36: Und dann hast du vielleicht nochmal so die Hürden gesenkt, dass Menschen überhaupt reingehen und so, vielleicht auf Beginnungen stattfinden, die vielleicht sonst nicht stattgefunden hätten.

00:41:45: Ich weiß es nicht.

00:41:45: Also ich bin immer noch am Laut nachdenken.

00:41:48: Ja,

00:41:48: absolut, absolut.

00:41:50: Auf der einen Seite genau, einfach einen leeren Raum zu schaffen, wo nichts geleistet, wo nichts konsumiert werden muss, wo nichts erwartet werden muss.

00:42:00: Auf der anderen Seite finde ich das auch immer wieder spannend, auch einen Anlass zu haben, was gemeinsam zu machen, gemeinsame Aktivität zu finden, was gemeinsam zu gestalten.

00:42:13: Weiß ich gar nicht, man kann ja also...

00:42:16: Mit mehr Generationenspielplatz ist ja ein guter Punkt.

00:42:18: Zum Beispiel, da bist du ja auch schon gemeinsam auf dem Ort, jetzt ohne groß was planen zu müssen.

00:42:22: Genau, absolut.

00:42:24: Ja, genau.

00:42:24: Und da gibt es dann die Menschen, die sich dort zum Bull treffen.

00:42:31: zum Buchspielen treffen und es gibt das Kind, das daneben steht und fasziniert ist und dann darfst du mal so eine Bullkugel in die Hand nehmen und das ist schwer und dann ist es lustig, so ein Erfahrungsort und das Kind darf was Neues kennenlernen und dann wird gezeigt, wie die Techniken sind und dann wird aber auch viel zugeschaut.

00:42:54: dieses Mitnehmen in den eigenen Lebensbereich auch so, hey, okay, das kennst du noch gar nicht, okay, wir trinken den Tee so.

00:43:02: Ich weiß nicht, ich war einmal längere Zeit auch auf Reisen und da hab ich dann den Arabischen, den türkischen und den griechischen Kaffee kennengelernt und das war alles mehr oder weniger der Kaffeesatz, der sich unten hingesetzt hat und man hat das mit Zucker verdünnt und ich war so, hey, hat das das spannend?

00:43:18: Das kenne ich schon und das ... habe ich dann aber auch erst gelernt zu trinken, weil ich trinke den Kaffee gerne mit Schwung und da sippt man und genießt das und hat einen ganz anderen Zugang dazu und das kennen zu lernen.

00:43:35: Das hat dann auch wiederum was mit der Neugier zu tun und zu sagen, okay, wir machen da was zusammen und ich ... Begebe mich in die lernenden Rolle und du da, und du eröffnest mir das.

00:43:47: Du gibst mir den Zugang dazu, dass ich da was lernen darf und was Neues

00:43:50: kann.

00:43:50: Und

00:43:51: hab da dann auf einmal ein Erfahrungsschatz, so was.

00:43:57: Hast du noch eine Vision für Freiburg?

00:44:01: Meint man, braucht man so ein bisschen, bis der Mutter läuft, aber weil dir flutscht schon gut, deswegen dachte ich, frag mal

00:44:06: nach.

00:44:07: Ich komm da noch was.

00:44:08: Ja, ähm, ich bin ... begeistert im Musikieren und hatte als Jugendliche und als Kind immer wieder die Möglichkeit, an Projekten teilzunehmen.

00:44:23: Und das waren Orchester, das waren auch internationale Orchester, das waren Trios, Quartette, ein Shallow-Assemble.

00:44:33: Also ich durfte ganz viel gemeinsam musizieren kennenlernen und hab auch schnell gemerkt, so komplett alleine musizieren, möchte ich eigentlich nicht.

00:44:43: Da hatte ich nie so viel Interesse.

00:44:46: Jetzt in Freiburg war ich auch in einem Orchester.

00:44:48: Dann habe ich immer mal wieder die Möglichkeit.

00:44:52: Im Stühlinge habe ich mal mit meiner Mitbewohnerin bei den Nachbarn musiziert.

00:44:58: Wir haben einfach gejamt.

00:44:59: oder es gibt Freunde, die auch sagen, wir können zusammen musizieren.

00:45:05: Und da merke ich immer wieder, unterschiedliche Kanäle auch der Begegnung zu finden.

00:45:10: Es muss nicht immer das Sprechen sein.

00:45:11: Es kann auch das Musikieren sein, da Orte zu schaffen, in denen Musikinstrumente bereitgestellt werden.

00:45:20: Und man kann sich begegnen und mal gemeinsam musizieren.

00:45:26: Ich bin begeistert im Lesen und habe manche Bücher, bei denen ich gesagt habe, wow, Es gab ein Buch, nennt sich Female Choice.

00:45:35: Und das war für mich superkontrovers.

00:45:38: Und dann hab ich auch gesagt, ich kann das nicht alleine lesen.

00:45:41: Ich muss mich darüber austauschen, sonst überfordert mich das vielleicht auch.

00:45:45: Und dann haben wir ein Buchclub gemacht, in dem wir dann wirklich auch Kapitel gelesen haben, uns getroffen haben, online auch meistens und uns darüber ausgetauscht haben, wo ich einfach gemerkt hab, okay, das ist ein Medium.

00:46:01: der Begegnung auch ein Stück weit ist.

00:46:04: Dass mir immer wieder Impulse gegeben hat, immer Reflexion, mich aber auch auf der anderen Seite gestärkt hat in meiner Position.

00:46:11: Und Sport ist genauso ... Also ... so eine heterogene Gemeinschaft, die ich im Sportbereich treffe, es ist selten da.

00:46:25: Oder erfahr ich ... sonst auch sehr selten.

00:46:29: Und da merke ich einfach, Gerade im Kampfsport auch, ich gewinne ein Körpergefühl für mich.

00:46:36: Ich schärfe meine Wahrnehmung, nehmt dadurch auch die andere Person wahr.

00:46:40: Und ab einem gewissen Punkt gucke ich nicht mehr nur auf meine Gliedmaßen, was die so alles machen, sondern bin im Kontakt mit den Menschen.

00:46:47: Und ich muss ihn nur in die Augen schauen und kann aber sehen, was rechts neben mir passiert, genau.

00:46:53: Und das ... ist so eine tolle Erfahrung.

00:46:56: und ich merke auch, wenn Studierende zu uns in den Vereinen kommen, so wie ich damals in den Vereinen gekommen bin, man startet an einem Punkt, in dem man sagt, oh ja, ich habe keine Körperspannung oder, oh das fällt mir schwer, ich habe doch als Kind immer Putzelbäume gemacht, warum fällt es mir jetzt so schwer, über die Schulter zu rollen?

00:47:16: und da merke ich einfach im Sport, man kann so viel lernen.

00:47:22: Und man begegnet auch wieder Menschen.

00:47:24: Da merke ich einfach, ja, verschiedene Medien, auch wenn Sprache manchmal einfach auch nicht das Richtige ist, kann noch in ganz anderen Orten stattfinden, mit ganz anderen Dingen.

00:47:41: Wie kommen wir da jetzt hin?

00:47:42: Jetzt hast du ein paar Visionen ausgepackt.

00:47:46: Das heißt, es ging relativ viel auch um Begegnungsräume.

00:47:51: Es ging darum, dass die Bewegungsräume so sein müssen, dass man vielleicht irgendwie lernen nochmal neu für sich entdeckt und definiert.

00:47:59: Es ging darum, dass du auch gesagt hast, dass man eben dann heterogene Gruppierungen irgendwie begünstigen muss, dass Menschen zusammenkommen, die sonst nicht zusammenkommen.

00:48:09: dass man vielleicht irgendwie auch Räume hat, wo Menschen sich gegenseitig zuhören, sich unterstützen können, wo man sich austauschen kann über irgendwie jetzt was, was man liest, wo man gemeinsam musizieren kann, gemeinsam Sport machen kann.

00:48:22: Das heißt, dass vielleicht die Hochschulen, Schulen normal auch eine andere Rolle gesellschaftlich übernehmen, also um die sich öffnen und beleid sich auch nochmal als im Kontext von Demokratie, als als wichtiger Akteur verstehen.

00:48:38: Und vielleicht eben die Menschen, die da hingehen, nicht nur als Menschen verstehen, die da arbeiten oder studieren oder lernen, sondern als Teile von Gesellschaft und eben auch sich selbst als Teilegesellschaft zu verstehen.

00:48:50: Und jetzt die Frage ist, wie komme ich dahin, dass wieder all das, was du jetzt beschrieben hast?

00:48:57: mehr erreichen, also vielleicht auch jetzt ein weniger außer dieses auch zu begünstigen, dass jetzt Freiburg jetzt nicht, also mehr, das gesagt hat es in dem Fall, Freiburg Bubbles oder Möglichkeiten, viele Möglichkeiten bietet, so ein Bubbles sich zu bewegen, das heißt, wie ich bekomme, ich seh'n, dass ich auch vielleicht mehr Möglichkeiten bekomme, eben heterogene Gruppierung zu treffen und dass ich vielleicht auch Bock drauf hab, da hinzugehen und irgendwie was Neues für mich zu lernen oder mich anders irgendwie kennenzulernen oder zu beginnen, wie immer.

00:49:25: Habt ihr sehr schön zusammengefasst.

00:49:27: Danke schön.

00:49:30: Also, ich... Mein Vater wurde früher der Unverbesserliche Weltverbesserer genannt.

00:49:39: Der, glaube ich, viel auch... in Idealen gedacht hat, die mich dann auch wieder rumgeprägt haben und da auch manchmal sehr stur unterwegs war oder auch manchmal so die Meinung gewechselt hat.

00:49:51: Und ich merke, dass ich ganz, ganz viel von ihm bekommen habe, aber auch mit Visionen und mit Vorstellungen, die auch ein Stück weit idealisiert sind.

00:50:02: Und ich oftmals denke, okay, jetzt klingt heterogene Begegnungen, klingt ... sehr ideal und sehr schön.

00:50:11: und aber was steckt eigentlich dahinter und welche Arbeit steckt auch dahinter und was bedeutet das auch?

00:50:17: und ich merke, dass ich immer wieder mit Idealen von mir selbst konfrontiert werde, die bei denen es so ein bisschen konkrete Umsetzung fehlt.

00:50:29: Und da habe ich mir dann einfach gedacht, okay, das für mich ... etwas sehr niederschwelliges könnte sein, dass die Orte, die bereits existieren, die von Menschen schon genutzt werden, dass die dynamisch verändert werden und gesagt werden, okay, und es kann auch das sein.

00:50:54: Also ich hatte vorhin gesagt, Grundschulen können die Räume öffnen für noch mehr Lese nicht, nicht nur mit der Klasse, sondern mit allen Kindern, die Lust darauf haben und man bereitet da den Ort vor, dass man dort hingehen kann.

00:51:10: Oder es gibt im Sommer Parks, während Corona haben wir auch in Parks unsere Orchesterproben abgehalten.

00:51:18: Und dann gibt es die Parks, die so schon für so viel ja genutzt werden können.

00:51:23: Und da trifft man sich dann einfach mit einem eigenen Musikinstrument oder mal mit der Möglichkeit, das auszuprobieren.

00:51:30: Weil man vielleicht sowieso schon da ist.

00:51:33: Es kann sein, dass ... Im ZLO hatte ich das, neulich gab es ja auch ein Kunstprojekt, da standen zwei Stühle einfach da und man konnte sich gegenüber setzen und in Stille sich beobachten und die Emotionen entfalten lassen oder das auch abbrechen.

00:51:54: Stand dann was da oder so eine Anweisung, man war nur zwei Stühle?

00:51:58: Ich weiß es tatsächlich gar nicht, ob eine Person immer da saß, die dann, die dann das auch ein bisschen mitgeleitet hat.

00:52:06: Ja, ich bin nur dran vorbeigelaufen und dachte mir so, hab ich mich in dem Moment nicht getraut.

00:52:14: Fand's aber super spannend.

00:52:15: Und ich dachte mir, naja, das sind ... Und selbst wenn es Menschen sind, die wie ich dran vorbeilaufen, ist das auch schon ein Impuls.

00:52:22: Und man denkt vielleicht so drüber nach.

00:52:24: Und ich hab dann auch drüber nachgedacht, warum traue ich mich das gerade gar nicht?

00:52:27: Wie geht's mir denn gerade?

00:52:29: Und wie konfrontativ kann das auch sein?

00:52:31: Also, für mich ist es wirklich ... Wir hatten auch überlegt, hier auf der Wiese vorne mal die Hausgemeinschaften einzuladen und einen Begegnungsort zu schaffen.

00:52:43: Also, das ... die Orte, die wirklich auch genutzt werden, noch ein bisschen dynamischer neu zu denken.

00:52:50: Und da auch wirklich zu sagen, okay, Menschen haben diesen Raum zur Verfügung.

00:52:55: Da denke ich zum Beispiel jetzt wieder an die Studierenden, die sagen, hey, aber so viele Vorlesungsräume sind in gewissen Zeiten nicht benutzt.

00:53:06: Warum?

00:53:07: können die denn nicht offen sein?

00:53:08: und wir gestalten ihn so, wie wir ihn gerade brauchen.

00:53:11: Für einen leeren Ort, für mal einen Spannungsort, vielleicht auch für einen Ort, an dem wir was essen können oder so.

00:53:18: Also ein bisschen dynamisch, ein bisschen bedarfsorientierter vielleicht, Orte, die schon existieren.

00:53:30: Ich mein, du hast ja auch, ich weiß nicht, weil ob so ... Idealismus ist, du hast ja manche Orte schon genannt, die sehr gibt, die heterogen sind, also angefangen von Sportvereinen oder jetzt irgendwie auch vielleicht auch Musikverein, ich weiß nicht, kommt wahrscheinlich darauf an, welchen Instrument und so, aber jetzt im Fußball, wenn ich da schaue, da fahren die Sportmeile und so, da kommt schon sehr breite Gesellschaft zusammen eigentlich.

00:53:54: Deswegen, je nach Sportart, würde ich sagen, gibt es es teilweise schon.

00:53:57: Ich habe dich jetzt auch so verstanden, noch mal, das habe ich jetzt ein paar Mal gehört, dass man eben auch jetzt nicht in Räume neu bauen muss, sondern einfach Räume neu entdecken muss oder neu bespielen muss.

00:54:07: Und da würde ich jetzt aber sagen, wenn du sagst, manche ist die Hochschule oder eine Schule, dann müssen wir sich gucken, auch an manchen Stellen vielleicht auch so ein bisschen Kontrollverlust zu wagen und zu sagen eben, demokratischer auch Verantwortung abzugeben und zu sagen, hey, wie wird das denn bespielen?

00:54:22: Und ich überlasse einfach mal den Raum und entwickle du mal ein Konzept, da lass uns gemeinsam Tisch sitzen und Konzept entwickeln, was machen könnte.

00:54:29: Aber es würde zumindest dann erfordern, dass eben die Leute, die darüber verfügen oder bestimmen, bereit sind.

00:54:37: Zeit und Kraft zu investieren, dass man eben gemeinsam aushandelt, wie der Raum anders bespielt werden könnte.

00:54:42: Und eine Lösung für alles, was du beschrieben hast bisher, ist tatsächlich etwas, was sich durch alle Folgen durchgezogen hat.

00:54:49: Ich glaube, das ist die dreißigste Folge.

00:54:51: Und jeder Folge ist das Gefallen des letzten Endes, sind dritte Orte.

00:54:56: Das heißt also Orte, die es eben in anderen Städten, in anderen Ländern teilweise schon gibt.

00:55:00: Wir haben es auch teilweise schon in Freiburg auch so dritte Orte, aber nicht so richtig als Konzept und wirklich auch strategisch und mit einem wirksam nachhaltigen Konzept irgendwie verfolgt.

00:55:13: Zu sagen, als Beispiel in Freiburg, Osten eben, ich kann es nicht oft genug wiederholen, ist ja hier die alte Stadt Halle.

00:55:20: Das heißt ... Das wäre zum Beispiel ein fantastischer dritter Ort, also wenn das zum Beispiel jetzt öffnen würde und sagen würde es, da könnte Zwiegesellschaft zusammenkommen, da könnte in dem Fall olzenbürgerfallen ist, ob es in dem Fall Jugendliche sind, ob es in dem Fall eben Verschiehnung OP und die zusammenkommen an sich sind oder eben dann dein Lese-Zirkel stattfinden kann bis über Musikinstrumenten, die vielleicht irgendwie aus Da steht, die man ausleihen kann und vielleicht auch immer der anleiten kann, wird auch Kurse anbietet, wenn man irgendwie Instrument spielen könnte.

00:55:51: Podcasträume oder wenn du deinen eigenen Podcast dann starten könntest.

00:55:54: Also das heißt irgendwie so in die Richtung.

00:55:57: Ich glaube, das ist etwas, das zum Beispiel relativ viel lösen würde, was du gesagt hast, auch im Prinzip auch dieses Zusammenkommen und dann sich zuhören.

00:56:04: Also alles, was du vorhin gesagt hast, wäre für mich eben etwas, wo ich sagen würde, das könnte stattfinden.

00:56:10: Zeigt gleich, finde ich, so wichtig, was du gesagt hast, ist der Aspekt von Wenn ich zum Beispiel sagen will, ich nehme die Schule oder Hochschule öffnen und da würden auch dann andere Gruppierungen da hinkommen, dann wird es uns wieder anders mit Leben füllen und nochmal Impulse, glaube ich, reingeben in die Hochschule, in die Schule, die zuvor nicht da waren.

00:56:27: Und ich glaube, für mich ist tatsächlich immer noch etwas, was ich so schade finde und schwierig finde, ist, dass Schule immer so isoliert oder Hochschule isoliert ist von Gesellschaft und dass man nicht so relevante Themen, die eigentlich uns alle beschäftigen, da auch diskutiert.

00:56:40: Das heißt, du hast ja vorhin so gesagt, ganz am Anfang, ... wo der Junge meinte, ich habe jetzt irgendwie gar nichts gelernt, ... ... aber im Endeffekt hat er jetzt etwas gemacht, ... ... was für ihn relevant war.

00:56:49: Du hast ja auch ... ... von intrinsischen Motivationen gesprochen ... ... und es gibt ja zig Themen, ... ... wo wir uns alle jetzt gerade beschäftigen, ... ... ob es jetzt mit Thema Demokratie ist, ... ... wo man guckt, ... ... du guckst in den USA oder Iran, ... ... egal, worum du dich rumguckst, ... ... so viele Dinge, die passieren ... ... und du ... hast eigentlich nicht wirklich so ein Raum, wo man sich auch mit Leuten austauschen kann.

00:57:06: Außer vielleicht Familie oder Freunde, aber eigentlich wär's auch spannend da, diese Irritation zu haben oder mal Perspektiven zu hören, die man vielleicht nicht in der Zeitung findet oder wie auch immer.

00:57:15: Das heißt, und wenn man da zum Beispiel Schulen, Hochschulen auch da den Raum bieten würden für aktuelle, für relevante, für sie wichtige Themen, können wir schon vorstellen, dass alle Seiten davon profitieren würden.

00:57:25: Ich weiß es nicht.

00:57:27: Mhm.

00:57:28: Ja, und ich glaube auch, wenn man ... oder wenn Verantwortung zugetraut wird und dann auch gesagt wird, okay, wie würdest du's denn machen?

00:57:38: Dann kann man auch so ein bisschen anstoßen, dass aus einer gewissen Passivität so, ja, ich kann eh nix machen.

00:57:47: Sitzig hier halt und dann auf einmal wird man gefordert.

00:57:51: Und dann wird aber auch ... gewisserweise Verantwortung geschenkt zu sagen, okay, dann setze ich mich jetzt mal damit auseinander.

00:57:59: Was will ich denn eigentlich?

00:58:00: Und mit dem, was ich unzufrieden bin, habe ich da Lösungsansätze oder bin ich auch planlos?

00:58:08: Also muss ich auch sagen, ich weiß wirklich nicht, wie ich das verändern kann oder was man da anders machen kann.

00:58:16: Ich weiß nur, so ist es gerade nicht gut für mich so ein bisschen.

00:58:22: so anzuregen, da auch mitzudenken, mitzugestalten, mitzulernen, kann, glaube ich, große Wellen schlagen, da auch einfach zu spüren.

00:58:34: Es soll nicht überwältigend sein, es soll nicht sein mit, ich bin jetzt dafür verantwortlich, dass sich was verändert, sondern einfach auch zu sagen ... Ich werde auf einmal gefragt und ich denke auf einmal mit und ich glaube, das kann ganz viel Aktivität reinbringen in gemeinsame Gestaltung, aber auch in demokratische Prozesse.

00:58:57: Ein Beispiel war auch bei meinen Eltern, die in der Nähe von einem Seniorenzentrum leben in Kaiserslautern, dass da ein Container vor das Seniorenzentrum neben die kleine Kapelle gesetzt wurde.

00:59:11: Und das wurde dann in der Pfalz Verzählbutsche genannt.

00:59:15: Und das ist eine Erzählbude, in denen die Menschen hinkommen konnten.

00:59:24: Und da gab es Sitzmöglichkeiten und man konnte sich begegnen und sprechen.

00:59:29: Und die Balance war, es wird gar nicht so viel benutzt.

00:59:33: Und dann haben sie überlegt, was könnte denn noch gemacht werden?

00:59:36: Und dann kam die Idee mit dem Kiosk auf.

00:59:39: Und dann haben sie gesagt, die ... Menschen, die dort im Seniorenzentrum leben, dürfen hinkommen und sagen, was sie gerne hätten und wir besorgen das dann.

00:59:48: und dann ist es wie ein Kiosk und dann wird es verkauft.

00:59:50: Und dann gab es Wünsche nach Leberwurst oder mal so einen kleinen Piccolo oder mal Chips oder sowas.

00:59:58: Und dann kamen und dann wurden ja die Wünsche geäußert und die Menschen, die sich da ehrenamtlich engagiert haben, haben das eingekauft, haben sich dann, haben das dann hingebracht und einmal die Woche wurde es dann ausgegeben, die Menschen, älteren Menschen konnten das kaufen und die Erfahrung, die meine Mutter davon mitgenommen hat, war und da fand dann Begegnung statt und da wurde dann auch verzählt und da kam man dann ins Gespräch.

01:00:25: Das war, ja, wo sie auch von einer Erfahrung erzählt hat, von einer älteren Dame, die sehr langsam und vielleicht auch ein bisschen verwirrt gesprochen hat.

01:00:35: Und gleichzeitig hatte sie ganz viel zu erzählen und ganz viel Lebensgeschichte auch zu teilen und hat es auch geteilt.

01:00:42: Und es war spannend.

01:00:43: Und es war auch der Raum, in dem die Ruhe da war, ihr zuzuhören zum Beispiel.

01:00:49: Und da dachte ich mir dann auch, ja, das ... ist für mich doch auch was Niederschwelliges, Kleinigkeiten hinzubauen.

01:01:00: Es war jetzt ein Container und das hatte einen gewissen Zweck.

01:01:05: Nichtsdestotrotz, ich denke auch an den Biosk, bei dem auch manchmal ja auch Suppe verkauft wird, was supertolles, weil es eine andere Art ist, als ein Kaffee zu trinken, eine Suppe zu essen.

01:01:16: Und dann gibt es aber auch den Buhlplatz.

01:01:18: Es gibt die Rasenfläche, es gibt die Tischtennis.

01:01:22: Plätze und da bin ich ein großer Fan davon.

01:01:27: Man kann sich begegnen, man muss nichts machen.

01:01:30: Man kann aber auch durch eine Aktivität, die man dann macht, ins Gespräch kommen.

01:01:37: Ich finde es immer spannend, welche Schlüsse Leute ziehen.

01:01:40: Aus Dingen, wenn sie nicht funktionieren.

01:01:43: Das habe ich jetzt in dem Beispiel von, das hat es hingestellt und Erzählbude, das haut nicht hin.

01:01:50: Dann ist es immer so, ich kann nicht in ganz vielen Kontexten sagen, die wollen es nicht, ist etwas, was ich häufig höre.

01:01:57: Und ich immer denke, lass mal gucken nochmal nach den Ursachen.

01:02:00: Das heißt, wieso wird es nicht angenommen?

01:02:01: Wieso hat das Konzept nicht funktioniert?

01:02:02: Und jetzt, was du jetzt erzählt hast, würde ich folgendermaßen um mich verstehen.

01:02:07: Die haben für sich erstmal, also die Kultur mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die ich nicht kenne.

01:02:12: ist einfach nicht eine vertraute Kultur.

01:02:14: Es gibt Kulturkreise, wo es anders ist, wo Menschen mit Fremden ins Gespräch kommen, sich hinsetzen und gar kein Problem darstellen.

01:02:22: Jetzt in Deutschland, würde ich sagen, ist es nicht zwingend die Teil der Kultur.

01:02:27: Da hätte ich jetzt gesagt, jetzt haben die für sich einen Anlass gefunden.

01:02:30: Und zwar, ich kann da was kaufen und so etwas, was mir wichtig ist.

01:02:34: Also gehe ich da hin und dann über diesen Brücke haben sie dann Zugang und gefunden für sich und gemerkt und machen das alles, worüber sein Mittelpunkt stehen sollte, machen sie dann den Infekt dann nebenher oder im Anschluss an das, was eigentlich für sie auf als auf den ersten Blick das Wichtige ist.

01:02:53: weil sie nicht verstanden haben vielleicht für sich, dass das eigentlich doch viel wichtiger ist.

01:02:57: Und zwar ins Gespräch zu kommen.

01:02:58: Und das ist aber jetzt nicht nur von Seiten der Person, die jetzt da hinkommen.

01:03:01: Was kaufen denn auch von Seiten der Person aus der Stadt?

01:03:04: Das heißt, die Frage ist ja schon über sie stellen würde.

01:03:06: Wieso sollte ich jetzt irgendwo mich auf den Stuhl hinsetzen?

01:03:08: Z.O.

01:03:09: mit jemandem quatschen?

01:03:09: Weshalb denn?

01:03:11: Was habe ich davon?

01:03:12: Ich kenne die gar nicht die Person.

01:03:13: Das ist nicht etwas, was ich geübt habe, was ich gelernt habe, was für mich irgendwie Praxis ist.

01:03:18: Also mache ich es nicht.

01:03:19: Es wäre vielleicht eher für mich schräg und sagen, was sollen der Scheiß?

01:03:23: Also brauchst du Lizenz wiederum eben Räume, die das anleiten?

01:03:27: Wenn es jetzt so was wäre wie, das habe ich schon öfter gemacht und ich habe mich im Irritationsräume begeben und ich habe mich darauf fallen lassen und habe festgestellt, eigentlich etwas Cooles passiert, dann würden vielleicht Leute eher sich mal darauf einlassen.

01:03:39: Also als Beispiel dieser Podcast, ich... Kenne ich ja nicht.

01:03:43: Wir haben uns erst mal hier kennengelernt.

01:03:45: Ich hab genauso mit anderen Leuten gesprochen, die ich aufhauen kann.

01:03:47: Ich geh fest davon aus, bei jeder dieser Gespräche lerne ich eine Person ja kennen.

01:03:51: Und ich freu mich jetzt mal darüber, dass ich eine Person kennengelernt habe.

01:03:54: Am Anfang war es erst mal schon auch so, wo ich nicht wusste, worauf ich einlasse, was passieren wird.

01:03:59: Jetzt ist so, ich freu mich auf jede Begegnung, wo ich denke, jetzt lerne ich einen neuen Menschen, einen neuen Person kennen.

01:04:05: Aber das hat was mit am Anfang mal testen.

01:04:09: Und dann, die es fallen lassen, wird dann ganz so praxis.

01:04:12: Und deswegen war schon so die Frage, was müssten wir gleich jetzt im schulischen Raum, im hochschulischen Raum, in den anderen Räumen tun, um zu begünstigen, dass Menschen dann vielleicht im hohen Alter oder später, wie auch immer, auch eher sagen, hey, freier Stuhl, ich setze mich dahin.

01:04:30: Ich glaube, ein großes... Manco, das ich noch lernen darf, ist, wir haben ein Schulkurriculum.

01:04:38: Und das sollte man sich so gut das gethalten.

01:04:41: Und in der Grundschule ist es große Glück, es werden Kompetenzrasse formuliert.

01:04:47: Und wie man mit welchen Inhalten man sie fühlt, ist egal mehr oder weniger.

01:04:53: Und ich merke immer wieder, ich kann Unterricht selten so ... geplant durchführen, weil oft Kinderfragen kommen oder wir auf Ideen kommen und ich dann sage, das ist spannend und das verfolgen wir jetzt.

01:05:11: Und da lernen wir dann, wie man Briefe schreibt, oder da lernen wir dann andere Kompetenzen daraus, aber aus eben einer Neugierde und aus einer Suche.

01:05:21: Und ein Beispiel war das Thema Sinne, dritte Klasse.

01:05:27: Oder zweite Klasse.

01:05:29: Und wir haben uns ein Mausvideo zum Schall angeschaut und in dem Mausvideo war eine Frau in der unteren Ecke die Gebärdensprache gemacht hat.

01:05:38: Und ich hatte das Video bewusst ausgewählt, weil ich mir dachte, mal gucken, wie die Kinder reagieren.

01:05:44: Und die waren irritiert, die waren, was macht die Frau da?

01:05:48: Und dann meinte ich so, das ist eine Sprache.

01:05:52: Die Kinder waren so fasziniert davon und hatten so viele Fragen dazu.

01:05:57: Letzten Endes hat es sich etabliert, dass wir uns vor jeder Sachunterrichtsstunde mit Gebärdensprache begrüßt haben.

01:06:05: Dann durfte ein Kind auch immer vorkommen und die Kinder fragen, geht's gut?

01:06:11: Und die Kinder durften mal antworten, ja?

01:06:14: Und dann haben wir uns ...

01:06:16: Wie haben Sie es beigebracht?

01:06:18: Vormachen.

01:06:19: Ich hab's vorgemacht, ich hab nicht selbst informiert.

01:06:22: Ich hab mich darüber informiert.

01:06:24: Ich spreche sie nicht oder ich gebärde nicht fließend, aber die relevanten Dinge, die ich hatte, hab ich mir dann beigebracht und hab auch nachgefragt bei Menschen, bei denen ich weiß, dass sie es können.

01:06:37: Und hab dann Bildkarten erstellt und hab die zur Verfügung gestellt, wenn die Kinder sich nicht mehr sicher waren, konnten sie sich's angucken.

01:06:47: Wir haben das wahnsinnig schnell auch gelernt und dann haben wir uns auch ein schönes Wochenende gewünscht und es hatte sich so etabliert.

01:06:56: Und dann kam es dazu, dass wir im Theater waren und dann mit dem Zug zurück an die Schule gefahren sind und drei Kinder saßen in so einem Vierabteil mit einer Frau.

01:07:06: Und es hat sich rausgestellt, die Frau hat eine höhere Beeinträchtigung und spricht Gebärdensprache.

01:07:13: Und die Kinder waren natürlich begeistert.

01:07:15: Und die Frau war natürlich, also ist aus allen Wolken gefallen.

01:07:19: Und die Kinder waren mit so einer Begeisterung da und haben gesagt, Frau Glossier, und wir haben Gebärdensprache gesprochen.

01:07:27: Und mein Papa hat auch schon erzählt, dass ich Gebärdensprache spreche.

01:07:31: Und es war so eine Begegnung, wo ich mir dachte, es war nicht geplant.

01:07:35: Welche?

01:07:36: wie sich das auswirkt und zwar aber einfach so ein Ort und das natürlich macht mich das auch glücklich.

01:07:42: Natürlich denke ich mir so toll.

01:07:44: Also wie schön, dass sich das so ergeben hat.

01:07:46: Aber es war reiner Zufall.

01:07:49: und trotzdem dachte ich mir, das ist wahnsinnig toll und hat funktioniert.

01:07:56: weil ich mich in dem Moment darauf eingelassen habe, was die Kinder interessiert, was sie beschäftigt und dem auch nachgegangen bin.

01:08:03: Dass ich das ernst genommen habe und gesagt habe, ich glaube, das ist eine gute Sache.

01:08:09: Das verfolgen wir jetzt mal.

01:08:13: Das war für mich eine Erfahrung, die ich gemacht habe, die mich wahnsinnig darin bestärkt hat zu sagen, ich lasse mich auf Dinge ein.

01:08:21: Ich weiche von wegen ab und es hat für mich auch einen gesellschaftlichen Wert, das zu verfolgen und nicht nur zu sagen, aber das muss jetzt gemacht werden, sondern mal schauen, dass sich daraus ergibt.

01:08:40: Super schöne Geschichte.

01:08:42: Erzähl' ich auch Romi da gerne.

01:08:45: Einfach, ja, weil sie für mich wahnsinnig einprägsam war, weil sie für mich ganz viel gemacht

01:08:53: hat.

01:08:53: Ich find's insofern auch Romi gut.

01:08:55: ... weil es auch nochmal diese ... ... das junge Menschen einfach schon früh lernen, ... ... dass es Perspektiven gibt, ... ... diese vielleicht für sich erst mal nicht erschließen.

01:09:04: Und wenn sie die Perspektiven aber dann kennen, ... ... dass sie dann wiederum Dinge dann sehen, ... ... die andere nicht sehen ... ... und brennt sich auch so Brücken bauen.

01:09:10: Das heißt, ... ... in die Brücke zu der Frau in der Bahn ... ... hätte nicht geschlagen werden können, ... ... hätte sie in dem Fall das nicht bei dem Unterricht gelernt ... ... und verstanden, dass in dem Fall auch ... ... eben so mit Menschen produziert werden kann.

01:09:21: Ist für mich das schon eine Sache, ... ... nämlich im Kontext von Social Media.

01:09:23: Das heißt, ich ... Seit X Jahren habe ich angefangen eben zu, bei Posten, bei Textplattformen, also Blue Sky oder Mastaron, dass ich da einmal den Text verfasse, sodass ein paar Menschen eben die, die nicht lesen können, dass sich auslesen lassen können, was das auf dem, also diese Bildbeschreibung einfach.

01:09:45: Und selbst jetzt mache, denke ich, das ist immer automatisch mich immer mit.

01:09:49: Und ich merke aber, dass dadurch sich einfach meine meine Art, Dinge zu posten oder Dinge zu kommunizieren, noch mal verändert hat.

01:09:56: Und ich mein wirklich so, mich auch selbst zwinge, die Perspektive mitzudenken, die sonst mit nicht mitgedacht habe.

01:10:01: Und es ist aber gut.

01:10:02: Und deswegen ist so der Punkt eben so schauen, also ich habe jetzt aus der Geschichte nichts wieder rausgezogen.

01:10:07: Weil die Frage ja, wie kommen wir dahin, dass wir noch mehr eben Begegnungsräume schaffen und das ist ja auch wiederum zu sagen, du brauchst Brücken, um die Leute beginnen zu können, weil eine Sprache kann ja auch eine Barriere sein.

01:10:18: Deswegen hast du vielleicht noch mal eine Idee, wie man, was man jetzt seit Stadt oder Stadtgesellschaft tun könnte oder welche Unterstützungen es braucht, dass Menschen vielleicht sich noch mehr so fallen lassen, so von Wegen, wie du gesagt hast, abkommen, mal andere Sachen machen.

01:10:33: Was könnten so Dinge sein, die man, die mir leicht irgendwie hineingeben könnte und unterstützen könnte, dass Menschen auch diesen Weg gehen?

01:10:45: Also, das Thema Sprache ist für mich ... hat eine hohe Priorität, einen hohen Stellenwert.

01:10:54: Bevor ich Lehramt studiert habe, auch Sprachen studiert und wollte eigentlich mal Übersetzerin und Däumatscherin werden, weil ich auch sehr schnell für mich gemerkt habe, Kommunikation ist so wichtig und so sensibel gleichzeitig auch.

01:11:09: Ich kann mir vorstellen, dass vieles über Sprache geht, sei es einfache Sprache.

01:11:18: Wie kann ich das noch formulieren?

01:11:20: Das ist ja auch eine Übung mit Kindern.

01:11:24: Es ist eine Übung, wenn ich merke, ich komme in ein anderes Land und ich bin wahnsinnig dankbar, wenn die Menschen in der Sprache langsamer sprechen, andere Worte verwenden, damit ich auch kognitiv das verarbeiten kann und verstehen kann in einem gewissen Maße.

01:11:42: Das ... gibt mir natürlich auch viel mehr Sensibilität, wenn ich Menschen begegne und ich weiß, okay, die Sprache, die ich gerade spreche, ist nicht ihre Muttersprache, ist nicht eine Sprache, in der sie sich sehr fließend und leicht und niederschwellig bewegen.

01:11:58: Da habe ich das Gefühl, ich kann sensibel auf Menschen eingehen.

01:12:04: und mich auf unterschiedliche Arten der Kommunikation, aber auch auf Sprache einlassen.

01:12:09: Und kann fragen, wie sagt man das denn auf einer anderen Sprache?

01:12:14: Oder wie könnte ich das anders formulieren?

01:12:20: Du hast gerade nicht verstanden, was ich gesagt habe.

01:12:22: Wie könnte ich das nochmal anders sagen, dass ... dass du mich besser verstehen kannst.

01:12:28: Nicht so, ja, wie so verstehst du das nicht.

01:12:31: Das ist, glaube ich, dann ist es natürlich auch immer wieder so, ich möchte auf keinen Fall Menschen zwingen, in solche Begegnungen zu gehen und Hürden können die unterschiedlichsten Gründe haben.

01:12:45: Ich habe wirklich den Eindruck, ganz viel ist auch das Mitnehmen, das Begleiten, das auf die andere Person eingehen und sagen so.

01:12:56: Vielleicht wird was beobachtet, was an einem öffentlichen Ort schon mal da ist.

01:13:00: Ah, viele Instrumente.

01:13:02: Und dann steht eine Person da, die beobachtet es von fern ab und dann kann man auf die Person zugehen und sagen, es ist spannend.

01:13:11: Was nimmst du denn gerade hier an dem Ort, an dem du stehst, gerade war?

01:13:14: Und ist das interessant?

01:13:15: Hast du gerade zeitliche Kapazität?

01:13:18: Also, ja, ich finde es auf der einen Seite schwer, auf der anderen Seite ... würde ich sagen, für mich selbst versuche ich immer die Verantwortung zu übernehmen, wie sehr nehm ich den Menschen war und wo kann ich Hürden abbauen, so gut es geht für die Person.

01:13:37: Und dann aber auch den eigenen Prozess zulassen und zu sagen, okay, bei manchen Menschen sind, die sind aus den unterschiedlichsten Gründen gerade nicht offen dafür, das ist auch in Ordnung.

01:13:48: Das darf auch mal reifen, das darf nur, weil ich jetzt sage, Begegnung ist ganz wichtig und Kommunikation ist ganz wichtig.

01:13:54: ... muss ich dann Druck aufbauen, dass das jetzt auch so stattfindet.

01:13:59: Also nicht erzwingen.

01:14:01: Nicht erzwingen, ja.

01:14:02: Aber trotzdem ... nicht aber.

01:14:05: Und trotzdem auch immer wieder ... Orte zu schaffen, in denen man das vielleicht sieht.

01:14:10: Und man läuft vielleicht vorbei.

01:14:11: Und

01:14:11: die einladen vielleicht um.

01:14:12: Genau.

01:14:13: Und deswegen finde ich öffentliche Orte, die sowas ermöglichen, auch so wichtig, dass man sagen kann, okay, wenn man sowas schon mal sieht ... Du bist man vielleicht irritiert.

01:14:24: Am zweiten Mal ist man vielleicht neugierig und dann ...

01:14:26: Am dritten Mal geht man hin.

01:14:27: Genau.

01:14:32: Ich habe glaube noch zwei offene Fragen.

01:14:34: Die eine ist, hast du eine Frage an mich, im Kontext dieser OB-Wahl?

01:14:40: Ob es in der Bordekandidatur oder OB-Wahl an sich?

01:14:44: Und die letzte Frage ist dann noch, gibt es ein Thema, wo du sagst, das habe ich im Vorfeld irgendwie ein paar Gedanken dazu gemacht.

01:14:51: Mir sind sie nicht draufgekommen oder nicht drauf zu sprechen gekommen, aus welchen Gründen auch immer.

01:14:55: Und dann würde ich es gerne jetzt platzieren, dann werden mich genauer in der Raum dafür da.

01:15:02: Also was ich mich natürlich auch immer wieder frage, im Lehrberuf bin ich wahnsinnig eingebunden in die Lebensrealität der

01:15:11: Kinder.

01:15:11: Ich bin

01:15:12: an der Schule, ich bin Ansprechperson, ich trage eine Verantwortung.

01:15:16: Und ich organisiere aber auch mit Kolleginnen und Kollegen das ganze schulische Drumherum mit und bin da sehr präsent.

01:15:25: Und da ist es natürlich auch leicht zu sagen, es gibt Strukturen, gerade auch die, die in der Politik gesetzt werden, Entscheidungen, die getroffen werden, da stimme ich mit der Lebensrealität an der Schule nicht überein.

01:15:40: Und da interessiert mich das schon ... Wie kann es dazu kommen, dass da so eine Dissonanz entsteht zwischen vielleicht politischen Entscheidungen, die getroffen werden müssen, bei denen sich vielleicht auch Politikerinnen und Politiker auseinandersetzen müssen und dem, was aber Lebensrealität ist?

01:16:01: Wie kann das entstehen?

01:16:03: Vielleicht hast du da mehr Einblick gerade auch aus deinen Perspektiven.

01:16:09: Wie kannst du die Dissonanz beschreiben, damit ich genauer weiß, was du meinst?

01:16:16: Zum Beispiel habe ich das Gefühl, die Personallage an Schulen ist oft dramatisch.

01:16:23: Und so gerade im pädagogischen Wirken, bei dem man sagt, uns wird es entlasten, noch eine zusätzliche Lehrkraft zu haben.

01:16:32: Und dann sagt die Politik, das ist nicht möglich, das sind keine Gelder für da.

01:16:35: Und es brennt an anderer Stelle.

01:16:40: Und ich sehe das, genau.

01:16:42: Und gleichzeitig denke ich mir, wo kann man sich da begegnen?

01:16:48: Boah, das ist eine mega komplexe Geschichte, weil du, also komplex deshalb, weil es einfach so verschiedene Systeme sind, die sich da bedingen und da zusammenhängen einfach.

01:17:00: Das heißt, als Beispiel, du hast zum einen eine Partei.

01:17:05: die vielleicht an der Regierung ist.

01:17:07: Und der Partei selbst ist ein eigenes System mit einer eigenen Logik, mit eigenen Strategien und Strukturen und Prozessen, die die größten, also ein Großteil der Menschen nicht kennt.

01:17:17: Das heißt, das ist schon etwas, was man da nur kennenlernen kann, wenn man da drin ist.

01:17:21: Also ich glaube nicht etwas, was allgemein bekannt ist.

01:17:23: Dann wiederum mit, stell dir vor, die Partei ist aber jetzt nicht allein regierend, sondern mit anderen Parteien, da hast du schon wiederum Kompromisse wurde halt die zwei da drauf gucken plus die sind ausgesetzt in der opposition die zum Beispiel den gelangen sagt die wiederum eine Auswirkung auf das haben was die im Prinzip machen.

01:17:39: das so in dem fall wiederum das ist die systeme von ab der partei.

01:17:42: es heißt politisch im sinne von du hast jetzt irgendwie alle vier oder fünf jahre wahlen dann ziehen wir die vier jahre für mich aus und dann sagst du eben okay das erste erbrauchen die berein zu kommen dann hast du im Endeffekt zwei Jahre was wirken kann bewirken kannst und hast du wieder ein bisschen mit dem Wahljahr.

01:17:58: Das heißt, du hast einen sehr kurzen Zeitspanne, wo du eigentlich was umsetzen kannst.

01:18:02: und wenn man sich so die Sachen anschaut, die du jetzt gerade angesprochen hast zum Beispiel, sind das Dinge, die eigentlich langerhand geplant werden müssen, umgesetzt werden müssen.

01:18:09: Das heißt, gerade im Bildungskontext geht nicht viel.

01:18:13: Hab tatsächlich selten so was widersprüchiges gehört wie im Bildungsbereich, wo Leute immer sagen, im Politischen sagen Leute immer, mit Bildung gewinnt so keine Wahlen.

01:18:21: und zeigt gleich sagen, eine Bildung ist das das Thema.

01:18:26: Also dann merkst du, diesen Widerspruch würde an der Stelle.

01:18:29: Und so ist tatsächlich jetzt runtergebrochen, natürlich auch im städtischen Kommunalen genau das Gleiche.

01:18:33: Das heißt, da vielleicht nochmal komplexer, weil dazu ist nicht wirklich eine Partei, so ist in dem Fall ganz viele verschiedene Fraktionen und auch Listen.

01:18:40: Und das macht es dann nochmal ein bisschen komplexer und das ist auch nicht ganz so zu vergleichen, wie die Landes- und Bundesebene.

01:18:46: Aber es ist tatsächlich vom Prinzip erst gleiche.

01:18:48: Das heißt, dass eigentlich Menschen gefangen in Systemlogiken, die teilweise sich widersprechen, unterschiedlich sind und eigentlich wenig Gestaltungsspielraum da zu lassen.

01:18:58: und zeigt euch auch einen Kernproblem, was man vielleicht rausschälen könnte, wer schon beschrieben hat, dass sich Menschen etwas einlassen oder mal stehen bleiben und gucken.

01:19:10: So war für mich mehr der Punkt.

01:19:12: Weil ich hab auch gefragt, was kann man eigentlich tun?

01:19:14: Und ich glaub schon, dass ein zentraler Spektas Menschen irgendwie immer weniger Zeit haben.

01:19:17: Und das Gefühl haben wir, weniger Zeit zu haben.

01:19:20: Und ich glaub, im politischen Bereich spielt's auch mit einer Rolle.

01:19:23: Das heißt, ich erlebe schon Leute, die eigentlich auch eher immer weniger Zeit haben.

01:19:27: Und eigentlich brauch ich zur Zeit, um mal über Dinge nachzudenken, mal Dinge zu verstehen.

01:19:31: Das heißt, wenn ich zum Beispiel, ich hab wirklich viele Politikerin schon von der kommunalen bis zur Bundesebene beraten.

01:19:37: Oder die folgen für mich einfach dann wissen, wie ich das sehe.

01:19:41: Und dann haben die immer so, also was häufig gefallen ist, der Satz war, wie kann ich mit einfach weniger Ressourcen was schnell was irgendwie umsetzen.

01:19:49: Also so kleine Gewinne irgendwie einzufahren.

01:19:52: Und es ist nicht etwas, was halt wiederum das transparent war, was ich meine.

01:19:55: Das heißt, du siehst also wie Politik funktioniert.

01:19:58: Das große ist wesentlich wirklich angegangen, weil man einfach sagt, ich kann vielleicht den Zeitraum das nicht machen und wenn ich es aber das angehen würde, würde ich nicht gewählt werden.

01:20:07: Und das ist so ein Aspekt, wo ich sagen würde, Das hemmt natürlich dann einfach auch in die Gesellschaft Probleme anzugehen, die gelöst werden müssten.

01:20:16: Als ob es die Klimakrise, die Demokratiekrise, was auch immer für Krisen sind, merke ich schon, dass eben komplexe Geschichten sind, wo einfach dann Zeit und Raum und so weiter bräuchten.

01:20:24: Aber die Systeme und die Idee von Leuten, die sie an ihre Rolle haben, einfach dies nicht hergeben.

01:20:30: Und es macht seinen Willen um schwer.

01:20:31: Das heißt, du brauchst eben schon Zeiträume, die wieder geschaffen werden oder halt Politiker ein, die bewusst damit brechen und sagen, ich nehme die Zeit und dann werde ich gleich nicht gewählt.

01:20:41: Aber ich glaube, es ist notwendig, dass wir vielleicht einen Planeten retten, auf dem wir leben, weil vielleicht mit unserer Existenz zu tun hat, das wäre zum Beispiel so eine Idee, die man haben könnte.

01:20:51: Also ich hoffe, dass es ein bisschen klarer ist, wieso es dazu kommt.

01:20:56: Und wenn du anderen, also im Kontextpolitik, dann anderen Menschen begegnest, wie nimmst du da Diskussion wahr?

01:21:05: Wie ist das für dich, damit Menschen zu begegnen, sozusagen, die vielleicht auch eine andere Perspektive haben, die eine starke andere Meinung vertreten?

01:21:15: Ist das immer spannend?

01:21:17: Ist das immer, ja, perspektiven erweitern?

01:21:20: Ist das manchmal auch ... Negativ irritierend, oder?

01:21:25: Ich rede tatsächlich gerne mit Leuten, die ohne andere Meinung sind.

01:21:27: Ich kenne auch echt einige Leute.

01:21:29: Ich kann mich jetzt nicht beklagen, wie oft höre ich.

01:21:31: Ich kenne die anderen Perspektiven, die ich kenne, Leute, die sehr, sehr andere Perspektiven als ich haben.

01:21:36: Und ich diskutiere auch gerne mit denen.

01:21:38: Das heißt, es ist tatsächlich etwas, was mich dazu zwingt.

01:21:45: meine Position zu überdenken und mich dazu zwingt auch vielleicht meine Vorteile zu überdenken und vielleicht alles was du vorhin beschrieben hast ganz am Anfang mit.

01:21:53: Warum um herauszufinden wieso der Mensch so denkt ist das was mich immer antreibt.

01:21:57: das heißt ich merke dann schon ich versuche mal zu trennen zwischen das was der politisch gesagt hat.

01:22:02: Und ich möchte rausfinden, wieso hat er es gesagt?

01:22:04: Wieso glaubt er, dass diese Maßnahme die richtige Maßnahme ist?

01:22:07: Und dann liegt meistens einige Schichten darunter.

01:22:09: Und das sind so Schichten von Angst, Erfahrung, irgendwelche Druck und so weiter.

01:22:13: Und wenn ich dann diese Sachen weiß, dann kann ich tatsächlich erst im nächsten Schritt dran arbeiten an dieser Maßnahme, die die Person vorgeschlagen hat.

01:22:21: Das heißt, wenn jemand sagt, ich würde das die AfD wählen, weil ... und dann sei nicht die AfD ist doof, sondern dann möchte ich wissen, wieso wird sie den wählen?

01:22:28: Und dann, wieso glaubst du, dass das das richtige ist?

01:22:30: Wieso glaubst du?

01:22:31: Und dann, wenn ich so dieses, warum komme, dann erfahre ich tatsächlich dann eben, Erfahrung, X, Angst, Y und so weiter.

01:22:38: Und dann kommt tatsächlich, dafür muss das Gespräch auch ganz anders.

01:22:40: Und vor allem die Person merkt dann dann auch wiederum, dass es mir nicht darum geht, irgendwie recht zu haben, so eigentlich sie zu verstehen.

01:22:46: Und allein das ändert schon das Gespräch grundlegend.

01:22:50: Und das ist aber für mich so der Punkt, wo ich sagen würde, wo ich jetzt eher so als unangenehmer finde, oder nicht unangenehm, sondern demokratisch schwierig ist.

01:22:59: dass Politiker in, egal auf welcher Ebene, auch wiederum eine Rolle haben von sich und auch die mit Leben füllen, die eigentlich das nicht zulassen.

01:23:11: Das heißt, also zum Beispiel, Jetzt waren die ganzen Neujahrsempfänge von Burgerfein und so weiter.

01:23:18: Ich habe versucht, viele mir anzuschauen, so viel ich konnte, wo ich in Freiburg war.

01:23:22: Ich war jetzt viel unterwegs, aber da war ich hingangs mit mir anzuschauen, um so als Beobachter zu gucken, wer kommt dahin, was wird gesprochen, wer spricht mit wem.

01:23:30: Und habe ich schon gesehen, wiederum dieses Hopping.

01:23:32: Das heißt, dass dann Politikerinnen eben so von Empfang zu Empfang so gesprungen sind.

01:23:37: Teilweise sind dann nur kurz da waren, wieder da weiter mussten.

01:23:40: Und es war für alle im Raum irgendwie scheinbar in Ordnung.

01:23:42: Es ist üblich so, dass Politikerinnen kommen und gehen.

01:23:45: Und ich kenne es auch aus anderen Veranstaltungen genauso, weil ich auch selber im Bildungsfonds unterwegs bin und bei Events kommen und Politikerinnen halten die Reden gehen dann.

01:23:51: Wo ich immer denke, also aus meiner Perspektive heraus, demokratisch betrachtet und für das Thema oder für die Sache fürs Zusammenkommen, würde ich sagen, ich würde darauf verzichten.

01:24:01: Das heißt, wenn du nur kommst, um eine Rede zu halten, dann komm nicht.

01:24:05: Das heißt, das Spannende ist eigentlich dann, ich hab es immer wieder auch von Leuten auch, die das dann auch kommunizieren, nachgangen, die Person X war nur da und da ist sie gegangen.

01:24:13: Aber ins Gespräch, der Log ist mit uns nicht gegangen.

01:24:15: Und das ist genau das, wo ich sagen würde, dann mach doch lieber, ich verstehe das nicht, weil viele Termine hast, aber das geht halt nicht.

01:24:20: Also in diesem Punkt muss ich sagen, es geht nicht.

01:24:22: Und dann bleibt doch lieber einmal da, als in die fünf Termine zu machen, wo du nirgends bist.

01:24:26: Also lieber in einer Stelle wirklich sein, mit Menschen wirklich sprechen, die will ich wahrnehmen und zuhören, anstatt an fünf Stellen zu sein und nirgends gewesen zu sein.

01:24:34: Und ich bin mich irritiert, dass zum Teil Politiker in das machen und mich irritiert, dass Menschen das als normal akzeptieren und sagen, es ist in Ordnung so, weil es ist nicht in Ordnung so.

01:24:43: Ja, ja.

01:24:45: Das ... Du hast ja auch was mit Entschleunigung

01:24:48: vorhin

01:24:49: erzählt.

01:24:50: Das hast du.

01:24:53: Ich glaube, du bist auch darauf eingegangen, auch dieses ... Ja, genau, das mal sacken zu lassen.

01:24:59: Dass man sich Zeit zu nehmen, über was nachzudenken.

01:25:01: Und da denke ich auch, es ist so ein großes, großes Thema.

01:25:07: Ich merke das bei mir selbst.

01:25:09: Ich bin ... trotzdem auch noch vierneunziger Jahrgang und aufgewachsen ohne Handy.

01:25:16: Wir gehen auf die Straße, wir klingeln bei unseren Freundinnen und Freunden und fragen, ob die gerade Zeit haben und dann spielen wir dort.

01:25:23: Und dann aber auch den Wandel wahrzunehmen, was sich durch das Internet, durch Smartphones, alles verändert an Möglichkeiten, an Herausforderungen auch.

01:25:33: Und ich merke immer wieder meine Aufmerksamkeitsspanne.

01:25:37: ist immer wieder herausgefordert.

01:25:39: Wie schnell und wie ... Ich glaub, es war Silvester, es war der erste Januar.

01:25:47: Ich hatte schon ganz lange Wolle und hab gedacht, ich fang jetzt mal wieder an zu stricken.

01:25:51: Dann hab ich das nicht hingekriegt.

01:25:53: Und dann war es dieses ... halte ich das jetzt aus, dass ich das nicht schaffe und dass ich mir das wirklich aneignen muss.

01:26:01: Und dass ich wieder und wieder ... so tiefgehend in den Lernprozess reingehen muss, bis ich es schaffe.

01:26:07: Und das war für mich eine wahnsinnige Herausforderung.

01:26:11: Am Ende ging es und das Resultat war nicht erste Sahne, aber es war was.

01:26:17: Und ich war danach richtig angestrengt, wo ich gemerkt hab.

01:26:20: So schnell, wie ich an Informationen komme, ohne dass ich mir die Zeit nehme, sie tiefgründig zu recherchieren.

01:26:28: So schnell, wie alles passiert, so schnell, wie ich Zugang zu unterschiedlichsten Content habe, so schnell wie die Welt sich dreht und so schnell wie ich manchmal auch zwischen Gedanken hin und her springen muss.

01:26:44: Es betäubt mich auch auf einer

01:26:46: anderen Weise.

01:26:47: Und auf der anderen Seite kann es auch beängstigend sein, mal zu entschleunigen und dann zu sagen, okay, was steht denn eigentlich dahinter?

01:26:54: Weil es dann wirklich auch relativ schnell in die Tiefe geht.

01:26:58: Und das ist, glaube ich, in der Auseinandersetzung mit mir selbst und auf jeden Fall auch in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen.

01:27:08: Weil ich das auch als so wichtig empfinde, okay, was passiert denn?

01:27:13: wenn man sich Zeit auf einmal nimmt für andere Menschen und was verstehen will, Fragen stellt.

01:27:20: Also das merke ich auf Partys, das merke ich in der Familie, das merke ich im Umgang mit Freunden, die ich schon sehr lange und sehr gut kenne, was das für einen Unterschied macht, wenn man von sich selbst erzählt und wenn man sich updated oder so erzählt, was gerade eigentlich los ist und wenn dann auch einmal Nachfragen kommen.

01:27:42: merkt, die Person hat gerade Interesse daran.

01:27:46: Das, was ich gerade erzählt habe oder möchte das verstehen, genau.

01:27:49: Und ich finde, das hat das Potenzial ganz viel Energie geladene Positionierung zu entkräften, weil die Abwehrhaltung, weil die Rechtfertigungshaltung rausgenommen wird und man kann mehr erzählen, so ein bisschen.

01:28:11: Auf der anderen Seite denke ich mir immer wieder, es gehören beide Parteien dazu in der Begegnung, okay, sich auch auf so was einzulassen, auch auf so ein Maß.

01:28:20: Und ich finde, die Art der Kommunikation, wie schnell fällt dir auch in der Hierarchie, dass eine Person sagt, ich möchte gewaltfrei kommunizieren.

01:28:30: Und dann ist es so, ja, hier, jetzt muss ich mich dem anpassen, wie du kommunizierst, hab ich in meiner eigenen Familie auch schon oft erlebt.

01:28:38: So, jetzt kommst du hier wieder mit dem.

01:28:41: wie das formuliert werden soll und das gewaltfrei.

01:28:44: Und ich möchte jetzt einfach mal sagen, was ich denke und fühle.

01:28:48: Und dann bin ich mir so, wow, da habe ich jetzt gerade wirklich einen Anspruch gestellt oder einen Wunsch geäußert, der schon wieder als Angriff war, weil es natürlich mein Wohlfühlraum ist, so zu kommunizieren, weil ich mich so viel damit auseinandergesetzt habe.

01:29:03: Und das empfinde ich als ... Wahnsinnig sensibles Aushandeln

01:29:10: auch.

01:29:10: Das finde ich spannend und herausfordernd zur gleichen Zeit auch.

01:29:14: Ich

01:29:14: glaube sowieso, noch normal, auch so ein Generationkonflikt in dem Sinne, dass man einfach anders sozialisiert wurde.

01:29:21: Das heißt, ich merke schon, wenn ich es dir zuhöre, merke ich schon, das ist nicht meine Welt.

01:29:25: Ich bin nicht so groß geworden.

01:29:27: Aber jetzt gar nicht iwertend, sondern einfach nicht, also... Wenn ich meine Eltern anschaue, mich anschaue, dich anschaue und dann die, die diesen Wandel sehe, ist ja so krass.

01:29:40: Also das heißt zum Beispiel jetzt, meine Eltern mussten sich einfach irgendwie um Essen, also grundlegende Dinge im Prinzip Sorgen machen vielleicht.

01:29:48: Bei mir war es dann schon besser.

01:29:51: Aber ich konnte dann schon anfangen, so ein bisschen über mich nachzudenken.

01:29:54: Und jetzt, wenn ich jetzt an dir zuhöre oder vielen Menschen, wie dir zuhöre, merke ich so eben, du hast dich wahnsinnig stark mit dir auseinandergesetzt.

01:30:01: Und es entdeckt der Konflikt, wo ich sagen würde, man leicht natürlich dann sehr schnell dazu zu sagen, so wenn man jetzt in meinem Alter ist zu sagen, ja jetzt weiß das man irgendwie übertreibt oder dass man zu viel über sich selbst nachdenkt und nur ich, ich, ich, nun die anderen nicht wahrnimmt.

01:30:17: Und ich verstehe die Position.

01:30:21: und zeigt gleich ist aber so für mich der Punkt, wenn ich sagen würde, wenn man so viel nach vorne blickt, ist es ja eigentlich immer eine Entwicklung.

01:30:26: Und das meint ich da nicht immer eine bessere Entwicklung, weil du ja merkst, also zum Beispiel das, was du es beschrieben hast, es geht ja nicht nur darum, zu sagen, ich beschäftige nur mit mir, sondern es geht darum, wenn du dich besser verstehst, verstehst du auch andere besser und dann kannst du anderen besser begegnen.

01:30:41: Das heißt, es ist ja oder du hast ja vorhin erzählt diese Geschichte mit der Psychotherapie, dass Leute zum Beispiel irgendwie das eigentlich bräuchten.

01:30:49: Aber ich mache es, weil sie Angst haben, dann nicht Beamtinnen zu werden und so weiter.

01:30:53: Wo auch da zum Beispiel weiß, dass da so ein Stück mal da war, zu meiner Zeit, sowas zu tun.

01:30:57: Und ich aber jetzt merke, dass viel normaler und üblicher ist, das zu tun, weil man feststellt, das hilft mir.

01:31:02: Und dadurch kann ich je besser kommunizieren, dadurch fühle mich irgendwie besser mit mir im Reinen.

01:31:08: Und wenn ich halt, wie gesagt, diese Geschichte von Selbstliebe und wenn ich halt mich selbst nicht liebe, kann ich andere lieben.

01:31:13: Und drum finnste ich schon, wenn ich eigentlich ein bisschen gucke, ich bin so neidvoll drauf auf die Generation, dass ihr eigentlich dann wiederum einfach so aufwachsen konntet und aufwachst, eben Dinge besser zu können.

01:31:27: Ähm, als es vielleicht meine Grazionskonto ist.

01:31:30: Wir versuchen es irgendwie zum hohen Alter.

01:31:32: Ich bin ein hohen Alter.

01:31:33: Aber ich werde halb halb fünftig, weiß ich.

01:31:34: Ich bin halb bis halb ... halb bis Jahrhundert.

01:31:36: Ist schon ein Nummer.

01:31:37: Ist echt ein Nummer.

01:31:38: Ja, ja.

01:31:39: Aber es ist schon so ... Also, ich merk ... Also, meine Kinder nennen mich Rentner.

01:31:43: Deswegen, vielleicht hängt ja nichts auch daran.

01:31:46: Aber es ist echt so, dass ich's schon merke, mich kostet's doch deutlich mehr Kraft, mich dann auf solche Sachen einzulassen, als vielleicht jetzt einfach Menschen jünger sind.

01:31:55: Und das ist schon auch dadurch auch dem geschuldet, dass ich mal anders aufgewachsen bin.

01:32:00: Andere Sachen eben norm waren und ich mich einfach von Sachen lösen muss.

01:32:03: Weil sie hat ihm über Jahrzehnte einfach für mich erlebt, erfahren wurden, ob sie da verinnerlicht wurden.

01:32:08: Jetzt hab ich da was runtergeworden.

01:32:10: Entschuldigung.

01:32:11: Genau.

01:32:12: Und das wollte ich mal noch ansprechen, weil ich sie mal so spannend fand, wo ich gesagt hab, mit deinen Eltern gibt's einen Konflikt, ich kann's mir richtig vorstellen, wie das so abläuft.

01:32:20: Ja, ja, absolut.

01:32:23: Und ich mein, auch so viele wichtige Dinge, die du da ansprichst, das ist super wertvoll, finde ich, dass über eine Neurodiversität ganz anders gesprochen wird, das wahrgenommen wird, über Befindlichkeiten, über geschlechter Rollen, über das biologische, über das gesellschaftliche Geschlecht.

01:32:46: Also, wie sensibel das ist.

01:32:49: Und ich muss auch sagen, mit Anfang dreißig, Begegne ich auch wieder Menschen, jungen Menschen Anfang zwanzig und ich denke mir jetzt auch schon, das ist eine andere Generation.

01:33:04: Ganz andere Themen mehr.

01:33:05: und ich finde, Alter relativiert sich dann auch irgendwie.

01:33:09: Je älter man wird tatsächlich.

01:33:11: Aber ich mir jetzt einfach denke, das sind Lebenserfahrungen und Anfang dreißig hab ich früher als Kind und Jugendliche als ganz andere.

01:33:24: Das war alt.

01:33:25: Ich lebte vorbei.

01:33:26: Genau.

01:33:27: Da ist man ja dann erwachsen.

01:33:29: Da hat man ja dann schon alles rausgefunden.

01:33:31: Und auf einmal ist man in dem Alter und denkt sich, lebenslangs lernen, das ist ja anstrengend.

01:33:37: Aber es ist also relativierend.

01:33:40: Und ich bin in ... Ich durfte in einem Haus aufwachsen.

01:33:46: Wir waren vier Generationen unter einem Dach.

01:33:49: Und meine Großeltern, die eben ja dann auch in Freiburg alt geworden sind, kamen irgendwann zu uns.

01:33:57: Die Eltern meines Vaters haben auch bei uns gelebt.

01:34:01: Meine Kusine, meine Tante, die Kinder.

01:34:04: Wir haben alle wirklich in einem Haus gelebt mit mehreren Parteien, also mit mehreren Wohnungen.

01:34:11: Nichtsdestotrotz.

01:34:11: das war sein Haus.

01:34:12: Und es lief dann so ab, dass die Großeltern auf uns aufgepasst haben, wenn wir aus der Schule kamen und unsere Eltern noch gearbeitet haben.

01:34:23: Gleichzeitig hat sich das irgendwann gewandelt.

01:34:25: Die Eltern, wir wurden, dass wir uns irgendwann um unsere Großeltern gekümmert haben und unsere Eltern dann da auch vermittelt waren, vermittelt haben.

01:34:34: Und das war so eine ... starke Erfahrung und etwas, was mich wahnsinnig geprägt hat.

01:34:44: Und ich hab es geliebt, bei meiner Oma zu sitzen.

01:34:48: Die hat immer dieselben sieben Geschichten erzählt, auch mit dem gleichen Wort laut.

01:34:53: Und ich hab ja mal zugehört.

01:34:55: Ich wusste immer, in welcher Stelle stelle ich, welche Frage, welche Antwort kommt.

01:34:59: Und ich bin durch die Erfahrungen von Tod.

01:35:05: durchgegangen, das erste Mal mit sechs Jahren, als mein Großvater gestorben ist.

01:35:10: Ich hatte es wahnsinnig beschäftigt.

01:35:12: Meine Geschwister hatten einen anderen Umgang, hatten nicht einen Zugang, sind dann wieder weiter in die Schule gegangen.

01:35:20: Bei jedem Tod, zwei Tage zu Hause geblieben, war dann da mit dem Bestattungsinstitut und war so, wie funktioniert das jetzt?

01:35:30: Der Körper ist noch da und trauer und so.

01:35:35: und dann auf einmal erlebe ich uns wieder als Familie, wir sitzen zusammen.

01:35:40: Und wir können die Geschichten meiner Großmutter zitieren, nach dem Wort laut, weil wir sie oft genug gehört haben.

01:35:48: Das waren gute Geschichten.

01:35:49: Mit Einleitung, Hauptteilschluss, eine Anekdote und meistens ein witziger Ende, nach dem dann alle lachen konnten.

01:35:58: Und das ist einfach auch so was.

01:36:01: Bei dem ich merke, jede Generation ist in der Gestaltung von Gesellschaft so wertvoll und bringt eine Perspektive mit sich und nicht jeder entwickelt.

01:36:14: glaube ich, keine Entwicklung kann einseitig positiv betrachtet werden.

01:36:21: Abgeschlossen.

01:36:22: Absolut.

01:36:23: Und dieses sich mit sich selbst auseinandersetzen, es ist so wertvoll, es nimmt auch so viel Zeit in Anspruch, glaube ich.

01:36:31: Und gleichzeitig sehe ich das auch, was passieren kann.

01:36:35: wenn man in dem Studel ein bisschen gefangen hat und sagt, ich muss meine Grenzen wahren, ich muss meine Bedürfnisse äußern.

01:36:42: Und man fällt vielleicht auch ein Stück weit in den Studel, dann zu sagen, ich kann jetzt nicht auf dich achten.

01:36:48: Gar nicht, ne?

01:36:49: Weil das sind meine Bedürfnisse, die haben ja immer Priorität.

01:36:52: Weil es mir schon sowieso schon so schwer fällt, sie wahrzunehmen, sie zu kommunizieren.

01:36:58: Und da denke ich mir, da sehe ich auch einen Trend hin.

01:37:03: Ja, wir hatten wieder ein ... Ausfall vom Gerät, ich weiß nicht, was da los ist.

01:37:08: Ich werde's prüfen lassen, auf jeden Fall machen wir jetzt oder weiter im Gespräch.

01:37:12: Und kommen noch mal vielleicht doch zur letzten Frage.

01:37:17: Bevor ich die letzte Frage einleite, noch mal vielleicht so eine Quintessenz aus der Geschichte mit der Migration erfahren oder aufwachsen, zu sagen, das könnte ja auch etwas sein, was man als Stadt vielleicht fördern könnte, als man sagt, Es muss jetzt nicht nur biologisch familiär sein, aber zu sagen, dass da einfach in Gebäuden bewusst mehr Regenerationen drin und die irgendwie auch Begegnungsräume haben, sich unterstützen können und so weiter, damit Menschen einfach eine ähnliche Erfahrung haben oder machen können, die das hat.

01:37:49: Also es werfen mich jetzt aber nur weitere Ideen sozusagen, was man jetzt noch mehr stärker fördern könnte.

01:37:52: Ich weiß, dass es mehr Regenerationenhäuser gibt, aber vielleicht kommt es ja noch mal strategischer und noch vielleicht bewusster.

01:38:00: und die ausrollen über die ganze Stadt.

01:38:02: Absolut.

01:38:03: Und ich meine, Leben und mehr Generationenhäuser, in denen Menschen auch wirklich zusammenleben, hat ja auch was sehr Intimes.

01:38:12: Und manchmal ist es auch einfach grade nicht möglich, und da denke ich mir, grade auch Schule, da nehme ich ja die mehreren Generationen auch wahr.

01:38:23: Obwohl im Kollegium als auch eben, was ich vorhin gesagt hatte, bei der Leseförderung und das ... Ja, da einfach eine Mehrperspektivität reinzubringen auch.

01:38:34: Das kann auf der einen Seite empfinde ich das als wahnsinnig Mehrwert, eben Generationsübergreifend wahrzunehmen und dann natürlich aber auch ... Es gibt einen wahnsinnig tollen Podcast, der heißt, hundred-achtzig Grad, Stimmen gegen rechts und ... Da war bei einer Folge dieser Schüsselsatz The Power of Exposure und sich mit was auseinanderzusetzen.

01:39:04: Also Begegnung vielleicht auch ein Stück weit auch zu ermöglichen, bei der man vorher, also der man aus freien Stücken nicht nachgehen würde, zum Beispiel.

01:39:16: Und dann, was macht das denn, wenn auf einmal etwas Unbekanntes, ein Gesicht bekommt, ein Charakter, eine Lebensgeschichte, Hintergründe, Züge auch, die es so vermenschlicht.

01:39:31: Und da denke ich mir, das hat eine wahnsinnige Kraft auch, wenn Orte da geschaffen werden, um einfach mal zu begegnen und zu sein.

01:39:41: Ein sehr, sehr guter Freund von mir sitzt im Rollstuhl, unter anderem.

01:39:48: Also, wenn ich mit ihm durch die Straßen darf, über das Kopfsteinpflaster oder Straßenbahn nicht nehmen kann, dann sind das so wichtige Erfahrungen für mich, weil ich mir denke, die Barrierefreiheit, nach der ich suche, weil ich auf gewisse Arten und Weisen auch beeinträchtigt sein kann, Die erfüllen gar nicht diese Perspektivvielfalt, die Barrierefreiheit für andere Menschen bedeutet.

01:40:18: Und ich kann es ein Stück weit, ich kann mich in mein Kämmerlein setzen und darüber reflektieren, nachhaltiger und einprägsamer und manchmal auch leichter ist es, wenn ich mit Menschen unterwegs bin, die mir ihre Perspektive zeigen.

01:40:35: Das, ja, da einfach zu sagen, wie kann man da Neugierde schaffen, wie kann man Begeisterung schaffen, wie kann man niederschwellige Begegnungsmöglichkeiten schaffen, bei denen es möglich ist, finde ich super spannend.

01:40:52: Und auch das, was du gesagt hast, ja, dadurch zuhören, Fragen stellen, finde ich, ist ein sehr, sehr wohliger, sehr ... Leichter Zugang vielleicht auch dazu?

01:41:07: Also ich glaube, dass sich für mich jetzt irgendwie ein Gedanken, den werde ich ein bisschen länger beschäftigen.

01:41:11: Es ist tatsächlich die Frage, weil Schule schon so ein Thema ist, was jetzt ja auch vermehrt diskutiert wird.

01:41:18: Ich glaube, dass es verschiedene gründige Episodes so ist, also unter anderem auch Bildungspopulismus.

01:41:24: Weil es nicht so ein Positivergrund ist, aber ich glaube, dass ich auch vielleicht deswegen, weil es eben, das ist mir nochmal klargebaren Gespräch mit dir, eigentlich der eine einzige Irritationsraum ist, wo Menschen zusammenkommen, sonst nicht zusammenkommen, wo man hingehen muss.

01:41:39: Das heißt, ansonsten hast du ja die Auswahl immer, du kannst in den Verein gehen, musst nicht in den Verein gehen, du kannst in den Brust steigen, musst nicht in den Brust steigen.

01:41:45: Das heißt, du kannst eigentlich überall irgendwie entscheiden, wo du welchen Menschen begegnetest in der Schule, musst du's.

01:41:51: Und deswegen ist für mich so der Punkt, vielleicht ist das ja auch so eine Geschichte, wo dann eigentlich auch viel sich entlädt.

01:41:56: was eigentlich nicht woanders notwendig wäre, auch aufzugreifen.

01:42:01: Also, es wird mit dir jetzt noch länger beschäftigen, glaube ich.

01:42:02: Du wirst wissen, wie du es beschrieben hast.

01:42:04: Immer wieder, was Schule so leiser als Schule macht und mit der Zusammenkunft usw.

01:42:08: ist, dass ich eine Zentrale erkennt.

01:42:09: Das von vielen erkennt ich heute mitnehmen werde.

01:42:13: Die letzte Frage war, hast du noch ein Thema oder Gedanken, wo du gesagt hast, im Vorfeld haben wir da so ein paar Gedanken gemacht.

01:42:21: Und ich hatte aber nicht die Möglichkeit, das zu platzieren, aber jetzt der Raum.

01:42:28: Vorher Gedanken gemacht, tatsächlich gar nicht so sehr jetzt im Gespräch, aber habe ich auch immer wieder gemerkt, auch im Kontext von Schule und gerade was auch Bildungsangebote angeht.

01:42:45: So habe ich gemerkt, ja, auf der einen Seite ist es die Vorbereitung auf Inhalte, die in der Schule auch gelernt werden sollen.

01:42:55: geht es ganz basal um Lesen, Schreiben, Rechnen und so viel mehr.

01:43:02: Wie führt man Experiment durch solche Dinge?

01:43:05: Und ich merke aber auch immer wieder in meiner Tätigkeit ein Großteil des Unterrichts findet statt, dass ... Ich versuche, ich komme in ein Klassenzimmer und dann muss erstmal eine Lernatmosphäre geschaffen werden.

01:43:19: Man muss erstmal ankommen.

01:43:21: Ich muss ankommen, die Kinder müssen ankommen, auch sowohl, okay, hier ist mein Platz und jetzt haben wir Deutsch oder jetzt haben wir Sachunterricht.

01:43:28: und ich merke immer wieder, Rituale sind wahnsinnig wertvoll da.

01:43:35: Ich gebe meistens eine Inselzeit, in der die Kinder zehn Minuten Zeit haben, anzukommen und das zu machen, was gerade wichtig ist.

01:43:42: Und dann steige ich ein mit einem Lied und wir singen erst mal gemeinsam und das schafft den Rahmen.

01:43:47: Und dann wird besprochen, wer ist da, wer ist nicht da.

01:43:52: Wir nehmen unsere Gemeinschaft wahr und wir empfinden jedes Individuum als wichtig.

01:43:57: Und dann ... Was gibt es Wichtiges zu besprechen?

01:44:00: Gibt es Konflikte?

01:44:02: Wie gehe ich mit Konflikten um?

01:44:03: Und ich habe das Gefühl, das sind so viele Softskills, die nebenher sind.

01:44:09: Und mit denen ich mich in meiner Freizeit viel beschäftige, weil das für mich Themen sind.

01:44:17: Und ich mir immer wieder denke, das fand in meiner Ausbildung nicht genug statt.

01:44:23: Also, ich glaube, es ist ... hat auch Platz noch mal für eine weitere Folge zu sagen.

01:44:29: Wie könnte ich die Ausbildung für den Lehrberuf gestalten?

01:44:35: Ich würde das, glaube ich, einmal komplett umkrempeln auch.

01:44:38: Und nichtsdestotrotz denke ich mir, es ist ja auch eine sehr menschliche Themen.

01:44:43: Es sind Kompetenzen.

01:44:44: Ich glaube, es sind menschliche Kompetenzen, die für uns als Erwachsene wahnsinnig wertvoll sind im Umgang.

01:44:52: miteinander und für Kinder wahnsinnig wichtig sind.

01:44:56: Und dann ist die Schnittstelle wieder die Schule.

01:44:59: Wie kann ich als erwachsene Person das den Kindern mitgeben, wie solche Soft Skills, wie der Umgang miteinander in der Gesellschaft gelebt wird.

01:45:08: Und das sind ja wirklich auch Inhalte, die passieren nebenbei.

01:45:12: Man kann sich dafür die Zeit und den Raum schaffen.

01:45:15: Nichtsdestotrotz, okay, wie gehe ich mit Fehler um?

01:45:18: Kinder arbeiten an was und haben eine Frage.

01:45:20: Wie ermutige ich sie dazu, Fragen zu stellen?

01:45:22: Wie ermutige ich sie dazu zu sagen, das habe ich nicht verstanden.

01:45:26: Oder wie ermutige ich sie dazu zu sagen, das ist mir jetzt gerade wichtig.

01:45:32: Ich möchte jetzt gerade laut sein und das andere Kind sagt, ich brauche jetzt gerade Ruhe.

01:45:36: Nehmen wir Rücksicht aufeinander.

01:45:38: Wie kann das gelöst werden?

01:45:39: Also all diese Dinge finde ich wahnsinnig spannend und mir fehlt oft die einen Raum für Werkzeuge, eine Box mit Werkzeugen, aus denen ich schöpfen kann, wo ich das Gefühl habe, okay, da kann ich weiterkommen oder das wird mir mitgegeben.

01:46:01: als jemand der Fortbildung gibt, in dem Kontext sein zu sagen, was du machst, ist genau das Richtige, weil es gibt nicht diese Box mit Werkzeugen.

01:46:09: Also es gibt sie schon, aber so funktioniert es nicht.

01:46:12: Das heißt, der Prozess, dass du dem Werkzeug kommst, ist im Endeffekt zu entscheiden.

01:46:17: Weil darüber checkst du, dann verstehst du auch, wieso es wichtig ist, dieses Werkzeug zu haben, weil du selbst entwickelt hast.

01:46:23: Das heißt, Leute wollen bei Fortbildung mal haben, dass ich ihnen sage, welche Knöpfe sie drücken müssen.

01:46:28: Dann sag ich, das gibt's nicht.

01:46:29: Das heißt, Menschen sind, was ja selber gesagt, das heißt, soziale Interaktion.

01:46:33: Das heißt, immer was unterschiedlicher Zusammensetzungen von Menschen.

01:46:35: Und du kannst auch nicht so eine Blaupause haben und sagen, da drückst du da drauf und dann funktioniert es, sondern du musst dich darauf einlassen.

01:46:41: Und ich glaube, wenn so wie dein Ansatz bisher ist, was du bisher beschreibst, machst du es mal in der Sicht alles richtig.

01:46:47: Und du wirst dann selber für dich Werkzeuge entwickeln, die für dich dann passen, weil du einfach nochmal anders bist als gleich andere.

01:46:54: Und darum gibt sie das allgemeine Werkzeug auch nicht.

01:46:57: Und zeig gleich, als ihr zugehört habt, ich bin so spannend, dass du gesagt, dieses, wie hast du beschrieben, die müssen irgendwie ankommen, die müssen Fehler lernen, allein zu gestehen, die müssen irgendwie auch anderen zuhören oder es gibt verschiedene Bedarfe, Bedürfnisse und so weiter.

01:47:14: und alles, was du beschrieben hast, ... hast du immer gesagt, die Kinder, die Kinder ... ... und hätte die Kinder weggenommen, ... ... gesagt, die Angestellten ... ... hätte es eins zu eins genauso funktioniert.

01:47:22: Das heißt, ich finde es wiederum so interessant, ... ... dass etwas, was du jetzt beschreibst, ... ... als Soft Skills und etwas, was zum Nehmen herläuft, ... ... eigentlich das ist, was später unternehmen, ... ... ganz häufig für ganz viel Geld ... ... irgendwie externe Expertinnen reinholen, ... ... um genau das mit denen zu machen, ... ... was sie eigentlich in der Grundschule ... ... gelernt haben sollten.

01:47:38: Und das ist das, was für mich wiederum ... ... für mich wieder so klar geworden ist, ... ... an diesen Stellen, wo du beschrieben hast, ... ... wie viel wird eigentlich in dem Fall entlernt, ... was eigentlich wichtig ist für uns als Menschen.

01:47:48: Und wenn man jetzt wieder auf dieses Niveau geht und sagt, du guck mit Kindern, dann blickt man mal so dieses Autotistisch von oben drauf und ja.

01:47:55: Und im Prinzip merkst du, eigentlich geht's nicht um Kinder, es geht um Menschen, wie Menschen miteinander zusammenleben.

01:48:00: Und das, was für junge Menschen gilt, gilt für ältere Menschen genauso.

01:48:04: Das heißt, die gleichen Probleme hast du anders.

01:48:05: Welche sind Themen andere und die komplexen, die Strukturen komplexer?

01:48:09: Aber das Wesen, also das heißt, ist ja immer heruntergebrochen auf, wie gehen wir als Gemeinschaft miteinander um?

01:48:15: Wie kommen wir gemeinsam zu einem Ziel?

01:48:18: Und welche Rolle hab ich in dem Ganzen zum Beispiel?

01:48:21: Ich find echt spannend, dir zuzuhören.

01:48:25: Ja, und das ist für mich auch die... Ganz oft die Frage vom Huhn und dem Ei.

01:48:31: Wo beginnt das?

01:48:32: Das beginnt in der Grundschule.

01:48:33: Aber in der Grundschule gibt es ja die Vorbilder, die das beibringen.

01:48:36: Das sind erwachsene Menschen.

01:48:38: Wie stehen die erwachsenen Menschen in ihrem Leben?

01:48:41: Welche Erfahrungen haben sie gemacht durch ihre Ausbildung?

01:48:43: Dann kommen wir wieder an die Ausbildung und dann kommen wir an die Vorerfahrungen und an den Werdegang, an die Prioritäten einer Gesellschaft im Bildungskontext.

01:48:55: Also, ich finde, es bedingt sich alles so gegenseitig und es ist so schwer, da reinzuschreiten und zu sagen, hier setze ich jetzt an.

01:49:04: Und natürlich kann ich als Individuum sagen, das ist mir in meinem Unterricht als der Person wichtig, das setze ich durch.

01:49:11: Und ich habe da auch eine Meinung dazu und die vertrete ich auch.

01:49:17: gerate ich in Gesprächen, auch in Irritationsmomente mit meinen Kollegen und meinen Kollegen.

01:49:24: Und muss da wahnsinnig aufpassen zu sagen, das ist mir wichtig.

01:49:30: So wie du das machst, das ist dein Weg.

01:49:33: Und auch das, was du gesagt hast, das finde ich so inspirierend und auch so wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen.

01:49:40: Ja, man kann sich mit gewissen Themen auseinandersetzen.

01:49:45: diese Werkzeugkiste, die ich gesagt habe.

01:49:48: Man kann sich die Werkzeuge anschauen, man kann sich damit auseinandersetzen.

01:49:51: Und letzten Endes ist es aber auch wieder die Selbstbildung zu sagen.

01:49:55: Wer bin ich?

01:49:56: Und ich bin ein Individuum, das sich für Dinge begeistert, für Dinge einsteht, sich über Dinge Gedanken macht, über andere wiederum nicht.

01:50:06: Und ich wirke ... nach meinen Möglichkeiten und wie ich mich auseinandergesetzt habe.

01:50:12: Und das hilft, glaube ich, auch dieser Gedanke wahnsinnig, wenn man gerade vielleicht auch im sozialen Bereich mit Ansprüchen, mit Idealen konfrontiert wird.

01:50:24: die man nur bedingt in der Realität erreichen kann.

01:50:27: Und trotzdem sagt, eigentlich müsste ich doch jedes Kind wahrnehmen und auf alle Bedürfnisse eingehen können.

01:50:34: Und ich kann es einfach nicht.

01:50:36: Und deswegen fühle ich mich schlechter nach und sage, ich habe das Bedürfnis eines Kindes gesehen und ich konnte in dem Moment nicht drauf eingehen.

01:50:43: Wie furchtbar.

01:50:44: Und was macht das jetzt mit dem Kind?

01:50:46: Und da einfach auch zu sagen, ja, ich bin ich und ich bringe auch was mit, wie es mir gerade geht vielleicht, mit was ich mich auseinandergesetzt habe, mit was noch nicht.

01:51:00: Und wo ich auch sagen muss, ja, stimmt.

01:51:04: Das ist spannend.

01:51:07: Ich versuche so sensibel wie möglich zu sein.

01:51:10: Ich schaffe es nicht.

01:51:11: Ich würde niemals behaupten, ich habe über alles schon mal nachgedacht und habe für alles eine Antwort und eine Lösung, weil ich natürlich auch eine gewisse Ignoranz mitbringe über Perspektiven ... die mir noch nicht eröffnet wurden.

01:51:27: Ich nehme zumindest einen Gennagatoma für mich mit.

01:51:29: Ich war da als Leitbastel, glaube ich, für einen Vortrag.

01:51:33: Und zwar die Geschichte, mit dem wann ... ... Hände und Aiebro gemeint hast, wo gehe ich da rein.

01:51:39: Und ... ... im Prinzip ist es beruhigend nicht zu wissen ... ... es egal wo du reingest, du gehst richtig rein, weil ... Es ist so, man weiß, dass das, was in der Schule erfahren hast, prägt, was du wiederum später machst.

01:51:50: Das heißt, wenn du z.B.

01:51:51: sagst, die Schulen, die du hattest, und die werden später Lehrkräfte, die werden das, was sie bei dir gelernt haben, reproduzieren, oder das wird sehr stark prägen, was sie glauben, was sie in der Kraft auszeichnet.

01:52:01: Manchmal auch eben Gegenteile lernen.

01:52:04: Nach dem Motto, das möchte ich nicht sein, was ich da gesehen habe.

01:52:06: Aber das, was sie erfahren haben, prägt sie.

01:52:08: Also, d.h.

01:52:08: dementspringen du etwas, was du jetzt machst bei Schulen, wird das schon prägen, was die dann später für Lehrkräfte sein werden.

01:52:14: Andersrum, wenn du um die Lehrkräften, also im Studium reingehen würdest, mit denen was machst, wirst du um dann sie beeinflussen, dass sie wiederum anders mit Schülern arbeiten werden.

01:52:23: Das heißt, egal welcher Stelle du ansetzt, Du setzt richtig an.

01:52:26: Das heißt, weil es eben so ein Kreislauf ist, bedingt ja auch das alles wieder sich gegenseitig.

01:52:31: Und darum, du kannst eigentlich nur richtig machen.

01:52:32: Wichtig ist, glaube ich, nur, dass du es machst, dass du in dem Fall die Fragen stellst und eben die Frage stellst, was möchtest du eigentlich damit erreichen?

01:52:40: Welche Rolle habe ich darin?

01:52:41: Welchen Beitrag kann, möcht ich leisten, muss ich leisten?

01:52:44: Und das ist, glaube ich, das Wichtigste und eben nicht nur zu funktionieren, sondern Sachen, die einen Frage zu stellen.

01:52:51: Leute.

01:52:52: Gibt es irgendwas, das möchtest du nur sagen?

01:52:56: Ich glaube, ich habe schon sehr viel gesagt.

01:53:02: Ja, also ich möchte vor allen Dingen auch dir danken, dass ich zu Wort kommen durfte.

01:53:09: Und ja, ich bin immer wieder begeistert davon, wie viel Energie es geben kann, sich auf Gespräche einzulassen und ... Wir hatten es ganz am Anfang ja von Werten.

01:53:28: Ein Wert, der mir mitgegeben wurde, der für mich auch immer wieder Thema ist, ist auch die Demut.

01:53:34: Und ich merke immer wieder, es muss keinen religiösen Kontext für mich haben.

01:53:39: Diese Demut zu sehen, meine Perspektive, eine von vielen so wichtig sie auf der Welt ist, ist eben eine.

01:53:50: Und es ist so ... Neugier stillend oder so begeisternd auch immer wieder auf andere Perspektiven zu treffen, anderen Stimmen zuzuhören oder zu fragen, wie nimmst du eigentlich die Welt wahr und daraus selbst Schlüsse ziehen zu können.

01:54:14: Ich merke immer wieder auch, wenn ich über Zweifel in meiner Tätigkeit, in meinem Handeln spreche, mit anderen Menschen, die mir dann eine Resonanz geben, egal in welche Richtung das geht.

01:54:27: Ich kann da immer gestärkt rausgehen, weil ich das Gefühl hab, jetzt bin ich gerade ein Stück weit Menschen, aber auch der Welt begegnet und ich kann was damit anfangen.

01:54:35: Es ist nicht nur in meinem Kopf.

01:54:37: Und es ist nicht nur, wie ich das wahrnehme, sondern ich kann vieles in Perspektive setzen, wenn ich eben auch andere Stimmen zulasse.

01:54:46: Und es ist ... Das ist schön, das stärkt.

01:54:51: Danke dafür.

01:54:53: Lotte, ich hab zu danken.

01:54:55: Also, du denkst laut nach und lässt so Menschen teilhaben an dem, was du siehst, was du denkst, was du weißt.

01:55:04: Das macht das alles ... Bereichheit diesen Podcast möglich möglich, also Leuten klüger rauszugehen.

01:55:11: Ich gehe definitiv heute klüger nach Hause.

01:55:13: Deswegen vielen Dank dafür und weiterhin viel Erfolg bei dem, was du machst und dass du noch ganz viele Momente hast mit der Dame in der Bahn und alles Gute.

01:55:23: Dankeschön ebenso.

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