#deinfr Folge 26 – Geteilte Gestaltung. Gemeinsame Wirkung: Ein Gespräch mit Tanja Krase

Shownotes

In dieser Folge von #deinfr entwirft Tanja Krase die Vision einer Stadtgesellschaft, die aus einer klaren Haltung heraus handelt: Rechte Antworten gelten nicht als Lösung – stattdessen prägen gemeinsame Werte, Bildung und Erfahrung das politische Handeln. Politik definiert sich nicht über Abgrenzung, sondern über eine starke eigene DNA, getragen von Vertrauen, Vision und kontinuierlicher Transformation im Alltag. Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Institutionen arbeiten dabei eng vernetzt als gemeinsames Projekt zusammen. Im Mittelpunkt stehen soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt: Carearbeit ist sichtbar, anerkannt und fair entlohnt, der Wohlstand einer Stadt misst sich daran, wie es marginalisierten Gruppen geht. Bezahlbares Wohnen, gute Kinderbetreuung, nachhaltige und erschwingliche lokale Produkte sowie lebendige Stadtteile mit Gemeinschaftshäusern und echter Basisdemokratie prägen Freiburg. Eine aktive Zivilgesellschaft, sozial durchmischte Quartiere und eine an der Gemeinwohlökonomie orientierte Wirtschaft machen die Stadt für alle lebenswert – heute und in Zukunft.

Tanja hat u.a. über die Arbeit von Future F gesprochen: https://futur-f.org
und folgende Bücher in der Folge empfohlen:
* Alle Zeit – Teresa Bücker
* Kipppunkte – Georg Diez
* Why We Matter – Emilia Roig
* Radical Transformation – Lisa Jaspers, Naomi Ryland, Soraida Velazquez Reve

Die gesammelten Stimmen und Gedanken können Inspiration sein – für alle, die Verantwortung in und für Freiburg übernehmen möchten, vielleicht sogar für künftige Oberbürgermeister*innen, in Freiburg oder anderswo.
#deinfr möchte dazu anregen, eigene Visionen zu entwerfen, Mut zu fassen und sich nicht von pessimistischen Zukunftsbildern lähmen zu lassen. Der Podcast versteht sich als Beitrag zur Stärkung einer lebendigen Zivilgesellschaft – und damit auch der Demokratie.

Mehr Infos finden sich unter www.deinfr.de

Transkript anzeigen

00:00:01: Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Dein Fr.

00:00:04: Heute bin ich im Gespräch mit Tanja.

00:00:06: Tanja, wer bist du?

00:00:08: Hi, ich freue mich sehr hier, dass wir uns unterhalten und bin schon sehr gespannt auf die Fragen, die du mitgebracht hast und auf die Antworten, die wir gemeinsam finden.

00:00:17: Ich bin, das ist immer so eine sehr komplexe Frage, ich bin, ich würde sagen, zivilgesellschaftliche Akteurin und Unternehmerin in Freiburg.

00:00:29: Ich bin frei beruflich tätig und arbeite aber auch bei FUTO-F, sowohl in Anstellungsverhältnis als auch in der Geschäftsführung.

00:00:37: Und FUTO-F ist ein Social-Start-up, das sich einsetzt für Chancengerechtigkeit in der Arbeitswelt, speziell mit Fokus auf Gründung und Führung, also für Frauen und non-vinäre Menschen, die sich selbstständig machen wollen, die gründen wollen oder ein eigenes Unternehmen in die Welt bringen wollen.

00:00:56: oder in der Führungsposition sind, ja, vielleicht streben sie die auch erst an oder haben Gründungswunsch oder Gründungsidee und wir begleiten so unterschiedliche Stationen auf dem Weg.

00:01:08: Genau.

00:01:09: Was muss man noch über dich wissen?

00:01:13: Ich bin ziemlich starke Idealistin, glaube ich.

00:01:18: So der Prozess der letzten Jahre geht eigentlich immer mehr dahin, dass ich lerne, Realistin zu sein und gleichzeitig Idealistin, also nicht mein Idealismus über Bord zu werfen, sondern eigentlich mir die gesunde Portion Realismus zuzulegen, die ich brauche, damit ich eigenverantwortlich leben kann und gleichzeitig partizipativ in dem Maße tätig sein kann, wie ich das für wichtig und ja eigentlich grundlegend für unser Zusammenleben hier erlebe.

00:01:50: Ja.

00:01:51: Und es ist eine Gratwanderung.

00:01:53: Mhm.

00:01:55: Wo lebt so eine Freiburg?

00:01:56: Aktuell am Herrdamer Marktplatz mit so einem kleinen Balkönchenblick auf den Marktplatz.

00:02:00: Also sehr, sehr schön.

00:02:01: Und das wird jetzt noch fünf Tage sein.

00:02:05: Ende des Jahres strebe ich an, nach Strasburg zu ziehen.

00:02:09: Zum ersten Mal in meinem Leben, ich bin in Freiburg geboren.

00:02:12: Und merke, aber ich brauch mal so eine Randposition.

00:02:15: Und ... möchte vorm Dreiländereck profitieren.

00:02:20: weil das, glaube ich, einer der größeren Schätze auch unserer Region ist.

00:02:23: Und ich Frankreich tatsächlich als kulturell auch sehr nahe empfinde und gleichzeitig trotzdem so ein bisschen Straßburg noch mehr Tor zur Welt ist im Vergleich zu Freiburg.

00:02:32: Du sagst ein bisschen, Freiburg geboren ist.

00:02:34: Heißt, in welchem Stadtwerb bist du groß geworden?

00:02:37: Ähm, ich bin geboren im Stühlinge und mit ... Sechs Jahre sind wir nach Stegen gezogen ins Dreisamtal, weil ich viele Geschwister habe.

00:02:45: Und Wohnung mit vielen Geschwistern in Freiburg waren damals schon ein Hausnummer.

00:02:50: Ich komme aus einer Handwerker-Familie mit Vater als Maurermeister.

00:02:53: Meine Mutter war Apothekenhelferin und Hausfrau.

00:02:56: Das heißt, da haben wir dann in Stegen günstigere Wohnmöglichkeiten gefunden.

00:03:01: Da bin ich aufgewachsen.

00:03:03: Und dann in meinem Studium habe ich hauptsächlich in Zähringen gewohnt, immer.

00:03:08: Und bin dann aber so alle paar Jahre wieder zurück nach Kirchzaten, zum so ein bisschen ... ja, wieder in den Rand kommen, integrieren, glaube ich, ist das Bedürfnis dahinter.

00:03:17: Immer erleben in der Stadt und dann an den Randbereich und integrieren.

00:03:23: Sehr spannend.

00:03:23: Das passt ja schon ein bisschen vielleicht zur nächsten Frage.

00:03:26: Und zwar, was so die Werte sind, die dich antreiben?

00:03:29: Ähm ... Also als erster Wert kommt mir jetzt tatsächlich die Transformation.

00:03:37: Als ich so ein bisschen mir vorher Gedanken gemacht habe, wer ich bin und was mich ausmacht, kam mir zuerst die Partizipation.

00:03:45: Aber ich glaube tatsächlich, dass wenn wir zeitgemäß leben wollen und eine lebenswerte bunte und stabile, gesunde Zukunft haben wollen, dass das mit sich bringt, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln müssen, weil die Rahmenbedingungen sich verändern.

00:04:04: Und da gehört für mich ein am besten möglichst ganzheitlicher Ansatz von Veränderung dazu.

00:04:08: Also der Kopf mitnimmt, Gefühle mitnimmt, Körper mitnimmt, Systeme mitnimmt, Organisation mitnimmt, aber auch ganze Ökosysteme tatsächlich mitnimmt.

00:04:20: Das heißt, die Ganzheitlichkeit, die Transformationen sind ... Werte.

00:04:27: Und da gehört dann auch so eine Balance zwischen Außen und Innen für mich dazu.

00:04:31: Also wir haben glaube ich in unserer Welt viel Fokus auf dem Außen, wo gemacht wird und da kommen wir glaube ich manchmal selber nicht hinterher mit dem... integrieren.

00:04:39: Das wird so ein bisschen auch manchmal in den Privatbereichort gesourzt und ich glaube aber, dass sowohl Unternehmen davon profitieren, als auch ganze Regionen, wenn da immer mehr wieder gefädelt wird und geguckt wird, jetzt haben wir uns verändert, was bedeutet das und was, wo stehen wir und was brauchen wir aus dem Innen heraus eigentlich jetzt für die nächsten Schritte.

00:04:57: Das heißt, das Außen- und Innen verstehe ich dann so, weil dir das du von Systemen sprichst, heißt Innensystem, Auswärmsystem oder auch auch individueller Ebene.

00:05:06: Beides.

00:05:06: Also, in den Außen kann natürlich sein, was geht in mir vor, was geht um mich rum vor, was geht in meinem Unternehmen vor, was geht außerhalb am Rande von meinem Unternehmen in den Ökosystem.

00:05:17: Also, das geht um die Systemgrenzen, glaub ich dann.

00:05:21: Und ich bin ein System, aber auch ... Also, jede Bubble ist ein System, und da geht's einfach für mich drum, so Übergänge elegant zu gestalten, damit eigentlich kein Leidensdruck da ist, sondern Menschen Veränderungen als ... lebendig einfach als lebendigkeit empfinden können.

00:05:38: das heißt nicht dass sie immer angenehm ist aber dass wenn es sich auch intensiv anfühlt oder manchmal unangenehm das dem was gegenüber steht wo ich mich als selbstwirksam erlebe oder als proaktiv partizipativ und deswegen ich resilient bin.

00:05:54: jetzt

00:05:56: hast du vorhin noch ein begriff verwendet Den ich häufig, ich bin ja auch Referent für Digital Transformation und in dem Kontext erlebe ich häufig, dass Menschen den Begriff sehr gerne verwenden und häufig verwenden, aber ich dann gerne nachfrage, was verstehst du darunter?

00:06:08: Sehr gerne.

00:06:08: Genau und ich, deswegen dachte ich, nutzt sie gelegen, hat es eine Expertin, die mir sitzen habe, weil vielen Menschen eigentlich schwer fällt, tatsächlich zu verstehen, was Transformation bedeutet.

00:06:17: Und dann häufig, wenn ich dann zum Gespräch mit den Leuten bin, stelle ich fest, dass sie eigentlich gar nicht Transformation für sich so durchdacht haben, sondern eher einen Boost haben.

00:06:23: Also im digitalen Kontext ist dieses, dass du eigentlich etwas digital machst.

00:06:26: Verstehen Sie jetzt Transformation?

00:06:27: Ich sage Ihnen nie.

00:06:29: Das ist dann vielleicht ein bisschen automatischer oder effizienter, aber es ist kein Transformationsprozess.

00:06:35: Und da fand ich bisher diesen, es gab, glaub ich, von der Union.

00:06:38: In England, glaube ich, habe ich so ein Bild, so eine Präsentation gesehen, wo jemand den Schmetterling gewendet hat.

00:06:43: Das fand ich eigentlich ein gelb-grues Beispiel.

00:06:45: Man sagt von der Raupel zum Schmetterling ist ein Transformationsprozess.

00:06:48: Und dann das zu übertragen, was heißt es eigentlich für uns?

00:06:51: Das heißt, was ist bei uns jetzt die Raupel und wer ist der Schmetterling?

00:06:53: Und darüber nachzudenken.

00:06:55: Ja, also mega spannend, was du sagst.

00:06:57: Und tatsächlich bei dem Schmetterling ist es ja so, keine einzige Zelle, die später im Schmetterling ist, ist in der Form, in der Raupel.

00:07:04: Also jede Zelle ist irgendwann in diesem Übergang löst sich komplett auf und setzt sich neu zusammen.

00:07:10: Das ist biologisch und total faszinierend.

00:07:12: Aber, glaub ich auch, wenn man von außen drauf guckt, auch ein bisschen gruseliger Prozess.

00:07:18: Genau, also sehr, sehr spannend.

00:07:21: Und ich glaub auch, dass tatsächlich so dieses, dass wir häufig denken, etwas ist transformativ und eigentlich aber das gleiche Muster in einem neuen Kleidchen reproduzieren, damit zusammenhängt, dass wir uns nicht erlauben, so komplett in die Tiefe zu tauchen.

00:07:38: häufig so die ganz unterbewussten Ebenen, die Karpeebenen, auch von Organisationen, Organisationskörper, da zu gucken, was für Glaubenssätze schlummern da noch drin, oder was für Werte, die nicht mitgenommen werden, die dann wie so ein bisschen weiterspugen in dem neuen Kleidchen und eigentlich verhindern, dass die Wirkung, also dass der Impact tatsächlich auf die Straße gebracht wird.

00:08:02: Also ich glaube, dass da sehr viele Ressourcen in den Sand gesetzt werden.

00:08:06: Ja.

00:08:08: Ähm, wenn man von den, also wer du bist und die Wert im Prinzip betrachtet, vielleicht noch ein letzter Aspekt, um dich ein bisschen besser kennen zu lernen, ist so die Frage, was sind Dinge, die du in Freiburg besonders schätzt?

00:08:20: Auch wenn du in der Strasse ziehst.

00:08:22: Ich liebe

00:08:22: Freiburg sehr.

00:08:23: Ich bin tatsächlich auch Lokalpatriotin.

00:08:25: Also ich bin weder konservativ noch irgendwie liebäuge ich mit dem rechten Rand in gar keiner Weise.

00:08:33: Und gleichzeitig bin ich, glaube ich, schon so von der Art, ich habe eine tiefe Liebe für Mein Zuhause.

00:08:40: Was aber nicht bedeutet, dass zum Beispiel Baden-Württemberg nicht auch mein Zuhause ist, dass ich nicht zu Strasbourg auch ein Zuhauseaspekt empfinde, weil es mein Nachbar, also so, oder dass Berlin nicht auch irgendwie ein Zuhauseaspekt für mich hat.

00:08:52: Aber Freiburg.

00:08:53: Ich lieb sehr, sehr viel, primär tatsächlich die Berge.

00:08:57: Also, ich bin Läuferin.

00:08:58: Ich liebe es, dass ich mir überlegen kann, auf welchem der sieben Stadtberge ich irgendwie jetzt mal joggen gehen will.

00:09:07: Und dass das ... immer möglich ist.

00:09:12: Ich hab ganz lang auch irgendwie die vielseitigen Menschen geliebt und hab jetzt aber gerade das Gefühl, ich wünsche mir noch mehr Vielseitigkeit.

00:09:20: Also merke, dass ich mich da verändert habe und dass ich jetzt gerade merke, ich will wieder noch mal eine andere Kultur kennenlernen.

00:09:30: Also da hätte ich dir vor einem Jahr noch anders geantwortet, als ich es heute tue.

00:09:35: Ich liebe die Wirkfelder, in denen ich unterwegs bin, meine Netzwerke, die Menschen, die da drin arbeiten, ganz viele Menschen, die ich in den Arbeitskontexten auch kennenlerne, weil da häufig berührende Geschichten, spannende Menschen, krass viel Power, auch viel Idealismus immer wieder, auch manchmal so ein bisschen dieser Glaube an eine andere Zukunft, also dieses nicht selbstverständlich im Hamsterrad einfach weiterlaufen.

00:10:04: sondern dieses, hey, eigentlich will ich einen Funkel in meinem Leben und auch in der Region drin haben und ich bin bereit zu gucken, wie ich den rein weben kann.

00:10:12: Das erlebe ich schon bei sehr, sehr vielen Menschen, mit denen ich in Kontakt komme und das schätze ich sehr.

00:10:17: Ich glaube, das ist nicht selbstverständlich.

00:10:19: Gibt es ein Lieblingsspot in Freiburg?

00:10:22: Ich habe so viele.

00:10:25: Heute Morgen war ich im Botanischen Garten.

00:10:27: Ich habe Biologie und Chemie auf Lehramt studiert.

00:10:31: Da war das mein absoluter Lieblingsspot.

00:10:36: Ich mag den Hinterwaldkopf, das ist natürlich frei für die Region, gerade sehr, sehr gerne.

00:10:43: Und ansonsten Dreisammelittenweiler, glaube ich, oben da, wo er so ein bisschen die Stromschnellen von der Babystromstellen, von der Babydreisamm sind.

00:10:54: Dann kommen wir zum nächsten Teil.

00:10:57: Ich bin sehr gespannt auf deine Antworten und auf deine Vision, der wichtigste Teil des Podcasts ist.

00:11:02: Und zwar zu sagen, lass uns mal davon verabschieden, was wir bisher kennen.

00:11:06: Also das, was ihr vorhin beschrieben hast beim Transformationsprozess, so würde ich mal einzutauchen und zu gucken, auch wo können so eine Vision hingehen.

00:11:13: Du hast am Anfang auch gesagt, dass du irgendwie dialistisch bist, aber auch realistisch bleiben möchtest.

00:11:17: Das heißt, vielleicht können wir zum ersten Teil wirklich die Viotopie, eine Vision entwickeln und dann im nächsten Teil darüber nachdenken, was könnten so erste Schritte sein und das realisieren zu können, was man sich vorhin vielleicht überlegt hat.

00:11:29: Ja, ich würde einmal noch korrigieren, ich bin eine Idealistin, die versucht immer mehr Realistin zu werden.

00:11:34: Also glaube ich, nicht zu bleiben, sondern wirklich zu werden, damit ich eigenverantwortlich sein kann.

00:11:40: Ja, gerne.

00:11:41: Ich habe total Lust.

00:11:42: Vision Utopien ist tatsächlich das, wo ich ursprünglich mal herkomme.

00:11:45: als Erlebnispädagogin.

00:11:47: Habe ich viel Visionsarbeit gemacht.

00:11:49: Und jetzt im politischen ... Tritt es immer mal wieder mehr in den Hintergrund.

00:11:54: Aber ich habe das Gefühl, dass jetzt wieder ein ... ... im Jahr kommt, wo die Frage tatsächlich auch gestellt werden sollte an der einen oder anderen Stelle.

00:12:02: politischen beruflichen Kontext von Futur F zum Beispiel.

00:12:07: Also was wäre deine Vision?

00:12:08: Das heißt, wenn wir sagen, acht Jahre lang hättest du jetzt eine Entwicklung und die Entwicklung wird sich einfach in das Best Case-Szenario im Prinzip entwickeln, was du dir so vorstellst, was von Freiburg hat man in zwanzig, vierunddreißig, weil es auf dem Kontext von der OB war, einfach der Podcast stattfindet und zu gucken, so was, wohin sollte sich Freiburg in den nächsten acht Jahren entwickeln?

00:12:26: Ja.

00:12:27: Also ich glaube, dass ich nie ein vollständiges Bild zeichnen kann, sondern so Bausteine vielleicht nennen kann.

00:12:33: In meiner Vision grundlegend würde auf jeden Fall in acht Jahren ein tief verankerte Erkenntnis stehen, dass rechte politische Ansätze einfach keine Antwort auf unsere Probleme bieten.

00:12:54: Dass wirklich das nicht nur in ... Also ... über alle Bildungsschichten hinweg, dass die Menschen vielleicht verstanden haben.

00:13:04: Ich bin auch weg von dem Idealismus zu sagen, das wird einfach nur durch Bildung passieren.

00:13:08: Es kann auch sein, dass es passieren wird durch die Erfahrung, dass es halt irgendwann nicht geklappt hat, wenn irgendwie rechte Parteien beteiligt waren, auch an oder stärker waren.

00:13:22: Aber dass das einfach wirklich gelandet ist und die Menschen, nicht mehr Politik machen oder gesellschaftliche Aktionen machen als Abgrenzung zu rechts, was jetzt vielleicht gerade auch zeitgemäß ist, sondern dass da wirklich wieder mehr Spielraum ist zu sagen, das sind wir, das ist unsere DNA, ohne ... also mit einem gesunden ... Lokalfatriotismus, wo man sagt, das wollen wir hier in dieser Region zur Exzellenz bringen.

00:13:49: Darauf haben wir Lust.

00:13:50: oder das macht uns aus und dafür stellen wir die nötigen Strukturen und Räume zur Verfügung, dass da auch stärker noch zwischen, ich erlebe das schon ganz viel, aber noch stärker zwischen Politik, Wirtschaft, verschiedene Wirtschaftszweige, auch Zivilgesellschaft, Institutionen, dass da einfach immer mehr diese Schnittstellen bedient werden.

00:14:14: und man das als gemeinsames Projekt versteht, dass eigentlich so eine regelmäßige Aktualisierung stattfindet, also dass auch vielleicht dieses Verständnis Transformation ist wie Atmen.

00:14:27: Das ist ein kontinuierlicher Prozess und ja, man muss schauen, wie man das irgendwie alltags tauglich hinbekommt.

00:14:33: Und gleichzeitig ist es richtig cool, wenn man das als Skill irgendwie so entwickelt hat und die Schnittstellen so gut implementiert hat, dass das einfach immer wieder aktualisiert wird, wie Computer-Updates.

00:14:43: Die mache ich ja auch regelmäßig, damit keine Sicherheitslücken entstehen.

00:14:46: Und dass das so richtig gut strukturell verankert ist.

00:14:49: Und zum Beispiel, wir sitzen hier in der Lokhalle, dass da auch die entsprechenden Räume zur Verfügung stehen, weil Bewegungen oder auch Akteure nur so stabil sind, wie irgendwie auch die Räumlichkeiten, in denen sie verankert sind.

00:15:06: Und wenn ich in einem wahnsinnig großen wirtschaftlichen Druck bin.

00:15:09: dann wird in Zeiten von einer wirtschaftlichen Rezession einfach immer dazu kommen, dass ganz viele Akteure, die halt eigentlich Care-Arbeit machen, dass die ausgedünnt werden, dass die ja in andere Beschäftigungsverhältnisse gehen, um eigenverantwortlich mit sich zu sein.

00:15:26: Das heißt, meine Gesellschaftsvision beinhaltet auch, dass wir Formen gefunden haben wie Care-Arbeit, Stärke ... nicht nur gewertschätzt werden kann, sondern gesehen werden kann, gewertschätzt werden kann und aber auch entlohnt wird.

00:15:44: Also im Sinne von, dass das Teil noch mal stärker von einer Stadtstrategie oder auch Stadtland, also auch bandwürttembergweit, das noch stärker berücksichtigt wird.

00:15:56: Und da habe ich das Gefühl, dass irgendwie in den letzten Jahren, dass zum Beispiel vor zehn Jahren, vor acht Jahren, vor sechs Jahren, noch mal mehr Begeisterung im Bereich Social Entrepreneurship zum Beispiel lag und dass da Hoffnungspunkten waren, dass da eine politische Bereitschaft war zu sagen, wir wollen uns da dahinter stellen.

00:16:17: Und es erlebe ich immer noch von ein paar Akteuren, aber ich erlebe es nicht mehr als so selbstverständlich, also dass wieder mehr begriffen wird.

00:16:25: Eine Region ist nur so stark wie alle Kräfte und wir können immer schauen, wie geht es um seine marginalisierten Gruppen.

00:16:36: sei das in Organisationsform, sei das in Menschform.

00:16:40: Und das macht eigentlich eine Aussage über unseren Wohlstand und nicht nur eine Gewerbesteuer.

00:16:46: Und ja, wir müssen irgendwie auf ein wirtschaftliches Gleichgewicht gucken, aber ich als Staat, ich habe Möglichkeiten zu investieren.

00:16:52: Ich habe auch Spielräume, die ich nutzen kann oder weniger nutzen kann.

00:16:56: Und da wünsche ich mir vertrauensbasierte und visionsbasierte, also geerdete visionsbasierte Politik, dass auch wirklich da noch stärker Mittel in die Hand genommen werden.

00:17:11: Ich erleb's schon bei vielen Akteuren richtig gut, aber das ist einfach sich noch tiefer verankert.

00:17:19: Das am Anfang hast du gesagt, dass man vielleicht so einen gesunden Lokalpatriotismus hätte und dass man dann irgendwie sehen würde, dass wir gemeinsam, also das, was wir sind, das, was uns auszeichnet, Und da hätte ich gern nachgehakt, aber ich habe jetzt reden lassen, weil es so schön war.

00:17:37: Was würde da sehen?

00:17:38: Also was ist das?

00:17:39: Gesunde Lokalpatriotismus beinhaltet für mich.

00:17:44: Möglichst viele Menschen, am besten alle Menschen, die hier leben, können sich Wohnung leisten, können sich gesunde Lebensmittel leisten.

00:17:54: Es ist vielleicht sogar irgendwie möglich gemacht, dass lokale Nachhaltig produzierte Lebensmittel günstiger sind als industriell verarbeitete, weit gereiste und nicht ökologisch produzierte Lebensmittel.

00:18:10: Ich glaub, da muss man größer als regional denken, um so was stärker zu erreichen.

00:18:14: Aber so was wie Quartiersläden, dass das wieder selbstverständlicher kommt, die brauchen wieder Raum.

00:18:20: Also es sind wieder so Stadtteilgestaltungen dementsprechend.

00:18:25: Eine große Rolle spielt, es Gemeinschaftsräume gibt.

00:18:29: Vorher im Vorgespräch zu dem Podcast ein bisschen von diesen Gemeinschaftshäusern, sowohl in Island als auch irgendwie in Paris, wo es einfach Räume gibt, die kostenlos genutzt werden können von zivilgesellschaftlichen Akteuren, aber auch von Privatmenschen, Reparaturwerkstätten noch mal größer zur Verfügung gestellt werden.

00:18:51: Wirklich Räume, auch wo standardmäßig runde Tische, Bürger in Dialoge stattfinden.

00:18:57: Dass es einfach so einen Raum gibt, wo ich weiß, ah, hier passiert Basisdemokratie.

00:19:02: Das wäre für mich ein gesunder Lokalpatriotismus.

00:19:04: Und dass da auch Wirtschaftsakteure mit am Tisch sitzen.

00:19:07: Also, dass es nicht nur die zivilgesellschaftlichen Akteure in ihrer Bubble machen, sondern dass da eigentlich aus allen Bubbles die Menschen immer wieder zusammenkommen, je nach Purpose oder je nach Thema von dem Treffen.

00:19:20: Und von dem Prozess?

00:19:26: Ja, wahrscheinlich gibt's noch ganz, ganz, ganz viel, dass ich Betreuungsplätze irgendwie für Kinder hab.

00:19:31: Dass es attraktiv für junge Menschen wird, Kinder zu bekommen.

00:19:36: Da gehört für mich dann aber auch wieder viel dazu, was irgendwie größer ist als eine Staatpolitik.

00:19:40: Also, dass zum Beispiel Krankenkassengelder und Rentengelder nicht einfach immer umgelegt werden auf die jüngere Generation, weil ich Angst hab, ältere Wähler zu verschrecken.

00:19:50: weil sie die Mehrheit sind, sondern gesagt wird, ab einem gewissen Punkt ist es nicht mehr tragbar und wir müssen radikal auch alternative Lösungen ausloten, weil das hat Konsequenzen einfach für junge Menschen, so wie wir gerade Politik machen.

00:20:10: Ja, zum Beispiel.

00:20:12: Ich finde das ganz spannend auch vorhin, was du gesagt hast mit der Kehrarbeit.

00:20:17: Ich glaube, bei Franziska von Schutzbach war es so, dass die eben mal ausgerechnet hat.

00:20:23: Wie, also, oder auch einfach nochmal angesprochen hat, auch etwas, was eben unsichtbar ist.

00:20:28: Dass ja nicht nur darum geht, dass Kehrarbeit irgendwie umsonst ist und Mendefekt also nicht wertgeschätzt, im Sinne von auch ökonomisch nicht wertgeschätzt wird, sondern auch Mendefekt die ganzen ökonomischen Systeme genau darauf basieren, dass eben ein großer Teil der Menschen eben für Null Euro arbeitet.

00:20:42: Auf

00:20:42: jeden Fall.

00:20:43: Und das finde ich auch ganz spannend und frage ich, ich frage tatsächlich auch, wieso das noch nicht stärker so in Debatten öffentlich aufgegriffen wird.

00:20:49: Und für mich ist nochmal der eine der Spannterteile in der ganzen Geschichte, das ist mir die Fragestellung, du hast es an vielen Stellen gesagt, das sind so die großen Fragen.

00:20:56: Und die freide ich mir, stelle es einfach.

00:20:58: Ich verstehe schon, dass manche Dinge bundespolitisch sind oder globalpolitisch sind.

00:21:03: Aber das ist ja tatsächlich bei allem, was wir tun ja so.

00:21:05: Das heißt, alles, was wir tragen, was wir essen, was wir trinken, ist immer im globalen Kontext zu verstehen.

00:21:10: Und deswegen ist die Frage schon, was können wir als Stadtgesellschaft, als Kommune eigentlich da wiederum begünstigen, fördern und tun?

00:21:17: Es wäre für mich so spannend, eigentlich herauszufinden, was wäre denn das, was wir tun könnten?

00:21:22: Also ich glaube, teilweise passieren da schon Dinge.

00:21:24: Also irgendwie, Klein Eschholz ist ja Quartiersgestaltung, Stadtteilgestaltung.

00:21:29: Man versucht, das partizipativ zu machen, man guckt.

00:21:32: Ich glaube, auch Quartiersläden sind da irgendwie im Gespräch.

00:21:35: Also, man guckt auch Richtung Vergesellschaftung wieder stärker.

00:21:40: Also, nicht einfach sagen, hey, wie können wir die Dinge möglichst attraktiv privatisieren, weil wir sind eine reiche Region, wenn wir viele Investoren hier haben.

00:21:47: Nein, sind wir nicht.

00:21:48: So, wir sind eine reiche Region, wenn wir gesichert haben, dass irgendwie wir mitgestalten können, wie die wirtschaftliche Situation sich entwickelt in den nächsten Jahren.

00:22:01: dieses Räume zur Verfügung stellen, da sehe ich ganz klar auch eine politische Verantwortung.

00:22:08: Es passiert ja auch schon, also in kleinem Maße.

00:22:11: Ich glaube nur, dass es irgendwie, wenn man schaut, wie viel Transformation es irgendwie oder wie viel Bewegung war in Unternehmen.

00:22:20: Vor fünf Jahren oder vor zehn Jahren und wie viel Bewegung und Transformation ist in Unternehmen heute, das ist absurd viel mehr.

00:22:28: und dementsprechend müssen auch die Räume für Transformationen, für vielfältige Akteure mehr werden, weil sonst ein Mangel entsteht, wenn diese Arbeit gemacht werden muss und aber die Räume dafür nicht da sind.

00:22:46: Die Frage war, was Stadtpolitische Akteure da machen können.

00:22:50: Ich liebe das

00:22:51: echt noch mal.

00:22:52: ein Gedanke noch mal dazu.

00:22:53: Ich versuche ein bisschen noch so zu differenzieren.

00:22:56: Obwohl einfach die zwei Perspektiven, weil meist denkt man nur an die Stadt und Stadtverwaltung, sondern würde ich auch sagen Stadtgesellschaft.

00:23:02: Das heißt, das sind ja zwei verschiedene Akteure, die man wirklich zusammenarbeiten oder das ist im besten Fall zusammenarbeiten.

00:23:08: Das sind ja auch mehr als zwei Akteure.

00:23:09: Also die Stadtverwaltung, das ist ja einerseits auch das Rathaus, aber auch die Wirtschaftsförderung, das ist ja eine vielfältige Landschaft, die Stadtgesellschaft.

00:23:21: Ich erlebe tatsächlich irgendwie in den Umkreisen, die ich kenne, aber ich glaube, das ist halt auch eine Bubblefrage, sehr viel Mitgestaltung, also seien das junge Menschen, die gerade an ihren Samstag Haustiergespräche führen, weil man halt rausgefunden hat, das ist ein Instrument, was funktioniert, um Menschen irgendwie zuzuhören und ihre Bedürfnisse zuzuhören, damit sie nicht ihr Kreuzchen rechts machen so.

00:23:44: Da erlebe ich sehr viel Bewegung, sehr viel Engagement, aber ich erlebe auch eine große Müdigkeit.

00:23:53: Das heißt, da bin ich so ein bisschen vorsichtig, immer mehr zu fordern, weil ich einfach im Hintergrund wahnsinnig viele Menschen hab, die seit Jahren in ihrer Freizeit, an ihren Wochenenden, in Zeiten, wo sie eigentlich auch mal Regeneration bräuchten, massiv viel Kraft umlegen, um genau diese Hebel zu bedienen.

00:24:15: Und da erlebe ich einfach eine Müdigkeit.

00:24:20: Aber ich erlebe auch, dass zum Beispiel immer mehr Menschen Interesse bekommen an parteipolitischer Arbeit.

00:24:28: Zusitzungen gehen und irgendwie gucken.

00:24:33: Welche Partei wäre was für mich?

00:24:35: Wie sehen die Gespräche aus, die dort stattfinden?

00:24:37: Wie sieht die Arbeitspraxis aus?

00:24:39: Und das ist natürlich wieder so eine Schnittstelle von Politik zu Gesellschaft.

00:24:43: und dann auch in Freundeskreisen entsprechende Gespräche geführt werden oder man mal als gemeinsame Aktion halt gemeinsam plakatieren geht für eine Wahl.

00:24:52: Das sind für mich alles so Faktoren, wo ich ein Hebel habe mitzugestalten oder einen Unterschied zu machen.

00:24:57: Es kann aber auch sein, einfach ein Auge dafür zu haben in meiner Nachbarschaft, wenn ich alte Nachbarn hab und irgendwie mitzudenken, wenn ich mitbekomme, die sind krank oder nicht mehr mobil zu gucken, wo kann da eine Entlastung entstehen?

00:25:13: Klar kann man sagen, das sollten Social Entrepreneurship lösen, dieses Problem so.

00:25:17: Und man kann da ein Wirtschaftsmodell draus machen, aber solange es noch nicht gibt, ist immer die Frage, wie kann man irgendwie auch da ... Kehrarbeit machen, genau.

00:25:31: Ich würde dahinten auch nicht einfach eine soldarische Gesellschaft verstehen.

00:25:34: Und das heißt die Frage ist einfach, wie kannst du Solidarität noch mehr begünstigen, noch mehr fördern, vielleicht auch sichtbar machen an den Stellen wo du schon stattfindet, vielleicht auch wertschätzen.

00:25:44: Ich glaub, gerade solche Zentren, zum Beispiel, oder Räume, Stadtteilräume, wo man zusammenkommt, die auch wirklich attraktiv sind.

00:25:52: Also was nicht irgendwelche Galerien im Leerstand sind, die dann halt drei Monate genutzt werden, wo gar keine Kultur sich etablieren kann.

00:25:59: Sondern, oder Pop-Ups, sondern wo wirklich gesagt wird, hey, jeder Stadtteil kriegt so eine Räumlichkeit, und die wird so attraktiv eingerichtet, dass da Menschen aller Kulör hinkommen, dass da vielseitige Veranstaltungen stattfinden.

00:26:14: und dass man zusammensitzt und dass das vielleicht sowohl Oma Erner sich da manchmal angesprochen fühlt als auch alle anderen Gruppierungen, Menschen.

00:26:32: Was glaubst du?

00:26:34: Was wäre denn, also tatsächlich noch mal inhaltlich, was werden so diese Visionen von von dem Freiburg, was du dir vorstellst in acht Jahren, weil du es gemangt hast.

00:26:43: Am Anfang hast du gemeint, du hättest vor einem Jahr noch ganz anders geantwortet, dass du noch mehr Vielfalt wünschst.

00:26:48: Wie kann ich mir das vorstellen?

00:26:50: Was könnt ihr drunter verstehen?

00:26:54: Tatsächlich erinnere ich mich nicht mehr genau an den Zusammenhang von vorher.

00:26:59: Da hast du gemeint, dass du mehr Vielfalt wünschen würdest, dass du gesagt hast, dass es teilweise gibt schon Dinge, die in Richtung Vielfalt gehen, aber eigentlich überhättest du da jetzt noch mehr ...

00:27:08: ...

00:27:11: noch mehr Wunsch in die Richtung, dass sich irgendwas in die Richtung entwickelt.

00:27:14: Das heißt, dass nicht vielfältig genug wäre.

00:27:15: Ich glaub,

00:27:17: mir wird grad eine offene Fragestellung.

00:27:19: Weil ich krieg den Haken nicht.

00:27:20: Und einfach noch mal die Frage offenstellen und dann beantworte ich die gerne.

00:27:23: Vielleicht kommen wir dann wieder in das gleiche Fahrwasser.

00:27:25: Das heißt, die Frage wäre, also was von Freiburg gesellschaftlich, hätt ich denn vielleicht in zwanzig, vierunddreißig?

00:27:33: Also auf jeden Fall, dass ... Menschen auch mit unterschiedlichen Einkommensstrukturen sich noch leisten können, hier zu leben, dass die Stadtteile gerne auch noch ein bisschen durchmischter sind.

00:27:44: Das heißt, ja, vielleicht irgendwie mieten geregelt werden können oder da kenne ich die genauen Hebel nicht, die möglich sind, aber geguckt werden kann, wie einzelne Stadtteile nicht so wahnsinnig viel teurer sein können als andere, weil ich glaube, große Auswirkungen hat, irgendwie, ob meine Kinder im Kindergarten nur eine Art von Kindern kennen, die alle aus einem ähnlichen Background kommen, alle Eltern mit einer ähnlichen Einkommens- und Bildungsstruktur haben oder ob meine Kinder schon erleben, dass es gesellschaftliche Vielfalt gibt.

00:28:23: Ich glaube, das ist was, das kann man durch Inhalte in Schulen gar nicht so vermitteln, wenn das einfach völlig normal ist.

00:28:31: das im Alltag oder auf der Straße zu sehen.

00:28:33: Also ich erlebe das manchmal, wenn ich in Stadtteile gehe, wo ich so ein bisschen aus dem Klischee rausfalle, dass dann wirklich die Kinder da sitzen und mich total angucken, als welchen Alien.

00:28:42: Dann denk ich so, ach, spannend, ich bin grad ein Fremdkörper für die, weil das ist irgendwas, was sie in ihrem Alltag so nicht in ihrem Alltag so nicht sehen, dass das einfach normaler wird.

00:28:57: Ich mein, der Punkt ist ja mit den Hebeln, das ist ja völlig recht.

00:28:59: Also, es ist natürlich so ... bei den ganzen, wie kommen wir da hin, bei der Fragestellung, wenn man die Zerstivision entwickelt hat, ist ja nicht so, dass man sagen kann, ich könnte jetzt erwarten, dass eine Person das irgendwie lösen kann, weil sie am Anfang selber gesagt hast, sind ja komplexe Systeme.

00:29:12: Und dementsprechend kann es ja auch nicht nur eine Hebel sein und die eine Perspektive sein, aber es ist ökonomisch, muss auf jeden Fall mitgedacht werden.

00:29:18: Und für mich war nur ein Aspekt am Anfang zu gemeintasmen diesem, dass dort über dieses Bildungs, unterschiedliche Bildungsgrad oder wie es deine Formulierung genau war, und das aber später nochmal gesagt auch ökonomisch und Ich hab versucht, immer zu differenzieren, zu sagen, genau, mal zu streichen.

00:29:36: In der Regel, wenn Leute sagen, verschiedene Bildungsniveaus, in der Regel meinen die eigentlich ökonomisch.

00:29:41: Weil eigentlich ist es nicht so, wenn Leute zum Beispiel Bildungsfern meinen, meinen sie eigentlich eher Bildungssystemfern und nicht Bildungsfern.

00:29:48: Oder wenn sie sagen zum Beispiel, sozialer Brennpunkt, meine eigentlich ökonomische Brennpunkt, nicht sozialer Brennpunkt.

00:29:54: Das heißt ...

00:29:54: Ich glaub, das geht aber auch teilweise Hand in Hand.

00:29:57: Also, je nachdem, was für ... Was meine Eltern für eine Einkommensstruktur haben für einen ökonomischen Hintergrund, haben sie zum Beispiel unterschiedlich viel Zeit für mich.

00:30:08: Das hat Theresa Bücker in ihrem Buch irgendwie sehr gut auseinandergenommen.

00:30:12: Und es bedeutet, da kann unterschiedlich viel Beziehungsarbeit stattfinden.

00:30:15: Es beinhaltet dann auch zum Beispiel, in welche Bibliotheken fährt man.

00:30:19: kann ich halt nur in die Bibliotheken, die fußläufig für mich erreichbar sind.

00:30:23: Und das ist dann die Dorfbibliothek, wo es Comics und Romane gibt.

00:30:26: Oder kann ich irgendwie auch mal eine Bibliothek, wo es Sachbücher gibt, die mich vielleicht als junge Person total interessieren und wo ich dann andere Horizonte schon kennenlernen kann.

00:30:35: Also ich weiß, dass das für mich, als ich auf eine andere Schule gekommen bin, in ein anderes Gebäude mit einer neuen Bibliothek, das hat ... mir komplett neue Welten eröffnet, weil es davor außerhalb meines Radios war, weil es halt nicht normal war, dass meine Eltern mit mir in andere Bibliotheken gehen konnten.

00:30:52: Ich glaube, dass es auch häufig hand in Hand geht.

00:30:54: Das stimmt.

00:30:55: Ich meine eher im Sinne von, wenn du einen Schritt zurückgehst, dann siehst du eigentlich, der Ursprung ist ökonomischer.

00:31:00: Das heißt, die Folgen sind dann auf sozialer Ebene, auf Bildungsebene und so weiter, das Jahr.

00:31:04: Aber ökonomisch startet es letztendlich.

00:31:06: Dann werfen mich die Frage einfach, als jemand, der ökonomisch viel denkt und weiß, Hast du eine Idee, was man direkt drum machen könnte, um es zu begünstigen, dass ein paar da ein bisschen gerechter wird, dass man die irgendwie entgegenarbeiten kann?

00:31:17: Ob ich es wieder mal als Stadt- oder Stadtgesellschaft die verschiedensten Akteure du vorhin auch so erwähnt hast?

00:31:21: Ich glaube, ehrlich gesagt, da kommen wir in Bereiche, wo zum Beispiel wir die Frage haben, warum verdienen manche Berufsgruppen einfach so massiv viel mehr?

00:31:28: und dann sehe ich wieder die Berufsgruppen, wo viel Kehrarbeit drin steckt oder wo ein hoher Frauenanteil ist.

00:31:34: Das sind die Berufsgruppen, wo tendenziell weniger verdient wird.

00:31:38: Es erstreckt sich auch über alle Führungsebenen.

00:31:44: Und da, glaube ich, kann man Angleichungen fordern, politisch.

00:31:50: Vielleicht kann man da auch ... also, Standards schaffen, dass das einfach mehr passiert.

00:31:57: Aber ich glaube, ich habe ja erlebt, oder ich erlebe in meinem beruflichen Alltag auch, was passiert, wenn man mit Ideen von Vereinheitlichungen und Regelung von oben ... in ein Ökosystem tritt, was einen anderen Status quo gewohnt ist.

00:32:16: Und ich weiß auf, wie viel Widerstand man stößt.

00:32:19: Das heißt, ich weiß in dem Moment, wo ich das sage, dass das ein Riesenprojekt wäre.

00:32:23: Und dass es auch nicht in acht Jahren passiert, sondern dass das ein Projekt ist, was über dreißig, vierzig Jahre verhandelt wird.

00:32:29: Und dass da massiv viel Bildungsarbeit passieren muss.

00:32:32: Dass überhaupt die Menschen sich öffnen, die Ängste da abgebaut werden.

00:32:36: weil das ist tatsächlich auch eine Realität.

00:32:39: Ich habe ja Privilegien, wenn ich mehr verdiene.

00:32:42: Und das heißt, wenn irgendwie es mehr soziale Gerechtigkeit gibt, dann hab ich im Verhältnis, im Vergleich bin ich nicht mehr so privilegiert.

00:32:49: Das heißt, ich hab weniger Vorteile, weil andere weniger Nachteile haben.

00:32:53: Das heißt nicht unbedingt, dass mein Standard sich senken muss.

00:32:56: Aber das, wie ich's vielleicht mein Standard erlebe, das kann sich verändern.

00:33:00: Und wenn da eben diese Integrationsarbeit oder die Bewusstseinsarbeit, von der ich am Anfang gesprochen hab, nicht passiert, auch auf politischer Ebene, werden Menschen, glaub ich, unzufrieden oder bekommen Angst.

00:33:11: Und Menschen, die Angst haben, sind für eine Demokratie gefährlich, deswegen ... Ich glaub, es braucht vielleicht, um die Frage zu beantworten, was für Maßnahmen braucht es, dass es da Integrationsräume braucht.

00:33:23: Also wirklich ... ich hab das letztens gelesen, in Zeiten, wo irgendwie Unternehmen die Geschäftsbereiche so krass umbauen müssen, weil einfach die nicht mehr so funktionieren wie bisher aus ökonomischen Gründen.

00:33:36: Ähm ... dass es verschiedene Strömungen gibt, die zum Beispiel angefangen haben, mit Trauerbegleitern zu arbeiten.

00:33:44: Das heißt, es gibt Prozessbegleiter in größeren Unternehmen, die Trauerprozesse begleiten, wenn ein Status quo sich verändert.

00:33:52: Weil wir Menschen sind dann etwas gewöhnt, und das heißt, das macht was mit uns, wenn die Dinge sich verändern, und dass dann nicht die Kehrarbeit in dem privaten Raum verschoben wird, wo dann sie sich auch beliebig verselbstständigen kann.

00:34:04: politisch sich beliebig verseibständigen kann, sondern dass da wirklich auch Prozessräume zur Verfügung gestellt werden, um zu gucken, was macht die Veränderung, die ich gerade erlebe in meinem Unternehmen oder auch vielleicht darüber hinaus, was macht das eigentlich mit mir und dass das auch Teil von Arbeitszeit wird?

00:34:21: Weil Menschen da, glaube ich, auch an eine Belastungsgrenze einfach kommen und zu sagen, hey, prozessiert doch einfach mehr, entspricht nicht der Lebensrealität von zum Beispiel Familien oder Menschen, die einfach stark in andere Kehrarbeiten eingebunden sind.

00:34:33: oder auch mit einer vierzig Stunden Woche schon kann das schwer werden.

00:34:38: Ich habe mich noch nicht vorgestellt, als du dieses Modell vorgestellt hast, weil ich es ja spannend finde, ob eigentlich nicht dann eigentlich die, die am meisten Entscheidungs- oder Privilegien verfügen, dass die am meisten Trauarbeit leisten müssen oder nicht.

00:34:53: Für die wird es, glaube ich, sehr gruselig,

00:34:55: erst mal.

00:34:55: Ich glaube aber, dass da auch wahnsinnig viel... daraus entstehen kann.

00:35:01: Also ich glaube, dass auch, wenn ich nicht mehr in einer permanenten Angst vor Verlust lebe, ich mehr mich in ein Lebensgefühl von Vertrauen entwickeln kann.

00:35:11: Und ich glaube, dass es auch eine andere Form von Stabilität zur Verfügung stellt, als es vielleicht manchmal unter der Oberfläche so da ist.

00:35:18: Das heißt, die Stabilität muss nicht mehr durch alles drumherum Kontrolle zusammenhalten entstehen, sondern kann auch mehr aus einem inneren was, glaube ich, viele marginalisierte Gruppen, die es erleben, in Phasen weniger zu haben oder auch gucken zu müssen, wie kann ich jetzt mit einer Umbruchssituation auch ohne Halteseil umgehen, einfach weil sie keine anderen Möglichkeiten haben und dann merken, oh, und es hat funktioniert, oh, und es hat wieder funktioniert, oh, und ich hab vielleicht Unterstützung bekommen von Ecken, wo ich gar nicht damit gerechnet hatte.

00:35:50: Ich glaube, dass auch andere Gruppen davon profitieren würden, wenn sie so was erleben würden.

00:35:55: Mir ist noch ein Hebel eingefallen, tatsächlich.

00:35:58: Da bin ich großer Fan von, ich glaube, der hat echt viel Gegenwind, die Gemeinwohlökonomie.

00:36:02: Also wirklich Besteuerungsformen, die Kehrarbeit berücksichtigen und auch sozial-ökologische Konsequenzen berücksichtigen und mit Einpreisen.

00:36:11: Auch wenn das bedeutet, dass da durch unser komplettes... ökonomisches Preistystem sich komplett verändern würde.

00:36:21: Aber das wäre, glaube ich, eine Umbaumaßnahme, die sich einfach lohnen würde.

00:36:24: Das heißt, ihr braucht auf jeden Fall zu diesem Wander, braucht noch die Traubegleitung.

00:36:29: Ja, ja, bitte.

00:36:32: Ja, und viel Bildungsarbeit, warum das Sinn macht.

00:36:37: Während du drängst, denke ich noch mal kurz ein bisschen weiter.

00:36:40: Und zwar hast du vorhin gemeint an einer Stelle, dass man im Bereich beim Unternehmen noch mal auch vielleicht so eine Bildungsarbeit leisten muss.

00:36:46: Da ging es um diese Geschichte mit eben Kehrarbeit und wie ich das puffern könnte überhaupt irgendwie als Stadtgesellschaft.

00:36:53: Und da war für mich die Frage, ich war vor, ich glaube zwar dieses Jahr, gab es bei Jobrat, glaub ich, so ein Talk, wo verschiedene Leute das Unternehmen so ein Panel war und dann darüber gesprochen wurde, welchen Beitrag Unternehmen zur Demokratie leisten können.

00:37:06: Das fand ich eigentlich ganz spannend und hab dann danach für mich gedacht, okay, wie geht's jetzt weiter?

00:37:10: Und hab mir einfach die Frage gestellt, wie es denn wäre, ob dem vielleicht jetzt nicht nur so eine Sinne von Aufklärungsarbeit, vielleicht einfach ein Dialograum auch bräuchte, um einfach vielleicht eben dieses, du hast gemeint, dass eben Frauen zum Beispiel unterbezahlt sind oder weniger bekommen und so weiter, dass diese Debatten einfach noch mal in diesen kleinen nicht nur auf dieser medialen Ebene, sondern auch im kommunalen eben noch mal diskutiert und sich austauschen, sichtbar macht.

00:37:33: Ich

00:37:33: glaube, da würde ich auch auf jeden Fall noch deutlich weitergehen als nur auf die kommunale Ebene.

00:37:38: Ich glaube, letztendlich ist das Bewusstseinsarbeit über Systeme und über Machtverhältnisse, die in jedem Raum, wo Menschen in jedem Raum profitieren.

00:37:47: Wir haben bei Futur F Women for Impact ins Leben gerufen.

00:37:50: Das ist ein Feminist-Leadership-Programm, wo wir genau gucken, was ... Von welchen Machtaspekten sind zum Beispiel Frauen in Führung betroffen?

00:37:59: Oder Frauen auf dem Weg in Führung?

00:38:02: Und welche strukturellen Herausforderungen gibt's?

00:38:05: Und welche Möglichkeiten gibt's dann aber auch zu gestalten, damit man nicht einfach sagt, wir wollen mehr Frauen in Führung bringen, sondern sagt, wir wollen machtsensible Menschen in Führung bringen, die sehen, wie hängen Dinge zusammen, die in Bewusstsein für komplexe Prozesse, für komplexe Probleme, für ... komplexe Lösungen, wie kann ich die umsetzen und wie kann ich das auch in ein Unternehmensalltag integrieren und nicht einfach nur ... überlege, ja, da hab ich das fast aufmache, zum Beispiel.

00:38:40: Mach auf.

00:38:41: Mach auf, zack.

00:38:44: Zum Beispiel zu sagen, wenn ich als Unternehmen ... wachsen möchte und auch ab einem gewissen Punkt eine Stabilität schaffen möchte, dann muss ich mich auf einzelne Geschäftszweige festlegen und dann muss ich eigentlich richtig schmal eindampfen.

00:39:01: und dann gucke ich, was ist meine eine Zielgruppe, was ist mein eines Angebot?

00:39:05: und es ist schön und gut, aber das kommt auch aus einer patriarchalen Logik, weil ganz häufig am Ende ist es dann die Zielgruppe besonders attraktiv, die am meisten bezahlen kann oder wo es viele Menschen gibt von also die groß ist und das heißt das Social Entrepreneurships die halt Einkommensschwächere Zielgruppen bedienen und Zielgruppen wo vielleicht nicht so mega viele Menschen.

00:39:36: von prozentual verfügbar sind und kein unendliches Wachstum möglich ist, dass die ganz anders sich um Finanzierungsmöglichkeiten kümmern müssen.

00:39:46: Und da gibt's Möglichkeiten.

00:39:47: Es wurde in den letzten Jahren immer gesagt, okay, ihr müsst eine gemischte Finanzierung aufstellen.

00:39:52: Und dann habt ihr einfach zusätzlich ein oder mehrere Bereiche, die über Förderung gedeckt werden.

00:39:59: Das ist schön und gut.

00:40:01: Aber die unternehmen, die das gemacht haben, Die merken auch in den letzten zwei Jahren, dass einfach massiv viele Förderungen wegbrechen und zwar nicht vorhersehbar wegfallen mit einer Transparenz über Veränderungen vielleicht auch in Förderrichtlinien, sondern dass man ... Also, wir hatten bei FUTO F sechs größere Förderanträge mit vielen Vorgesprächen.

00:40:24: Also, wirklich, das war nicht einfach nur Förderantrag eingereicht, sondern auch geguckt, was braucht's wirklich?

00:40:29: Und was passt zu dem Antrag, was passt zu uns?

00:40:33: Und wie kann man dann ein gutes Projekt draus entwickeln?

00:40:35: Und wir haben sechs Absagen bekommen.

00:40:37: Wir haben jetzt die erste kleine Förderung nach zwei Jahren bekommen.

00:40:41: Wir haben dann immer Gespräche geführt und die Rückmeldung bekommen.

00:40:44: Euer Angebot war top.

00:40:46: Wir erkennen ... auch wissenschaftlich, wie ihr das belegt habt, dass ihr ein richtig wichtiges Problem adressiert.

00:40:51: Wir sehen, dass ihr als Akteur gebraucht werdet.

00:40:54: Wir erkennen an, dass ihr eine richtig gute Lösung entwickelt habt und dass ihr auch ein Standing im Feld habt, was so in der Region keiner hat, sodass ihr das bedienen könntet.

00:41:03: Aber wir hatten zu viele Anfragen.

00:41:05: Oder wir fördern jetzt stärker Richtung Resilienz und weniger stark in Richtung Gleichstellung.

00:41:10: Und euer Resilienzbeitrag kam noch nicht stark genug raus.

00:41:14: Und das ist natürlich dann für die Unternehmen, die dann auch gesagt haben, okay, dann machen wir ein Angebot und eine Zielgruppe dicht.

00:41:22: Und dann fällt aber so ein ganzer Finanzierungsbereich weg.

00:41:25: Ist das natürlich wirtschaftlich fatal.

00:41:28: Und Futur F hat jetzt die letzten Jahre so ... konnten wir die Umgestaltungsprozesse nur machen, weil lokale Unternehmen und die Freiburger Wirtschaftsförderung gesagt haben, okay, dann greifen wir euch unter die Arme, weil wir wollen, dass ihr als Akteur weiter bestehen bleibt.

00:41:45: Und wir haben dann wirklich auf minimal ... Die Sprache.

00:41:49: Ja, energetisch haben wir richtig reingeballert, weil sonst gäbe es uns nicht mehr.

00:41:53: Aber von dem, was wir an den Lohnungen bekommen haben, haben wir einfach auf Minimum zurückgefahren, haben jetzt langsam den Punkt nach anderthalb Jahren, dass wir eine Stabilität haben, aber das war einfach ein großer Preis.

00:42:04: So, den ich als thirty- vierjährige jungen Unternehmerin gezahlt habe, die nicht aus einem privilegierten Haushalt kommt.

00:42:12: Und dann ist manchmal die Frage, warum habe ich mich nicht auf die Zielgruppe spezialisiert, die irgendwie anders zahlungskräftig ist?

00:42:19: mitgespielt in diesen Logiken, wenn jetzt die Zweige irgendwie wegfallen.

00:42:23: Also, ich glaube, dass da auch ... politisch unterstützt werden kann, in dem wirklich geguckt wird, okay, das ist gerade nicht ein Einzelphänomen, sondern das ist ein Massenphänomen, was wahnsinnig viele Social Start-ups irgendwie in Freiburg und der Region erleben.

00:42:41: Das heißt ... Lass uns doch nicht warten, bis jedes einzelne Social Start-up zu uns kommt.

00:42:47: Und ich weiß, dass zum Beispiel die Freiburger Wirtschaftsförderung das auch versucht hat zu machen, sondern lass uns auch gucken, wer braucht gerade unsere Unterstützung und da irgendwie mit dem Geld, was wir gerade haben, was auch nicht mehr geworden ist und die Herausforderungen sind, auch nicht weniger geworden, aber wie können wir da wirklich progressiv wirtschaften?

00:43:05: Und dass das zum Beispiel Unternehmen auch mitdenken, weil sie verstehen, dass sie von einem vielfältigen Ökosystem profitieren.

00:43:13: Genau.

00:43:14: Aber das ist wieder Idealismus, Realismus.

00:43:17: Und dann sind Schnittstelle in der Praxis dann.

00:43:22: Ja, ich find's spannend.

00:43:22: Tschuldigung, du willst was

00:43:23: sagen?

00:43:24: Ich glaub nur nachhaken.

00:43:25: Also immer, wenn man versucht, diese komplexen Sachverhalte zu erklären.

00:43:30: rutsch ich auch manchmal in eine Schwarz-Weiß-Darstellung.

00:43:32: Und es ist niemals so schwarz-weiß, auch wie ich es jetzt gerade dargestellt habe.

00:43:35: Es gibt immer bunte Facetten, Neonzen.

00:43:37: Es ist nur wichtig, auch das zu sagen.

00:43:39: Es gibt immer auch noch einen anderen Blick drauf, wo ich dann andere Wege und andere Möglichkeiten finde.

00:43:44: Und das ist dann mein Entwicklungsprozess als unternehmerische Person in dem Ganzen.

00:43:48: Vielen Dank für den Hinweis.

00:43:49: und mal eben auch klarzustellen, dass eben immer komplex ist.

00:43:53: Zeigt gleich sind es sehr bedeutende und hilfreiche Perspektiven und auch Verständnis entwickeln zu können, wie Sache lang ich ist.

00:44:01: Deswegen ist für mich so im Kopf mitgelaufene Schiene und zwar, ich habe so ein Podcast mir angehört, dann auch zu Wirtschaftsexperten und ich gucke mir immer so auch an, parallel zu allem, was ich so mache.

00:44:12: wie es in autokratischen Staaten so abgeht und was man daraus lernen könnte und hier ableiten könnte.

00:44:17: Und da waren jetzt auch zwei Wirtschaftliessperten da, die eben erklärt haben, das ist eigentlich, wie investiere ich eigentlich, also ökonomisch betrachtet sinnvoll und zukunftsfähig.

00:44:27: Und dass ich dann eher in die Liversität und die Menschen investiere und die um den Vielfalt zu haben, weil es auch aus ökonomischer Sicht tatsächlich mehr Stabilität führt und demokratiesichernd ist.

00:44:37: Und zu

00:44:37: Resilienz, also das ist ja das, was gerade alle wollen.

00:44:40: Und wo dann aber gesagt wird, ja, wenn ihr sagt, ihr macht Resilienz durch Chancengerechtigkeit, dann ist das zu indirekt, wo wir so sind, hey, viel direkter kann man es nicht machen.

00:44:47: Wir haben nur den einen Zwischenschritt, wir haben nur einen anderen Aufhänger, als ihr ihn jetzt wollt.

00:44:52: Und das ist dann wieder so dieses Komplett-Rum-Rum-Bauen, um die Förderlogik die Anträge und gucken, dass man sich halt möglichst anpasst, während man am besten noch so gestalten möchte, dass es zur eigenen DNA passt.

00:45:05: Aber du hast vollkommen recht, rein, wissenschaftlich.

00:45:08: Und von der Praxis her ist nachgewiesen, dass das unter ... also, Ökosysteme stabil macht, gesund macht, zukunftsfähig macht.

00:45:17: Und das ist aber auch schön, dass in Freiburg, glaube ich, da in den letzten Jahren auch ein Bewusstsein für entstanden ist.

00:45:22: und dass wir auch ein paar Wirtschaftsakteure haben, die mit uns in Dialog sind und so, also auch einfach fragen, wie können sie unterstützen, weil sie es auf dem Schirm haben und das ist nicht selbstverständlich.

00:45:33: Also damit hatte ich vor anderthalb Jahren noch nicht gerechnet.

00:45:36: Das ist mal eine gute Entwicklung.

00:45:39: Jetzt hast du etwas gesagt, was mich nochmal hat nachdenken lassen.

00:45:42: Ich habe gestern abends ein Gespräch gehabt mit einer Person, wo es darum ging, dass er gesagt hat, du musst die Sachen irgendwie einfacher kommunizieren.

00:45:49: Wo ich gesagt habe, ja, das Problem ist immer, ich verstehe die Idee von einfacher Kommunikation, aber... Komplexe Sachen sind komplex.

00:45:55: Und wenn ich halt zwei Stunden brauche, um den Menschen zu erklären, wie die Sachlage eigentlich ist, dann braucht die zwei Stunden.

00:46:00: Ich kann es nicht runterbrennen auf eine Stoffe, auf zwei, drei Sätze.

00:46:02: Sonst gehe ich wieder wieder dem, was ich eigentlich möchte.

00:46:05: Deswegen die Frage an dich.

00:46:06: Weil das, was du erklärt hast, hast du auch gesagt, du hast ausgeholt und wieder relativiert gesagt, das ist aber nur ein Teilaspekt von.

00:46:13: Das heißt, wie gelingt denn so was, dass man möglichst viele Menschen mitnimmt, mit denen es um so komplexe Geschichten geht?

00:46:18: Ja, ich liebe die Meta-Ebene und das ist meine größte Achilles-Ferse.

00:46:25: Praxisbeispiele.

00:46:27: Also wirklich gucken, wo hab ich Beispiele in der Praxis kennengelernt oder irgendwie erfahren.

00:46:31: Das ist dann auch die Aufgabe als Übersetzungsakteur, sag ich jetzt mal, was wir auch sind.

00:46:38: Und die einfach benennen, sodass Menschen andocken können.

00:46:42: Und dann im Endeffekt, wenn ich spreche ... Ich spreche mit sehr vielen unterschiedlichen Menschen.

00:46:49: Ich würde sagen, ich habe auch nicht so eine klassische Bubble.

00:46:51: Und da gucke ich immer, wen habe ich vor mir, und je nachdem, wen ich vor mir habe, entwickelt sich das Gespräch völlig unterschiedlich mit ganz unterschiedlichen Beispielen, mit einer anderen Sprache, mit einem anderen Wording, während die Inhalte eigentlich die gleiche sind, weil es halt eine komplexe Gemengelage ist.

00:47:07: Und ich kann dann aus dieser komplexen Gemengelage ... halt auswählen, was sind die Stücke, die mir helfen, das möglichst verständlich zu machen?

00:47:16: Und dann muss ich halt gucken, dass ich trotzdem integer bleibe.

00:47:18: Also, dass ich nicht jeder Person einfach das sage, was sie hören möchte, sondern dass insgesamt trotzdem ein stimmiges Bild vorhanden ist, was möglichst vielseitige Perspektiven oder Fadenenden mitdenkt auch.

00:47:33: Ja.

00:47:35: Super spannend, ey.

00:47:37: Fania, jetzt haben wir noch mal ... Zeit für eine Frage, wenn du möchtest.

00:47:41: Das heißt, gibst du ein Vision für deinen aktuellen Stadtteil?

00:47:43: Das würde ich mir speziell da noch wünschen.

00:47:51: Ja, dann ist das ja gerade.

00:47:57: Also, ich vermiss die gesellschaftliche Bundheit, die ich in Zähringer erlebt habe.

00:48:02: Ich glaub, deswegen hab ich dort jahrelang gelebt, weil ich da irgendwie ... das Gefühl hatte, je nachdem, in welcher Straße ich unterwegs bin, sind da völlig unterschiedliche Menschen aller Altersklassen, aber auch Kinder.

00:48:14: auf dem Grundschul-Spielplatz.

00:48:16: Das war einfach ... stark durchmischt.

00:48:22: Und das hab ich sehr genossen.

00:48:23: Also, bin ich wirklich durch die Straßen gelaufen und hab das genossen.

00:48:27: Und ich merke, dass es in Herdern anders ist.

00:48:30: Und das hat auch was, aber es ist so ein bisschen manchmal so ein Puppenhaus-Flair.

00:48:34: Also, es ist so ... sehr schön, extrem schön.

00:48:39: Und auch irgendwo nähernd.

00:48:43: Aber es fühlt sich für mich weniger wahrhaftig an.

00:48:45: Ich hab das Gefühl, da sind Dinge nicht sichtbar, die eigentlich auch da sind.

00:48:51: Ja, keine Ahnung.

00:48:52: Die Menschen, die in Herrdern leben, haben ja vielleicht auch schlechte Tage.

00:48:56: Und dass vielleicht nicht mehr so die Notwendigkeit immer so da ist, die Fassade dann auch aufrechtzuerhalten, sondern dass man auch das zeigen darf, dass es nicht immer nur hübsch sein muss.

00:49:08: Sehr ungewöhnlich vielleicht dieser Wunsch, aber ... ja.

00:49:14: Dann habe ich tatsächlich noch zwei offene Fragen.

00:49:16: Die eine ist, hältst du eine Frage an mich?

00:49:19: Das heißt im Kontext der OB-Wahl, die dann ansteht und die andere Frage wäre noch gebsen Thema.

00:49:24: Das kannst du für dich mitdenken im Hinterkopf.

00:49:26: Du sagst, das habe ich im Vorfeld überlegt, was ich dann denn wie ansprechen würde, was noch keinen Platz gefunden hat, dass man dann sagen wird für uns der Thematik nochmal.

00:49:33: Ja.

00:49:36: Ich habe vorher ein bisschen mehr noch mal über dich erfahren, als ich im Vorhinein recherchiert hatte.

00:49:41: Und dementsprechend habe ich wahnsinnig viele Fragen eigentlich noch.

00:49:44: Jetzt im Kontext der OB-Wahl.

00:49:50: Auch die anderen Fragen.

00:49:52: Ich habe so ein Händchen für ... Ich stelle mir das sehr anspruchsvoll an, gegenüber von Martin Horn auch anzutreten.

00:50:08: Weil ich weiß, dass er eine sehr starke, festigte Position hat, sehr viele Menschen in seinem Hintergrund.

00:50:15: Wie du damit irgendwie umgehst und vielleicht auch ... Ich habe manchmal, irgendwann habe ich verstanden, wenn ich ein kleiner Akteur bin, habe ich auch Möglichkeiten, die andere Fische im Becken nicht haben.

00:50:30: Welche Stärke du vielleicht auch an deiner Rolle oder Position in dem ganzen Wahlkampfgefüge siehst.

00:50:44: Also die Sache ist die... Ich habe sehr starke Systemkenntnisse.

00:50:49: Das heißt, ich weiß, wie es funktioniert.

00:50:51: Ich weiß, wer zu welcher Position gekommen ist.

00:50:54: Das heißt, Dinge auch, die jetzt nicht in der Presse irgendwo stehen.

00:50:57: Deswegen ist, glaube ich, das schon mal ein Vorteil zu wissen, wie das ist und wie es dazu kommt.

00:51:03: Und ich, die Frage ist damit, wie man Akteure beschreibt.

00:51:07: Also, wie stark im Akteur ist auch so eine Frage von eben, welches Frame eröffnet.

00:51:10: Also, zum Beispiel, wenn ich dann gucke in der Presse, was so steht, Keine Ahnung eh, bei irgendwie der Lehrer Dejan, wo ich denke, ich bin eigentlich viel, aber Lehrer bin ich kaum noch.

00:51:20: Also ich bin noch zwei Stunden seit fünf Jahren und ich mache echt verdammt viele Sachen.

00:51:24: Das heißt, wir können auch anders beschreiben.

00:51:26: Und ich habe dann gesehen eben dieses, also welches Frame du wählst, ist zum Beispiel schon etwas, was nur den Botschaft so sendet und auch wiederum welche Kanäle und welche machen im Fall vorliegt in welchen Bereichen.

00:51:35: Und das heißt, du hast für dich recht.

00:51:36: Ich habe jetzt nicht eine Parteimrücken oder irgendwelche Listen im Rücken, die dann eben Systeme nutzen, um dann eben auszustreuen und dann Leute irgendwie zu überzeugen.

00:51:46: Aber jetzt, ich weiß nicht, wie klein die Idee ist, dich in Kommunizierer und auch ich kenne jetzt ein, zwei Menschen noch in Freiburg.

00:51:53: Also ich bin jetzt fast dreißig Jahren hier.

00:51:56: hab in verschiedenen Kontexten, ob es jetzt im kulturellen Kontext, sportlichen Kontext, im beruflichen Kontext, ehrenamtlichen Kontext, so viele Menschen kennengelernt, die auch dann meine Arbeit und meine Denken kennengelernt haben.

00:52:06: Wo ich denke, das ist auch auf jeden Fall ein Potenzial.

00:52:09: Und ich versteh mich eben auch als eine von zweiundvierzigtausend.

00:52:12: Das heißt, für mich also die Idee einfach zu sagen, ich wollte eigentlich auch, das ist ein Grund auch gewesen, will ich mir aufstellen lassen, weil ich einfach jetzt mal eine Option haben wollte, die einfach nicht nach der Parteilogik funktioniert und nach der Politik-Logik funktioniert, wie sie es eigentlich vorlegt.

00:52:29: Das heißt, dass zum Beispiel eben in der Regel immer eine oder zwei Parteien Leute in die Rennen schicken und der war für mich so, Herr Wiesow, ist das eigentlich so?

00:52:39: Wie demokratisch finde ich das eigentlich?

00:52:40: Wie demokratisch ist das überhaupt?

00:52:42: Dass einfach jetzt, keine Ahnung, zweitausend Menschen oder tausend Menschen, ich weiß nicht, wie viele, glaube ich, tausend, zweihundert Mitglieder haben die jeweils, glaube ich, die größeren Parteien in Freiburg, Mir ist laut Internet über zweihundertvierzigtausend Menschen entscheiden.

00:52:54: Und es ist im Endeffekt entscheiden, was ich zur Auswahl habe.

00:52:56: Und dann habe ich gesagt, ich möchte eigentlich nicht, ich akzeptiere die Dinge einfach nicht, dass sie so sind.

00:53:01: Das heißt, ich möchte die Auswahl mitbestimmen.

00:53:02: Weil das ist genau der Punkt, der demokratische Aspekt von ... Wir haben jetzt viel über Ökonomie gesprochen.

00:53:08: Und es gibt ein Buch, was mich massiv geprägt hat in den letzten Jahren, ist das Buch Citizens von John Alexander.

00:53:14: Und der kommt selber aus der Werbeindustrie.

00:53:16: Kennst du das Buch zufälligerweise?

00:53:18: Ich habe reingelesen, aber ich habe es nicht mehr komplett im roten Faden zu.

00:53:21: Und ich fand bei ihm das super spannend, weil er selber aus der Werbebranche kommt und hier gesagt, dass die Erzählung, die einfach dominiert, unsere Gesellschaft ist diese Erzählung von Kundinnen.

00:53:31: Das heißt, wir sind Kundinnen oder Konsumentinnen.

00:53:33: Ja.

00:53:34: Und das heißt, wir, Endeffekt, sind dann, also die Die politische Erzählung ist, wir sehen König oder Königin und es wird irgendwie alles uns präsentiert.

00:53:42: Aber demokratisch betrachtet ist eigentlich eine super schwierige Erzählung.

00:53:45: Weil letzten Endes ist es so, dass die Auswahl, die es entscheidend ist, die bestimmen wir gar nicht.

00:53:50: Sondern im Endeffekt, wir können ja Auswahl treffen von nie, was uns vorgelegt wurde.

00:53:53: Aber das demokratische wäre, wie zu sagen, wir gestalten mit oder wir entscheiden mit, was zur Auswahl steht.

00:53:58: Und deswegen war es für mich einfach nur kohärent und konsequent zu sagen, ich möchte die Auswahl mitbestimmen.

00:54:03: Das heißt, ich möchte nicht nur diese Auswahl haben, ich möchte eine andere Auswahl haben.

00:54:06: Und ich möchte eine Auswahl haben, die ich für mich in diesen Zeiten einfach... so sehr, wie es notwendig ist.

00:54:11: Das heißt, ich habe jetzt nicht die Idee gehabt, mit, ich wollte immer schon OB werden, sondern der Gedanke war einfach, hey, wir haben jetzt Zeiten, Demokratien, massiv unter Beschluss stehen.

00:54:20: Und ich weiß, welche Faktoren es braucht und welche Knöpfe man drücken müsste, um das irgendwie wieder zu stärken und sie hingegen zu steuern, auch auf kommunaler und städtischer Gesellschaft oder eben dieser Ebene einfach.

00:54:30: Und das ist so der Grund gewesen zu sagen, wieso ich dann einfach da das anbieten möchte, um genau auch diese Auswahl zu haben und sie in die Richtung zu bewegen.

00:54:38: Weil ich sage nicht eine Frage der Person, ob jetzt ein Martin Horn oder ein Monika Stein oder die anderen, genau das Gleiche.

00:54:45: Für mich ist die Frage von Idee von Politik einfach.

00:54:47: Und die Idee von Politik ist jetzt nicht nur in Freiburg, sondern in vielen Städten, in vielen Parteien dominiert einfach diese Idee von Politik, die die auch vertreten.

00:54:54: Und es ist aber etwas für mich, wo du anfangen, glaube ich, im Vorgespräch mit darüber gesprochen, dass wir so keine Probleme gelöst bekommen.

00:55:00: Das heißt, wenn du einfach eine Politik bedienst, die nach gewissen Logik funktioniert, kannst du komplexe Probleme lösen.

00:55:06: Weil komplexe Probleme müssen dementsprechend anders rangegangen werden.

00:55:09: Also zum Beispiel, wie du es vorhin beschrieben hast, dieses Gesamtgesellschaftliche.

00:55:12: Das ist nicht nur ekonomischer Faktor, sondern auch eben auch demokratischer Faktor.

00:55:15: Das heißt, wenn du eine Lösung haben willst, die möglichst viele mittragen und möglichst gut und wirksam ist und nachhaltig ist, müssen auch verschiedene Menschen mit am Tisch sitzen.

00:55:24: ihre Perspektiven, ihre Realitäten, Prinzipien mit einbringen, um dann würde ich eine gute Lösung zu haben.

00:55:29: Und das sind aber Sachen, die man halt so verstehen muss und auch wissen muss, was heißt denn der Umsetzung, wie muss ich also Prozesse angehen, wie muss ich Strukturen aufbauen, wie muss ich Sachen fördern, die kann ich Dinge begünstigen, dass ich mir entweder hinkomme.

00:55:40: Und das ist jetzt so ein bisschen der Gedanke dahinter.

00:55:42: Und deswegen so die Stärke für mich eben, was ich jetzt im nächsten, zum neuen Jahr noch versuchen werde, das nochmal klare zu kommunizieren.

00:55:48: ist eigentlich so das Ziel von Wikipedia-Politik.

00:55:51: Also im Sinne von zu schaffen, dass Menschen sich als das Produkt, wer Wikipedia, das heißt, die Vision, die du vorhin hattest, von welches vielfältige Freiburg wir hätten, werden Wikipedia, also was viele Menschen im Fall dransetzen, jetzt in der Theorie Wikipedia, nicht in der Praxis wird an.

00:56:05: Ich muss dazu in der Praxis Wikipedia anders.

00:56:07: Ja, also da würde ich nämlich einhaken, weil wir suggerieren immer, wenn viele Menschen mitgestalten, dann wird es automatisch vielfältig, aber auch bei Wikipedia wird redigiert.

00:56:16: Und ich habe das mitbekommen bei vielen Beispielen von weiblichen Autoren zum Beispiel, dass die dann eigene Artikel bekommen sollten.

00:56:24: Und dann wurde gesagt, nee, ihr seid noch nicht professionell genug, weil sie halt nicht dem Kanon entsprechen oder den Standards entsprechen.

00:56:31: Aber sie schreiben ja auch nicht aus dem patriarchalen System für das patriarchal, sondern sie schreiben aus einem anderen System heraus.

00:56:37: Und auch da sind Machtgefüge.

00:56:41: Ja, einfach nur, weil es auf dem Silber-Tablett etwas präsentiert.

00:56:44: Ja, aber es ist sehr guter Ansprech, genau.

00:56:45: Und auch auf der Anteil der Leute, die publikär mitarbeiten, sind tatsächlich, glaube ich, war, ihr habt es nicht mehr geschaut, aber früher waren es zwanzig, zwanzig Prozent waren es, glaube ich, Frauen.

00:56:53: Also auch da ist, Frauen ist halt ein Aspekt, wenn wir über die Tät sprechen, gibt es nochmal andere perspektiven Aspekte.

00:56:58: Und also in Deutschland zum Beispiel irgendwie Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderen kulturellen Hintergrunds sind nochmal in einer ganz anderen Dimension von Ausgrenzung betroffen.

00:57:07: Also da haben Frauen eine privilegierte Position im Vergleich.

00:57:10: auf jeden Fall.

00:57:11: Ja, vielen Dank.

00:57:12: Das war ein super spannender Einblick, da nehme ich auf jeden Fall viel mit.

00:57:16: Wenn du jetzt, das ist eine gemeine Frage, deine Vision pitchen würdest.

00:57:20: Das gibt's in der Startup-Welt, dass man so Elevator-Pitch, eine Aufzugfahrt, dreißig Sekunden Zeit hat.

00:57:26: Was sind so die Kernelemente, die am wichtigsten sind?

00:57:30: Noch mal herausgehoben.

00:57:31: Also, ich hab grad ganz viel schon von der systemischen Ebene gehört und wie du das angehen würdest, aber was sind so deine Herzens?

00:57:39: Elemente, die du jetzt vielleicht auch noch nicht so stark betont hast.

00:57:42: Also ich glaube so, der Kernpunkt wird auf jeden Fall dritte Orte, das heißt eben Räume, die du vorhin beschrieben hast, das ist etwas... Was einfach auch wiederum erwiesen ist, dass es funktioniert und dass jetzt auch es braucht und ich weiß, dass auch das braucht.

00:57:54: Das heißt, in den Stadtteilen einfach Räume zu haben, den Menschen aufeinander treffen können, wie du sie vorhin beschrieben hast.

00:58:00: Das heißt, kleinere Zusammensetzungen, größere Zusammensetzungen, manchmal auch temporär.

00:58:05: Das heißt, dass Räume geschaffen werden, welche temporär existieren und wiederum auch dann an anderen Stellen sich verschieben können, als gibt es verschiedene Konzepte.

00:58:11: dass das eine, und wirklich eben als große Vision zu sagen, so ist wie eine Demokratie-Modellstadt.

00:58:15: Das heißt, dass wir eigentlich in dem Fall etwas vorleben, weil meiner Erfahrung nach ist immer so, wenn man eine Theorie etwas sagt, ist es eine Geschichte, wenn die Leute etwas erleben und dann beginnen.

00:58:23: Das heißt, in meiner Vision wäre es so, die Leute kommen in den Zwanzig, in den Dreißig, in der Freiburg.

00:58:28: und stellen dann fest, über verschiedenste Sachen, die sie sehen, werden sie erleben.

00:58:32: Hier ist etwas ganz anderes, was hier, wie Abläufer's hier stattfindet.

00:58:35: Und ist etwas, was sie inspiriert und mitnehmen und dann sehen, okay, ist es machbar, es ist umsetzbar.

00:58:40: Und dann vielleicht in ihrer Kommune, ihrer Stadt, ihre Gemeinden, ein paar Besuchen, ähnliche Gleichwege, vielleicht zu gehen und im Austausch zu treten mit Freiburg.

00:58:47: Ja, das wäre die perfekte Überleitung für mich.

00:58:49: zu der zweiten Frage, die du vorher gestellt hattest, ob ich noch was benennen möchte.

00:58:52: Ja, gerne.

00:58:53: Ich hab das jetzt gerade ... gar nicht mal für zwei tausend vierunddreißig, sondern ich spür das irgendwie jetzt seit sechs Jahren besonders stark, dass ich nochmal anders gucken möchte, was brauchen wir eigentlich für eine gesellschaftliche Resilienz hier in Freiburg?

00:59:05: Das war tatsächlich ein Herzensanliegen, mit dem ich vor sechs, sieben Jahren losgegangen bin, was jetzt in aller Hunde ist.

00:59:14: Jetzt, gerade wenn ich an den Punkt, dass ich es gefühlt habe, was uns wahnsinnig viel Resilienz geben könnte, nicht nur im Sinne von, wir überleben, sondern im Endeffekt, wir werden ein stabiles, handlungsfähiges und gerne auch progressives Ökosystem, was proaktiv gestaltet, statt der Entwicklung hinterherzurennen.

00:59:30: Ich glaube, dann ist man eigentlich am Resilientesten, ehrlich gesagt.

00:59:34: Und dass dafür es eine eigene Vision bräuchte und dafür aber erst mal ein Bewusstwertungsprozess über was ist denn unsere DNA in Freiburg.

00:59:42: Und tatsächlich auch bei Design-Thinking-Prozessen kommt häufig so dieser Aspekt von Transformation zu kurz das eigene wirklich anzunehmen.

00:59:49: Also nicht, einem Bild hinterher zu rennen, was man gerne hätte, wer man ist.

00:59:53: Das haben Menschen, die so schwach sind, das haben Unternehmen, das haben auch Ökosysteme.

00:59:57: Sondern dass man guckt, was haben wir denn schon vor Ort?

00:59:59: Es ist auch nachgewiesen, dass dann wirtschaftliche Entwicklung am stärksten möglich ist, wenn sie da andockt, was schon da ist und was auch in den Herzen der Menschen oder in dem kulturellen Verständnis von der Region schon verankert ist.

01:00:11: Und ich glaube, dass Freiburg eigentlich in der Kehrarbeit richtig stark ist.

01:00:15: Also, keine Ahnung, als ich in der Schule war, Green City war in aller Munde irgendwie Klassenfahrten nach Bourbon, wo man die Häuserstrukturen und Stadtteilstrukturen angeguckt hat.

01:00:26: Das war irgendwie Teil von meiner Ausbildung.

01:00:29: Das war was, wo man darüber geredet hat und wo man stolz drauf war.

01:00:34: Ja, doch, nee, man darf auch stolz sein, wo man auch stolz drauf war.

01:00:38: Und ich glaube an und für sich, dass, keine Ahnung, auch Medtech gehört dazu, also Medizintechnik zu sagen, haben wir hier viel, aber auch eben die Social Entrepreneurships, die dann halt auch manchmal mehr Support brauchen in den Anfangsphasen oder mehr Räume brauchen, dass man wirklich vielleicht in Freiburg dahin kommt zu sagen, wir erkennen an, dass wir stark in Kehrarbeit sind und dass wir das in unserer DNA schon drin haben und das aber auch in unserem Bewusstsein und unserem Selbstverständnis verankern, damit wir uns das dann auch auf die Fahne schreiben können.

01:01:13: Und ich bin kein Fan von auf die Fahne schreiben, damit irgendwas auf einer Fahne steht.

01:01:16: Es ist mir völlig egal.

01:01:18: Sondern im Endeffekt geht's drum.

01:01:19: Zum Beispiel Hamburg hat das gemacht.

01:01:21: Die haben gesagt, wir wollen Sozialunternehmen hier haben.

01:01:24: Und wir fördern auch entsprechend in der Stadtlogik.

01:01:26: Die haben die Gelder in die Hand genommen, Strukturen geschaffen, die Systeme verändert.

01:01:30: Und haben jetzt große Social-Startups, die da hinkommen und dort arbeiten wollen.

01:01:35: Und gucken aber auch mit der Stadtpolitik, was macht das mit einem Wohnungsmarkt?

01:01:38: Wie kann man das irgendwie mitdenken?

01:01:40: Und ich glaube, von so was zum Beispiel, da könnte Freiburg eine richtig resiliente Region werden, weil wir haben gute Ausgangsbedingungen, wir haben nicht die schlechteste Gewerbesteuer.

01:01:49: Also wir haben gute Ausgangsbedingungen, wir haben einen krassen Standort mit sehr viel Schönheit, mit dem drei Ländereck, von dem ich vorher gesprochen habe, und dann zu sagen, hey, Wir machen Kehrarbeit nicht nur sichtbar, sondern wir onen die und das ist unsere DNA.

01:02:05: und das heißt nicht entweder Kehrarbeit oder Wirtschaft, sondern wir gucken, wie kann man das zusammenmachen und eben nicht durch Ausbeutung wirtschaftliche Erfolge erzielen oder durch andere Menschen umsonst arbeiten lassen, sondern durch Verantwortung für Arbeit, die getan werden muss, zum Beispiel Umgang mit irgendwie einer alter Altern-Gesellschaft, da wird wahnsinnig viel Kehrarbeit auf uns zukommen und da werden wir auch unternehmerische Lösungen brauchen.

01:02:31: Und wenn man sich das als Region auf die Fahne schreibt, ich glaube, da kann man schon auch gut von profitieren.

01:02:36: Das wäre für mich ein wesentlicher ... ein ... wesentlicher Visionsbestandteil, der aber nicht erst im Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- ins Gespräch bringen kann, auch wenn Politiker zum Beispiel unter einem massiven Druck aus Stuttgart stehen und da ganz andere Narrative teilweise gerade bedient werden.

01:03:02: Wir sind ein super wichtiger Punkt, finde ich, zumal eben.

01:03:07: Ich hab das nicht, das war eigentlich die Antwort, die ich Freunde so hören wollte.

01:03:10: Als ich gesagt habe, dass du

01:03:11: das Bild hast.

01:03:11: Also ne scheinoffene Frage.

01:03:13: Nee, nee, aber es ist echt voll gut.

01:03:15: Weil genau das hab ich so ein bisschen überlegt.

01:03:16: Und die Frage wäre natürlich jetzt wiederum, wie viele Menschen können sich dahinter vereinen und würden sagen, da geh ich jetzt mit.

01:03:23: Und dann wär die Frage eben, diese DNA Du beschrieben hast, wär für mich deswegen auch die Frage den Werten, weil ich mir so missgucken möchte, was sind's denn für Werte, die Leute auszeichnen.

01:03:30: Ich hätte auch an vielen Stellen der Mutter gesagt und ich bin auch überzeugt, dass eben Freiburg eine starke Solidarität auszeigt.

01:03:35: Deswegen glaube ich, dass das hinter dem Bild, das du zeichnest, sich schon viele Menschen dahinter stellen könnten.

01:03:41: Für mich aber die Frage, was gibt es noch für andere Dinge, die zu denen ja dazu gehören, die man noch reinpacken müsste und das eigentlich rauszufinden.

01:03:46: Ich glaube,

01:03:47: letztendlich ein Reifungsprozess von dem Solidaritätsbegriff ist wichtig, weil momentan wird Solidarität so verwendet, dass Menschen, die häufig eh schon unter... relativ schwierigen Bedingungen leben, noch mehr Verantwortung übernehmen und andere, die irgendwie recht privilegiert sind, keinen Handlungsbedarf sehen oder eben nicht so die solidarische Ader haben.

01:04:07: Und das verstärkt eher soziale Ungleichheit.

01:04:09: Das heißt, ich empfinde es als ein Zweischneidigen Begriff, so wie er gerade verwendet wird.

01:04:15: Und ich glaube tatsächlich, aber wenn wir uns erlauben, Gegensätze nicht mehr getrennt voneinander zu denken, also Wirtschaft und Verantwortung oder Wirtschaft und Care als getrennt zu denken, sondern zu gucken, wie kann man das zusammendenken und wie kann man da funktionierende Strukturen daraus entwickeln und dann auch die Prozesse dahin gehen, die vielleicht holpriger sind als andere, weil ich halt eben eine Systemgrenze mit integrieren muss.

01:04:44: Aber ... Wie können immer mehr auch wirtschaftliche Akteure diese Entscheidung auch treffen, ohne dass sie einen privaten Preis dafür zahlen?

01:04:54: Also, dass vielleicht auch Politiker schauen, wie können diese First Mover, die momentan auch ein großes Risiko fahren, wie können die stabilisiert werden oder auch belohnt werden?

01:05:07: Weil letztendlich sind es die, die auch, glaub ich, eine ... Also, Freiburg zu einer progressiven Region machen können.

01:05:14: Und das sind nicht nur die großen Konzerne, sondern das sind genau auch solche Menschen, die so denken und dann aber auch bereit sind, entsprechend zu handeln.

01:05:23: Ich würde vielleicht noch einen letzten Gedanken ergänzen.

01:05:25: An der Stelle für mich ist nicht nur auch mit den Werten, sondern auch Unternehmen und Demokratie einfach.

01:05:30: Das heißt, das nicht fragt, wie immer im Raum steht, welche Rolle übernehmen Unternehmen in der Demokratie oder für die Demokratie, weil auch das, ob jetzt auch Medien, Ich muss zugeben, an manchen Stellen verstehe ich nicht ganz so, dass wieso noch so wenig Eindruck gesprochen wird, weil letztendlich ist es so, dass ich tatsächlich auch viele Leute aus dem Unternehmen kenne, wo ich dann sehe bei LinkedIn und Covid-Sachen-Posten, wo ich dann denke, hör, auf der einen Seite stehst du für Demokratie ein und für gewisse Werte und dann wiederum sehe ich aber, wenn es dann um Profit geht, dann ist die Frage eben die Stelle, wie viel es Demokratie wert.

01:06:01: Das heißt, an welcher Stelle ist für dich eine Grenze?

01:06:03: Du sagst, ich stehe überschritten und da gehe ich nicht mehr mit.

01:06:05: Oder an welcher Stelle positionierst du dich und wie positionierst du dich?

01:06:09: Sind schon Fragen dich noch beschäftigen irgendwie.

01:06:11: Ja, und da finde ich es aber wichtig, dass man das nicht aus so einer privilegierten oder idealisierten Haltung heraus spricht, weil viele Unternehmen sind grade am Schauen, wie kann ich nächstes Jahr, übernächstes Jahr, in fünf oder zehn Jahren, wie können wir noch existieren?

01:06:28: Als Existenzfragen.

01:06:29: Existenzfragen voll.

01:06:30: Und dann kann ich natürlich, das erlebe ich auch als Geschäftsführerin, sagen, ich bin jetzt Idealistin, aber damit riskiere ich die Arbeitsplätze von meinen Mitarbeitenden.

01:06:38: Und dann ist die Frage, wie viel Idealismus ist tragbar?

01:06:44: Und was braucht es aber auch für systemische Rahmenbedingungen, damit es eben mehr begünstigt wird?

01:06:49: Sehr gut, Punkt.

01:06:50: Nee, da war es tatsächlich eher ein Großunternehmen, dass man so eher Google und so weiter durchdachte.

01:06:55: Darf ich das nicht verstanden?

01:06:55: Also, wenn wir uns zum Beispiel dann nicht irgendwie auf, dann auch da die Frage von, wie kannst du dich unabhängig machen von den großen Akteuren aus den USA?

01:07:03: Und wie kannst du im Endeffekt eben auch Systeme, Rezipie aufsetzen, die vielleicht

01:07:06: ... Also lokale Lösungen.

01:07:07: Ja,

01:07:08: tatsächlich.

01:07:09: Weil es gibt die einfach auch.

01:07:11: Es ist nicht so, als die nicht gäbe, in vielen Punkten anwärts, dass Digitale angeht.

01:07:15: Ja.

01:07:15: Okay.

01:07:16: Daniel, hast du vielleicht noch letzte Frage, weil du ein paar Sachen das Top von die Details angesprochen hast.

01:07:20: Gibt es noch ein paar Bücher, die mir noch empfehlen sollten?

01:07:22: Also alle Zeit auf jeden Fall.

01:07:24: Alle

01:07:24: Zeit sehr inspirierend.

01:07:26: Boah, es gibt so viele gute Bücher.

01:07:29: Was mich sehr beeindruckt hat im letzten Jahr, das war das Buch Kipppunkte von Georg Dietz, wo es um Narrative geht, die eben so aus einer neoliberalen Wiege kommen, die sich irgendwann auch ein bisschen verselbstständigt haben.

01:07:46: Genau, und wie die gesamtgesellschaftlich wirken, wie die auch implementiert wurden in Systeme, und welche Auswirkungen das auf die Krisen der heutigen Zeit hat.

01:07:56: Ich glaub, das ist das Wahnsinn.

01:07:58: Also, da hab ich sehr viel mitgenommen, was ich sage, was ich denke, warum ich auf manches sehr allergisch reagiere.

01:08:03: Das war nicht gut.

01:08:07: Also, Emilia Roark, finde ich, wahnsinnig inspirierende Autorin für Macht.

01:08:13: Also, ein intersektionales Verste ... von Machtmechanismen schaffen.

01:08:18: Und sie ist auch nicht so viel auf der Meta-Ebene unterwegs, sondern sie macht eigentlich biografische Storytelling.

01:08:25: Das heißt, es ist so ein bisschen auch Lebensgeschichten lesen, was ich sehr angenehm finde.

01:08:30: Und dann immer wieder eine systemische Einordnung.

01:08:33: Was ist in dem Beispiel jetzt passiert?

01:08:35: Und warum ist das passiert?

01:08:37: aus unterschiedlichen Lebensrealitäten heraus?

01:08:40: Und was steht da systemisch aber dahinter?

01:08:43: Da haben sich mir auf jeden Fall sehr viele Welten erschlossen.

01:08:47: Das fand ich gut.

01:08:49: Dann radikale Transformation finde ich grade sehr gut.

01:08:55: Ich dachte, zwischen den Jahren lesen die Leute ein bisschen.

01:08:59: Ich

01:08:59: weiß grade nicht, ob ich die Nachnamen nicht weiß.

01:09:02: Ich bin mit Nachnamen nicht so gut.

01:09:04: So Reider hat es geschrieben und Lisa Jaspas und Naomi Rylands und so Reider.

01:09:12: Weiß ich die Nachnamen grade nicht mehr, weil ich sie ... an in einem anderen Kontext einfach kennengelernt hab.

01:09:17: Aber auch ein extrem gutes Buch, wo es eben um diese verschiedenen Ebenen von Transformationen ging und da ging's drum, die Emotionen auch mitzunehmen.

01:09:25: Also, mir persönlich, da liegen noch Ebenen drunter, aber es ist ein guter erster Schritt, irgendwie auch zu gucken, wie man Emotionen zum Beispiel mitnehmen kann.

01:09:35: Auf eine nicht abgehobene Art und Weise oder nicht verklärte Art und Weise, sondern angebunden an reale Beispiele.

01:09:42: Ja.

01:09:44: Dann vielen dann nochmal auch für die letzten Tipps, die ich aus ihr rausgequetscht habe.

01:09:48: Für die Leute, die nur Zuschauer zu sehen können und nicht mitfühlen können, es ist hier unfassbar kalt und

01:09:53: die frieren.

01:09:55: Also frieren richtig, deswegen umso dankbarer bin ich für deine sehr wertvolle, sehr kostbare Zeit und für die tollen Erkenntnisse, die wir hier auf jeden Fall für uns, also ich habe für mich einige mitgenommen und ich glaube, die zu einen Zuschauerinnen auch einige mitnehmen und wünsche dir über all dem, was du tust, auch mit Foto F und darüber hinaus nur das Beste.

01:10:12: Auf jeden Fall danke.

01:10:14: Und ich habe mich selber das Gespräch gefreut und jetzt auch zwischen den Jahren ist es ein schöner Zeitraum, um über Visionsfragen zu sprechen.

01:10:22: Danke für die Anfrage.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.